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Richard Carapaz hat als erster Ecuadorianer den Giro d'Italia gewonnen
Richard Carapaz hat als erster Ecuadorianer den Giro d'Italia gewonnen © Getty Images
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Als erster Radprofi aus Ecuador gewinnt Richard Carapaz den Giro d'Italia und versetzt sein Land in Ekstase. Pascal Ackermann holt das Violette Trikot

Emotional überwältigt umarmte Richard Carapaz seinen fünfjährigen Sohn Santiago und legte sich die Flagge seiner ecuadorianischen Heimat über die Schultern.

In der spektakulären Arena von Verona erfüllte sich für den 26-Jährigen der große Traum vom Triumph beim Giro d'Italia, der ihm als erstem Radprofi aus Ecuador gelang. "Das ist der größte Moment meines Sportlerlebens. Es ist fabelhaft", sagte Carapaz.

Unter dem begeisterten Jubel zahlreicher südamerikanischer Anhänger nahm Carapaz im historischen Amphitheater nach drei strapaziösen Wochen als zähester der Giro-Gladiatoren die gold-geschwungene Siegestrophäe in Empfang - Santiago und dessen kleine Schwester Sofia (2) an seiner Seite.

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Carapaz behauptete im abschließenden Einzelzeitfahren über 17 Kilometer, dass der Amerikaner Chad Haga (Sunweb) für sich entschied, einen klaren Vorsprung auf Vincenzo Nibali (Italien/+1:05 Minuten) und Primoz Roglic (Slowenien/+2:30 Minuten). Der Schlussakkord kostete noch einmal viel Kraft. "Ich habe einfach nur gelitten vom Start bis ins Ziel in der Arena von Verona", sagte er.

Ackermann überzeugt bei erster großer Landesrundfahrt

Auch der deutsche Meister Pascal Ackermann war voller Glücksgefühle. Der Pfälzer konnte gar nicht mehr aufhören zu lächeln, nachdem feststand, dass er als erster deutscher Radprofi die Wertung für den Punktbesten des Giro d'Italia für sich entschieden hatte. "Ich war nervöser als sonst, ich musste auf Nummer sicher fahren und im Zeitlimit bleiben. Aber jetzt bin ich sehr, sehr glücklich", sagte Ackermann bei Eurosport nach der abschließenden Prüfung.

Ackermann gelang bei seiner ersten großen Landesrundfahrt eine imponierende Premiere. Der Sprinter aus dem deutschen Team Bora-hansgrohe siegte in der Wertung um das Violette Trikot mit 226 Punkten, dazu holte der Senkrechtstarter zwei Tagessiege und trotzte auch den Folgen eines Hochgeschwindigkeitssturzes im Finale der 10. Etappe, als er Prellungen und großflächige Abschürfungen erlitt.

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Aber die Hauptattraktion war der Bauernsohn aus den ecuadorianischen Anden. Carapaz steigt mit dem Triumph bei der zweitwichtigsten Rundfahrt der Welt zum Nationalhelden auf. Schon in den Tagen vor der Giro-Krönung kannte die Euphorie fast keine Grenzen. Beim Public Viewing versammelten sich Tausende, um die Großtaten der "Lokomotive aus Carchi" zu verfolgen.

Carapaz versetzt Südamerika in Ekstase

In der Hauptstadt Quito wurde dafür sogar das Nationalstadion geöffnet. Die Menschen hatten teilweise Freudentränen in den Augen, gerade in der Region nahe der kolumbianische Grenze, wo Carapaz aufwuchs.

Seine Eltern waren am Donnerstag nach Europa aufgebrochen, um genauso wie Frau Tania und die Kinder dabei zu sein, wenn ihr Sohn die Trofeo Senza Fine entgegen nimmt. Als der Movistar-Profi das große Ziel erreichte, hatte er sich zum wohl größten Sportler seines Landes emporgekämpft. "Es sind Tage, die ich nie vergessen werde", sagte Carapaz.

Auch Nibali und Roglic können Carapaz nicht stoppen

Über die insgesamt 3546,8 Kilometer zwischen Bologna und Verona hatte er sich als komplettester Radprofi erwiesen, trotzte dem Regen, brillierte in den Bergen, holte zwei Tageserfolge und durfte sich auf die beste Mannschaft verlassen, in der der Freiburger Jasha Sütterlin seinen Anteil beisteuerte.

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Carapaz setzte sich erfolgreich gegen die Attacken von Italiens Hoffnung Nibali zur Wehr und er zwang Roglic in die Knie, der als Top-Favorit in die Corsa Rosa gegangen war.

Angedeutet hatte Carapaz sein Können schon im Vorjahr mit Giro-Gesamtrang vier, für das er die Basis mit dem jahrelangen Training in der vorteilhaften Höhenluft seiner Heimat gelegt hatte. Als Sieganwärter hatten ihn dennoch nur wenige auf der Rechnung.

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