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Matthias Ekström und der CUPRA e-Racer
Matthias Ekström und der CUPRA e-Racer © CUPRA
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Die Sonne brennt an diesem schönen Spätsommertag, in den sanften Hügeln von Montmelo. Hier, im Hinterland über der Millionen-Stadt, steht die Hitze über dem Circuit de Barcelona-Catalunya. Ein Surren durchsetzt die Stille. Erst leise, dann etwas lauter, doch wirklich brachial wie sonst wird es auf der Traditionsrennstrecke nicht. Es ist ein konstantes Surren. Ein wenig surreal, ja, das wirkt es immer noch, wenn Motorsport und Elektromobilität aufeinandertreffen.

Auch Mattias Ekström muss sich an dieses Surren erst gewöhnen. Für ihn ist es eine Premiere. Der Schwede, erklärter Verbrenner-Enthusiast, fährt erstmals einen Elektrorennwagen, den e-Racer von CUPRA. Für ihn ist es ein Neustart, wenn man so will. Oder, um im Motorsport-Bild zu bleiben: Ekström schaltet auf der Zielgeraden seiner Karriere noch einmal hoch, startet durch. Denn der 41-Jährige ist seit einigen Monaten offiziell CUPRA Markenbotschafter und soll nicht nur die Elektrostrategie im Bereich Rennsport maßgeblich mitentwickeln, sondern auch den ersten Elektro-Tourenwagen. Ein ambitioniertes Projekt, das Tempo aufnimmt.

Er ist überrascht, als er sich mit dem e-Racer dem Limit nähert, als die vier Motoren ihre ganze Kraft von jetzt auf gleich entfalten. 6702 Batteriezellen, insgesamt 450 Kilogramm schwer. Ein Gang, von null auf hundert in knapp drei Sekunden, eine Dauerleistung von 408, kurzfristig auch 680 PS, die den Elektroboliden auf bis zu 270 km/h beschleunigen: Es will etwas heißen, wenn man eine Rennsport-Legende wie Ekström nach über 20 Jahren im Tourenwagen-Sport noch ernsthaft überraschen und nachhaltig beeindrucken kann. Der CUPRA e-Racer hat ohne Frage die Zutaten, um einen alten Haudegen noch einmal neu zu fordern.

„Die Power, die sofort da ist, ist unglaublich“, sagt Ekström, für den es viele neue Dinge zu entdecken gibt. „Ich denke, die größte Herausforderung besteht darin, sich daran zu gewöhnen, ohne Getriebe und ohne das Dröhnen des Motors zu fahren, um beispielsweise zu wissen, wie schnell man in Kurven fährt", sagt er.

Es gilt, das richtige Gefühl, den Rhythmus zu finden. Beides ist im e-Racer von CUPRA anders, gleichzeitig aber auch besonders. „Es ist ein einzigartiges Gefühl. Es hat sich wirklich gut angefühlt, vor allem, als er aus den langsamen Kurven der Rennstrecke die volle Leistung herausgeholt hat“, so Ekström.

Ein Meister seines Fachs

Keine Frage: CUPRA ist mit der Verpflichtung des Schweden ein echter Coup gelungen. Ekström ist zweimaliger DTM-Champion, fuhr in der Tourenwagen-Serie in 193 Rennen zwischen 2001 und 2017 insgesamt 23 Siege ein. Er hat eine Ära geprägt, ist ein Tausendsassa, ein Allrounder, dazu Rallycross-Weltmeister 2016, sowohl als Fahrer als auch mit seinem eigenen Team, das er Ende 2013 gegründet hat.

Und, was für CUPRA noch wichtiger und essentieller ist: Er ist ein ausgewiesener Fachmann, was die Entwicklung eines Rennautos angeht. Er war in der DTM Jahr für Jahr gefragt, wenn es darum ging, den Renner besser zu machen, Kinderkrankheiten und Potenziale zu finden, mit den Ingenieuren zu tüfteln, wo noch entscheidende Tausendstelsekunden zu finden sind.

Der Routinier ist mit allen Wassern gewaschen, hat ein untrügliches Gespür, wie gut oder schlecht sich ein Auto anfühlt und was fehlt, wie man es effektiv und erfolgreich weiterentwickeln kann. Einen siebten Motorsport-Sinn, wenn man so will. Aus dem Tourenwagen-Bereich gibt es kaum jemanden, der besser für diesen Job geeignet ist als der Schwede. Mit den CUPRA Ingenieuren will er jetzt den nächsten Schritt machen: Die maximale Effizienz und Performance aus dem neuen Renner herauskitzeln.

Er gibt aber zu: „Ich brauche noch etwas Zeit, um mich an das Motorengeräusch zu gewöhnen. Es ist viel leiser als jedes andere, das ich zuvor gefahren bin, und ich bin ein sehr emotionaler Fahrer. Außerdem muss ich in jeder Runde genau auf das Energiemanagement achten; Das ist bei einem elektrischen Rennwagen unverzichtbar, fast so wichtig wie seine Geschwindigkeit“, so Ekström.

