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Hörmann hofft auf Entspannung der Corona-Situation
Hörmann hofft auf Entspannung der Corona-Situation © AFP/SID/PATRIK STOLLARZ
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Eine Impfpflicht für die Teilnehmer an den Sommerspielen soll es nicht geben, der DOSB klopft allerdings die Bereitschaft zur Corona-Schutzimpfung ab.

Eine Impfpflicht für die Teilnehmer an den Olympischen Sommerspielen in Tokio (23. Juli bis 8. August) soll es nach wie vor nicht geben, der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) klopft allerdings die Bereitschaft seiner potenziellen Starter zur Corona-Schutzimpfung ab. "Wir haben noch am Freitagabend eine Befragung an unsere Athleten im Team D verschickt, mit der wir ihre Einstellung zu dem Thema einholen wollen", sagte DOSB-Präsident Alfons Hörmann der Bild am Sonntag.

Das IOC hoffe "sehr, dass die überwiegende Mehrzahl der Athleten und Betreuer geimpft anreisen werden", so Hörmann. Zu diesem Zweck habe das Internationale Olympische Komitee auch in Aussicht gestellt, sich an den Kosten für Impfungen zu beteiligen.

Für die deutschen Sportler fordert der 60-Jährige weiter keine Sonderbehandlung in der aktuellen Situation ein, in der vor allem vulnerable Gruppen und systemrelevante Menschen geimpft werden. Hörmann erwartet aber, dass "sich die Lage in zwei bis drei Monaten deutlich entspannt. Diejenigen, die sich als Botschafter unseres Landes hinter der Fahne für Deutschland versammeln, sollten dann auch drankommen können."

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Das IOC hatte am Freitag einen Times-Bericht über die angeblich bereits feststehende Absage der Spiele wegen der anhaltenden Corona-Pandemie energisch dementiert. Es werde "nicht diskutiert, ob die Spiele stattfinden, sondern wie sie umgesetzt werden sollen", bekräftigte auch Hörmann.

Dabei setzt der DOSB-Chef wie auch das IOC weiter auf den Faktor Zeit. "Aus meiner Sicht sind Zuschauer vorstellbar, wenn sich die Lage jahreszeitlich bedingt und durch die Verbreitung des Impfstoffes deutlich entspannt. Da kann sich innerhalb von sechs Monaten viel ändern", äußerte Hörmann. Allerdings seien auch Spiele mit weniger Zuschauern oder ganz ohne Publikum "in letzter Konsequenz ein denkbares Szenario". 

Wie genau das Konzept aussehen könne, werde der weitere Verlauf der Pandemie zeigen. "Nahezu jeder Kompromiss scheint besser als das Worst-Case-Szenario, also die Spiele abzusagen", erklärte der Funktionär: "Wenn das IOC weniger Geld einnimmt, gibt es auch weniger zu verteilen."

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