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Der Italiener Vincenzo Nibali gewinnt die 109. Ausgabe des Frühjahrsklassikers Mailand-Sanremo
Der Italiener Vincenzo Nibali gewinnt die 109. Ausgabe des Frühjahrsklassikers Mailand-Sanremo © Getty Images
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Vincenzo Nibali rettet beim Frühjahrsklassiker Mailand-Sanremo einen hauchdünnen Vorsprung ins Ziel. Andre Greipel stürzt und vermutet einen Schlüsselbeinbruch.

Vincenzo Nibali hat den besten Sprintern ein Schnippchen geschlagen und die 109. Ausgabe des Frühjahrsklassikers Mailand-Sanremo gewonnen.

Der Italiener rettete nach einer furiosen Attacke am Poggio einen hauchdünnen Vorsprung vor den heranjagenden Verfolgern ins Ziel. Nach 294 km und deutlich über sieben Fahrstunden gewann Nibali auf der berühmten Via Roma vor Caleb Ewan (Australien) und Arnaud Demare (Frankreich).

Für Topfavorit und Weltmeister Peter Sagan (Bora-hansgrohe) blieb nur Rang sechs. "Vincenzo hat alle überrascht. Ich wollte andere reagieren sehen, aber es gab keine Reaktion. Ich freue mich, dass jemand solche Courage gezeigt hat", sagte Sagan.

Greipel stürzt

Der Rostocker Andre Greipel stürzte nach einem bis dahin starken Rennen wenige Kilometer vor Schluss und wurde seiner Chancen beraubt.

Allem Anschein nach zog er sich einen Schlüsselbeinbruch zu. "Zu 100 Prozent", sagte er. "Er kennt das Gefühl", berichtete Marc Sergeant, Greipels Teamchef bei Lotto-Soudal: "In einer Sekunde dreht es sich von sehr gut zu sehr schlecht. Monate, Wochen, alles weg in einer Sekunde."

Noch schlimmer erwischte es den Briten Mark Cavendish, der gegen einen Fahrbahnteiler raste, im hohen Bogen darüber katapultiert wurde, und augenscheinlich schwer verletzt auf der Straße liegen blieb.

Die deutsche Radprofis verpassten an der ligurischen Küste eine Platzierung unter den besten Zehn. Letzter deutscher Sieger der Primavera bleibt John Degenkolb, der vor drei Jahren triumphierte, diesmal jedoch erkrankt passen musste. Neben Degenkolb gewannen Gerald Ciolek (2013), Erik Zabel (1997, 1998, 2000, 2001) und Rudi Altig (1968).

Kittel mit unauffälligem Debüt

Ein unauffälliges Debüt bei der Classicissima gab Top-Sprinter Marcel Kittel. Nibali sorgte für den ersten italienischen Erfolg seit 2006. Nach den Triumphen bei der Lombardei-Rundfahrt (2015 und 2017) war es für den ehemaligen Tour-de-France-Sieger der dritte Erfolg bei einem der sogenannten Radsport-Monumente.

"Ich muss dem gesamten Team danken, ich konnte mich die ganze Zeit verstecken. Als ich nach meinem Angriff plötzlich 20 Sekunden Vorsprung hatte, war ich überrascht, wusste aber, dass ich jetzt alles geben muss", sagte Nibali, der von den Tifosi in Sanremo beinahe vor Freude erdrückt wurde.

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