Die nächsten Ziele sind trotzdem klar: Das Auto entwickeln und im zweiten Schritt dann natürlich auch schneller werden. Bedeutet im Detail: „Wir müssen die Entwicklung vorantreiben, wir müssen in die Details gehen, das Setup und die Balance finden. Das Auto benötigt Tuning, aber auch ich benötigte noch viele Kilometer, um die letzten Hundertstelsekunden herauszupressen. Auf dem Weg werden wir herausfinden, wo genau wir das Auto noch weiterentwickeln müssen“, sagt er: „Denn das Ziel haben ja alle: Gewinnen und die großen Trophäen sammeln.“

Mattias Ekström und der CUPRA E-Racer
Mattias Ekström und CUPRA E-Racer © CUPRA

Eine neue Ära beginnt

Dass es die großen Trophäen im Motorsport auch mit Elektroautos zu gewinnen gibt, war vor einigen Jahren noch undenkbar. Als der Automobil-Weltverband FIA die Formel E als erste rein elektrische Rennserie ins Leben rief, war die Skepsis groß. Um ehrlich zu sein, das Gelächter auch. Nicht wenige erwarteten einen elektrischen Rohrkrepierer.

Doch seit dem Start 2014 geht die Formel E konsequent einen anderen Weg: In die Metropolen, für ein anderes Publikum, dazu in der Regel als Ein-Tages-Event. Angetrieben wird sie durch einen neuen Zeitgeist, ein generelles Umdenken in der Bevölkerung und das enorme Interesse der Hersteller – zur Saison 6 sind es zehn Autobauer, alleine vier aus Deutschland. E-Power ist plötzlich attraktiv, für die Hersteller ist es eine Art Wette auf die Zukunft, die Möglichkeit zu zeigen, wie breit und stark sie in Sachen Elektromobilität aufgestellt sind. Ein bisschen Start-up-Feeling, wenn man so will: Jung, unangepasst, Abenteuerlust und Pioniergeist– dieses Gefühl wird mit dem Transfer in eine neue Ära des Motorsports immer noch vermittelt.

Mit dem Erfolg der Formel E wagen sich nach und nach auch andere Organisatoren aus der Deckung, es entstehen neue Rennserien, die sich die Elektromobilität auf die Fahne geschrieben haben: die Jaguar I-Pace eTrophy und die MotoE gibt es bereits, in Planung ist die Extreme E mit vollelektrischen SUV, die Electric GT mit Renn-Tesla und nun auch die elektrische Tourenwagen-Rennserie Electric Touring Car Racing (ETCR) – mit CUPRA und dem e-Racer an der Spitze.

Mit dem e-Racer verwirklicht der Autobauer ein neues Rennwagen-Konzept, basierend auf den langjährigen Erfahrungen im Automobilsport. Beim Bau wurden zum Beispiel die Rückspiegel durch kleine Kameras ersetzt, mit dem Ziel, das Auto aerodynamischer zu machen. Durch ein im Armaturenbrett integriertes Display wird Ekström gezeigt, was um ihn herum geschieht. Hinzu kommt ein zentraler Touchscreen, mit dem er alle relevanten Daten des elektrischen Systems und der Fahrzeugleistung in Echtzeit überwachen und übertragen kann.

CUPRA engagiert sich seit Beginn an in der neuen Rennserie. Es ist die vollelektrische Schwester der TCR-Serie und soll 2020 durchstarten. Zunächst sind vier Rennen vorgesehen. Zum Start eines im Sommer in Europa, dann drei weitere in Übersee. Neben CUPRA sind bereits andere Hersteller eingestiegen und weitere sollen folgen. Die ETCR übt schon im Vorfeld eine Faszination auf gestandene Fahrer aus, von Ekström ganz abgesehen. Der 57 Jahre alte italienische WTCR Weltmeister von 2018, Gabriele Tarquini sagte: „Ich bin fasziniert von diesem neuen Projekt […]. In meinem Alter ist jede neue Herausforderung ein Motivationsschub“.

Den aktuellen Vorsprung will CUPRA nutzen, denn für einen Ekström am Steuer gibt es nur ein Ziel: die Früchte ernten, die er selbst in den kommenden Monaten mit den CUPRA Ingenieuren säen wird. "Sobald wir mit dem CUPRA e-Racer an den Start gehen, müssen wir den Sieg im Auge haben und dafür müssen wir gut vorbereitet sein“, so Ekström.

Seine Einstellung hat sich nicht verändert, sein Motto sowieso nicht. „Go hard or go Home“ – auf seinem Helm verewigt, ist Ekström auf der Strecke stets hart, immer an der Grenze, am Limit, aber vor allem (fast immer) fair. „Gewinnen ist für mich alles. Es ist mit dem CUPRA e-Racer dasselbe wie mit jedem anderen Auto, mit dem ich gefahren bin“, sagte er: „Mein Traum ist es also, zu gewinnen und der Champion zu sein. Ich möchte CUPRA auf das Podium des globalen Motorsports setzen.“

Bei neuen und ambitionierten Projekten wie dem CUPRA e-Racer hängt viel vom Enthusiasmus der Beteiligten ab, aber natürlich auch vom Know-How. Was das betrifft, muss man sich keine Sorgen machen: Der Weg bis zum Ziel ist herausfordernd, mit Ekström am Steuer ist er aber nicht mehr ganz so beschwerlich.

Wer noch einen rasanten Begleiter für die Straße sucht, hier gibt’s mehr Infos zu den Modellen von CUPRA.

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