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Olympia-Sponsoren wenden sich von Mori ab
Olympia-Sponsoren wenden sich von Mori ab © AFP/SID/CARL COURT
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Der Druck auf Tokios Organisationschef Yoshiro Mori nach dessen sexistischen Aussagen wird immer größer. 

Der Druck auf Tokios Organisationschef Yoshiro Mori nach dessen sexistischen Aussagen wird immer größer. Tokios Gouverneurin Yuriko Koike erklärte am Mittwoch, dass sie an einem angeblich für den 17. Februar geplanten Vier-Parteien-Treffen unter anderem mit Mori und IOC-Präsident Thomas Bach nicht teilnehmen werde. Ein solches Treffen würde ihrer Meinung nach "nichts wirklich Positives bringen", sagte Koike, ohne weiter auf die Gründe einzugehen.

Zudem meldete sich auch Akio Toyoda, Chef des japanischen Automobilkonzerns Toyota, Top-Sponsor des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), zu Wort. "Es ist sehr bedauerlich, dass die Kommentare des Vorsitzenden des Organisationskomitees von den Werten abweichen, die Toyota am Herzen liegen", hieß es in einer Stellungnahme. Eine Umfrage des japanischen Senders NHK ergab, dass 36 Olympia-Sponsoren Moris Aussagen für "inakzeptabel" halten.

Unterdessen bestätigte das Organisationskomitee, dass es noch in dieser Woche zu einer Sitzung zusammenkomme, um über die heftig kritisierten Aussagen Moris zu sprechen. Der 83-Jährige hatte Medienberichten zufolge in einer Sitzung des japanischen Olympia-Komitees (JOC) gesagt, Frauen würden Sitzungen in die Länge ziehen, weil sie "Schwierigkeiten haben, sich präzise auszudrücken". Treffen mit vielen Teilnehmerinnen würden daher "viel Zeit in Anspruch nehmen".

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Mori hatte wenig später für die Aussagen um Entschuldigung gebeten, dabei aber auch erklärt: "Ich höre diese Dinge häufig. Ich spreche in letzter Zeit nicht viel mit Frauen, also weiß ich das nicht."

Die Berichte über Moris Äußerungen hatten in Japan einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Auch Premierminister Yoshihide Suga erklärte, solche Kommentare "sollten nicht erlaubt sein". Das IOC hatte zunächst mitgeteilt, nach der Entschuldigung betrachte es die Angelegenheit als abgeschlossen. Am Dienstag äußerte sich die Organisation erneut und bezeichnete die Aussagen als "absolut unangemessen".

Auch schon vor den Aussagen Moris hatten die Olympiabefürworter mit Akzeptanzproblemen in der japanischen Bevölkerung zu kämpfen. In jüngsten Umfragen sprachen sich über 80 Prozent der Bürger gegen eine Austragung in diesem Jahr aus.

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