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Jens Voigt feierte zwei Etappensiege bei der Tour de France
Jens Voigt feierte zwei Etappensiege bei der Tour de France © Imago
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München - Die Umstände des positiven Dopingbefunds bei Christopher Froome sorgen auch bei Ex-Profi Jens Voigt für Unverständnis. Bei SPORT1 nimmt er die UCI in die Pflicht.

Der positive Dopingbefund bei Christopher Froome vom Team Sky sorgt weiter für Wirbel.

Nach Tony Martin kritisierte auch Jens Voigt die bevorzugte Behandlung des mehrmaligen Tour-de-France-Siegers durch den Radsport-Weltverband UCI.

"Christopher Froome ist sicherlich einer der bedeutendsten Akteure im derzeitigen Radsport. Es sollte aber nicht so sein, dass er bevorzugt behandelt wird", sagte Voigt bei SPORT1: "Wir leben schließlich in einer Welt, in der man Gleichbehandlung ganz oben ansetzt." (Pressestimmen zum Fall Froome)

Martin-Kritik am Weltverband

Der viermalige Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin hatte zuvor auf seiner Facebook-Seite scharfe Kritik am Vorgehen der UCI geäußert. Andere Sportler würden nach einer positiven Probe "sofort gesperrt. Ihm und seinem Team wurde von der UCI Zeit gegeben. Das ist ein Skandal".

Voigt sieht das eigentliche Problem aber nicht darin, dass dem Fahrer und dem Team genügend Zeit gegeben wird, sich zu erklären. "Das ist auch richtig so", sagte der zweimalige Etappensieger der Tour de France: "Was ich nicht verstehe ist, dass das hier eingehalten wurde und andere Fälle schon drei Tage nach der positiven A-Probe an die Öffentlichkeit gelangten."

Hier werde mit zweierlei Maß gemessen, erklärte der 46 Jahre alte Berliner: "Das ist nicht gut."

Voigt will Froom noch Zeit geben

Er hoffe bei Froome, "dass es so ist, wie er es sagt, und dass sich das logisch und schlüssig aufklären lässt".

Der Brite wurde bei seinem Sieg der diesjährigen Spanien-Rundfahrt im September auf das Asthmamittel Salbutamol positiv getestet. Demnach war in seinem Urin das Doppelte der erlaubten Menge des Medikaments gefunden worden. Dass die B-Probe dieses Ergebnis bestätigte, wurde erst am Mittwoch bekannt.

Froom beteuerte bei der BBC seine Unschuld und behauptete, die Regeln nicht gebrochen zu haben. "Ich bin seit zehn Jahren Radprofi, ich behandle meine Symptome und fahre seit zehn Jahren mit Asthma. Ich kenne die Regeln und weiß, wo meine Grenze liegen", sagte der 32-Jährige.

Zweifel an Froomes Aussagen

Sein Rivale Vincenzo Nibali bezweifelt dies. "Ich habe das gleiche Asthma-Problem, aber es hat an diesen Tagen in Spanien geregnet. Pollen machen dann keine Probleme, man muss dann keinen Zug nehmen", sagte der Italiener, der bei der Vuelta Zweiter wurde. Und Ex-Profi Jörg Jaksche spottete gar: "Der Grenzwert ist schon sehr kulant. Sein Wert ist brutal hoch. Da muss er den Spender verschluckt haben."

Voigt will sich diesbezüglich kein Urteil erlauben. Er möchte auch noch nicht von einem Rückschlag im Kampf des Radsports gegen Doping sprechen. Er glaubt aber, dass sich diese Angelegenheit bald klären lässt: "Ich hoffe, dass wir das vor Weihnachten noch erledigt haben und mit Klarheit ins neue Jahr starten können."

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