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Giovanni Malago ist Präsident des CONI
Giovanni Malago ist Präsident des CONI © Getty Images
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Das italienische Olympia-Kommitee soll in der neuen Regierung nicht mehr über die Zuwendungen des Staates entscheiden dürfen. Ärger vom IOC droht.

Italiens neue Rechts-Regierung will das Olympia-Komitee des Landes (CONI) entmachten und sorgt mit diesem Plan für helle Empörung. Wie Sportminister Giancarlo Giorgetti von der rechten Regierungspartei Lega erklärte, würden die jährlichen Zuwendungen des Staates an die Sportverbände künftig von der neu zu gründenden Gesellschaft "Sport und Gesundheit" direkt verteilt. Das CONI sei künftig nur noch dafür zuständig, die Organisation rund um die Entsendung von Athleten zu Olympischen Spielen zu organisieren.

Die Regierung will den italienischen Sport auch weiterhin mit jährlich 410 Millionen Euro finanzieren. 370 Millionen davon sollen an die neue Gesellschaft gehen, die die Gelder nach Kriterien, die die Regierung noch bestimmen muss, verteilen soll.

Mit den restlichen 40 Millionen Euro soll das CONI die Abwicklung der Olympischen Spiele verwalten. Daran sei nicht zu rütteln. Giorgetti erklärte, an der Reform werde er nichts ändern. Diese sei im Koalitionsvertrag der Regierungsparteien enthalten, die Italien seit Juni regieren.

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CONI-Präsident: Pläne "monströs"

CONI-Präsident Giovanni Malago bezeichnete die Reformpläne der Regierung als "monströs". "Damit besetzt die Regierung den italienischen Sport. Das ist nicht einmal während des faschistischen Regimes geschehen. Auch der Faschismus hatte Respekt vor der Autonomie des CONI", sagte Malago laut italienischen Medien.

Er werde nicht zulassen, dass das CONI zu einer "Reisegesellschaft" degradiert werde, die lediglich die Reisen italienischer Athleten für die Olympischen Spiele organisiere. Malago sagte, er habe an den Rücktritt aus Protest gegen die Reform gedacht. Er sei jedoch von den italienischen Verbandspräsidenten zum Verbleib aufgefordert worden.

Ärger beim IOC vorprogrammiert

Italiens Regierung könnte bei einer Umsetzung der Reform für Ärger beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) sorgen. Das IOC mit seinem deutschen Präsidenten pocht auf eine Autonomie des Sports und verbittet sich entsprechende Eingriffe der Politik.

Erst im August dieses Jahres war Kuwait nach fast dreijähriger Suspendierung zumindest vorläufig wieder in den Schoß des IOC zurückgekehrt. Wegen der politischen Einflussnahme der Regierung auf die sportlichen Institutionen war das Land ausgeschlossen worden.

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