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Andrea Eskau gewann bei den Paralympics 2014 in Sotschi Gold
Andrea Eskau gewann bei den Paralympics 2014 in Sotschi Gold © Getty Images
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Am Freitag starten in Pyeongchang die zwölften Winter-Paralympics. Deutschland tritt mit ambitionierten Zielen an. SPORT1 fasst alle relevanten Infos zusammen.

Vom 9. bis 18. März finden in Pyeongchang in Südkorea die 12. Winter-Paralympics statt. 1976 gab es die Premiere in Örnsköldsvik (Schweden).

Es werden 670 Sportler aus 45 Nationen erwartet. Aus Deutschland sind 20 Athleten und Athletinnen im Einsatz, dazu noch vier Begleitläufer.

SPORT1 fasst die wichtigsten Informationen zum Event zusammen.

Wettbewerbe der Paralympics

Es finden 80 Wettwerbe in sechs Sportarten statt. Im Ski alpin sind 30 Wettbewerbe geplant, im Biathlon und Langlauf 38 und im Snowboard zehn. Dazu kommen Para-Eishockey und Rollstuhl-Curling.

Stars der deutschen Mannschaft

Allen voran die alpine Skirennläuferin Anna Schaffelhuber. Die 25-Jährige vom TSV Bayerbach war 2014 in Sotschi mit fünf Goldmedaillen der große Star. Andrea Eskau (46/Magdeburg) ist sechsmalige Olympiasiegerin, viermal Gold gewann sie bei den Sommerspielen mit dem Handbike.

Zudem ist die 46-Jährige im Radsport, Biathlon und Langlauf 20-malige Weltmeisterin. Auch die alpine Rennläuferin Andrea Rothfuss (28/Mitteltal) und die nordische Athletin Anja Wicker (26/Stuttgart) haben bei Paralympics und Weltmeisterschaften bereits Titel gewonnen.

Medaillenvorgabe des DBS

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) verzichtet darauf. In Sotschi 2014 hatte "Team D" 15 Medaillen, davon neun Goldmedaillen gewonnen.

"Wir fahren da hin, um zu gewinnen", sagt DBS-Präsident Friedhelm Julius Beucher: "Wir haben viele Weltcupsieger, Weltmeister und Olympiasieger - da ist man automatisch in der Favoritenrolle."

Prämien für deutsche Sportler

Für Gold gibt es wie in Sotschi 2014 und Rio 2016 20.000 Euro, für Silber 15.000 und für Bronze 10.000 Euro. Die Regelung gilt analog zu den Olympischen Winterspielen. Allerdings werden bei den Paralympics die Plätze vier bis acht im Gegensatz zu Olympia nicht prämiert.

Wie werden möglichst faire Leistungsvergleiche ermöglicht?

Die Sportler werden in unterschiedliche Kategorien eingeteilt, die international anerkannt sind. Im Ski alpin, Skilanglauf und Biathlon werden die Sportler in folgende Gruppen aufgeteilt ("Klassifizierung"): stehend (LW 1-9) sitzend (LW 10-12) visuell beeinträchtig (B1, B2 und B3).

Um die Zahl der Entscheidungen zu reduzieren, wurde das Prozentsystem eingeführt, so dass die Leistungen innerhalb der drei Kategorien vergleichbar sind. Die Laufzeit eines jeden Sportlers wird entsprechend seiner Behinderung mit einer Prozentzahl multipliziert, wodurch sich die Endzeit ergibt.

Teilnahmebedingungen

An paralympischen Wettbewerben dürfen nur Athleten teilnehmen, die mindestens eine der folgenden Beeinträchtigungen dauerhaft aufweisen: Beeinträchtigung der Muskelkraft, Beeinträchtigung der Sehfähigkeit, Beeinträchtigung der passiven Beweglichkeit, Amputation oder Fehlbildung von Gliedmaßen, unterschiedliche Beinlängen, Kleinwuchs, Muskelhypertonie (Spastik/Krampf und Rigor/Steifheit), Ataxie (Störungen der Bewegungskoordination), Athetose (unwillkürliche, langsame Bewegungen der Arme oder Beine).

Was ist mit den russischen Behindertensportlern?

Im Gegensatz zu den Sommer-Paralympics 2016 verzichtet das Internationale Paralympische Komitee (IPC) diesmal auf einen Komplettausschluss. Das russische Paralympische Komitee RPC bleibt zwar suspendiert, 30 besonders überprüfte Sportler dürfen als "Neutrale Paralympische Athleten" (NPA) aber an den Start gehen: zehn alpine Skiläufer, zwölf Langläufer, drei Snowboarder und ein fünfköpfiges Rollstuhlcurling- Team.

Eine Nennung Russlands wie bei Olympia ("Olympische Athleten aus Russland") gibt es bei den Paralympics nicht, zudem weder eine russische Flagge noch die Hymne, dazu neutrale Kleidung.

Die Paralympics LIVE im TV

Die öffentlich-rechtlichen TV-Anstalten ARD und ZDF erwarben die Rechte und planen von den Wettbewerben rund 65 Stunden Live-Berichterstattung. Dazu wird es tägliche Highlight-Sendungen geben. Die Federführung liegt beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR).

Insgesamt sind 135 Mitarbeiter vor Ort im Einsatz. Discovery/Eurosport, das bei Olympia 2018 die Erstverwertungsrechte gehalten hatte, besitzt für die Paralympics keine Rechte.

Die deutsche paralympische Mannschaft für Pyeongchang 2018:

Para Ski alpin: Anna-Lena Forster (Radolfzell), Georg Kreiter (Murnau), Thomas Nolte (Braunschweig), Anna-Maria Rieder (Murnau), Noemi Ristau (Marburg), Andrea Rothfuss (Mitteltal), Anna Schaffelhuber (Bayerbach); Begleitläufer: Lucien Gerkau (Ristau)
Para Ski nordisch: Alexander Ehler (Kirchzarten), Andrea Eskau (Magdeburg), Martin Fleig (Freiburg), Vivian Hösch (Freiburg), Clara Klug (München), Steffen Lehmker (Clausthal-Zellerfeld), Nico Messinger (Freiburg), Anja Wicker (Stuttgart); Begleitläufer: Martin Härtl (Klug), Lutz Klausmann (Messinger), Florian Schillinger (Hösch) 
Rollstuhlcurling: Wolf Meißner (Füssen), Heike Melchior (Frankfurt), Harald Pavel (Schwenningen), Christiane Putzich (Füssen), Martin Schlitt (Frankfurt)

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