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Victor Campenaerts gelingt ein Meisterstück in Mexiko: Der Belgier bricht den Stundenweltrekord, den zuvor Bradley Wiggins innehatte.

Der belgische Radprofi Victor Campenaerts hat den Stundenweltrekord des früheren Tour-de-France-Siegers Bradley Wiggins gebrochen. Der 27 Jahre alte Campenaerts legte im mexikanischen Aguascalientes auf der Bahn 55,089 Kilometer zurück und verbesserte die vier Jahre alte Bestmarke um 563 Meter. Der Brite Wiggins war im Juni 2015 in London auf 54,526 Kilometer gekommen.

"Ich habe die magischen 55 Kilometer geschafft! Das war wirklich hart. Ich bin ein bisschen zu optimistisch angegangen. Danach war es wichtig, das Ganze etwas langsamer zu gestalten", sagte Campenaerts, der 2017 und 2018 Europameister im Zeitfahren geworden war.

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In dem 1800 m hoch gelegenen Velodrome lag der "Campenator" dennoch früh auf Rekordkurs und trat schließlich in die Fußstapfen seines Landsmanns Eddy Merckx. Die Radsport-Ikone hatte den Rekord 1972 auf 49,431 Kilometer verbessert. "Ich habe lang und hart hierfür gearbeitet und hatte ein tolles Team hinter mir. Jetzt habe ich zurückgezahlt", sagte Campenaerts.

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Vorteil für Campenaerts

Nach Wiggins' Rekordfahrt in London hatten sich mehrere Radprofis an der Bestmarke versucht, alle waren jedoch gescheitert - bis nun Campenaerts kam. Dem Belgier boten sich jedoch gänzlich andere Voraussetzung. Experten schätzten im Vorfeld, dass allein die Höhenlage einen Vorteil von bis zu 1500 Metern brachte.

Campenaerts hatte sich akribisch auf den Tag vorbereitet und unter anderem in einer simulierten Höhe von 3000 m geschlafen, um die Anzahl roter Blutkörperchen zu erhöhen. Hinzu kam ein Hitzetraining und ein speziell angefertigtes Fahrrad im Wert von 15.000 Euro, das weder über Gänge noch Bremsen verfügt. Auch das Velodrome mit seinem Zeltdach und der Bahn aus Eichenholz ist speziell auf Geschwindigkeitsrekorde ausgelegt.

Die Entwicklung des Stunden-Weltrekordes

11. Mai 1883 in Paris: Henri Desgrange (Frankreich) 35,325 km
31. Oktober 1894 in Paris: Jules Dubois (Frankreich) 38,220 km
30. Juli 1897 in Paris: Oscar van den Eynde (Belgien) 39,240 km
3. Juli 1898 in Denver: Willie Hamilton (USA) 40,781 km
24. August 1905 in Paris: Lucien Petit-Brenon (Frankreich) 41,110 km
20. Juni 1907 in Paris: Marcel Berthet (Frankreich) 41,520 km
22. August 1912 in Paris: Oscar Egg (Schweiz) 42,122 km
7. August 1913 in Paris: Marcel Berthet 42,741 km
21. August 1913 in Paris: Oscar Egg 43,525 km
20. November 1913 in Paris: Marcel Berthet 43,775 km
18. August 1914 in Paris: Oscar Egg 44,247 km
25. August 1933 in Roermond: Jan van Hout (Niederlande) 44,588 km
28. September 1933 in St. Truiden/Belgien: Maurice Richard (Frankreich) 44,777 km
31. Oktober 1935 in Mailand: Giuseppe Olmo (Italien) 45,090 km
14. Oktober 1936 in Mailand: Maurice Richard 45,325 km
29. September 1937 in Mailand: Frans Staats (Niederlande) 45,485 km
3. November 1937 in Mailand: Maurice Archambaud (Frankreich) 45,767 km
7. November 1942 in Mailand: Fausto Coppi (Italien) 45,798 km
29. Juni 1956 in Mailand: Jacques Anquetil (Frankreich) 46,159
19. September 1956 in Mailand: Ercole Baldini (Italien) 46,394 km
18. September 1957 in Mailand: Roger Riviére (Frankreich) 46,923 km
23. September 1959 in Mailand: Roger Riviére (Frankreich) 47,347 km
30. Oktober 1967 in Rom: Ferdinand Bracke (Belgien) 48,093 km
10. Oktober 1968 in Mexiko Stadt: Ole Ritter (Dänemark) 48,653 km
25. Oktober 1972 in Mexiko Stadt: Eddy Merckx (Belgien) 49,431 km
27. November 2000 in Manchester: Chris Boardman (Großbritannien) 49,441 km
19. Juli 2005 in Moskau: Ondrej Sosenka (Tschechien) 49,700 km
18. September 2014 in Grenchen/Schweiz: Jens Voigt (Berlin) 51,115 km
30. Oktober 2014 in Aigle/Schweiz: Matthias Brändle (Österreich) 51,852 km
8. Februar 2015 in Grenchen/Schweiz: Rohan Dennis (Australien) 52,491 km
2. Mai 2015 in Manchester: Alex Dowsett (Großbritannien) 52,924 km
7. Juni 2015 in London: Bradley Wiggins (Großbritannien) 54,526 km
16. April 2019 in Aguascalientes/Mexiko: Victor Campenaerts (Belgien) 55,089 km

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