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Radsport: Bora-Teamchef Denk fordert strengere Regeln im Umgang mit Kortison , Das Bora-Hansgrohe -Team (vorne) will auch bei der Tour de France vorne mitmischen
Radsport: Bora-Teamchef Denk fordert strengere Regeln im Umgang mit Kortison , Das Bora-Hansgrohe -Team (vorne) will auch bei der Tour de France vorne mitmischen © Getty Images
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Bora-hansgorhe-Teamchef Ralph Denk sieht den Radsport viel sauberer als vor einigen Jahren. Er fordert aber weitere Doping-Verschärfungen.

Teamchef Ralph Denk vom deutschen Rennstall Bora-hansgrohe fordert kurz vor dem Start der 106. Tour de France (6. bis 28. Juli) strengere Regularien im Umgang mit der Einnahme von kortisonhaltigen Präparaten im Radsport. "Es ist nach wie vor ein Unding", sagte Denk, "dass man mit einer medizinischen Ausnahmegenehmigung Kortison verabreichen kann. Ein strengeres Regelwerk wäre gut."

Denk sieht vor allem die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) in der Pflicht, der Radsportweltverband UCI versuche ohnehin schon viel. Als Beispiel nannte der 45-Jährige das sinnvolle Verbot des Schmerzmittels Tramadol, dem wahrnehmungsbeeinflussende Wirkung attestiert wird. "Das ist kein reines Radsportproblem, aber die WADA ist viel zu schwach", sagte Denk.

Bora-Team lasst sich freiwillig kontrollieren 

Die Bora-Mannschaft gehört zur Bewegung für einen glaubwürdigen Radsport (MPCC), deren Mitglieder sich freiwillig schärfere Regularien auferlegen als eigentlich vorgesehen. "Ich verstehe, dass man das Regelwerk ausreizt, aber ich habe mich vor Jahren bewusst zur MPCC bekannt. Meine Linie ist nicht die gleiche wie die von Astana oder Deceuninck-Quick Step", betonte Denk.

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Denk glaubt an saubereren Radsport

Grundsätzlich hält er den Radsport für "relativ sauber. Ich würde sagen, der Radsport ist der am dichtesten kontrollierte Sport, man hat aus der Vergangenheit gelernt", meinte Denk und bezeichnete Meinungen, wonach sich etwa am Material nicht viel verändert habe, als "Humbug".

Dass heute ähnlich schnell gefahren werde wie vor 15 bis 20 Jahren habe sehr wohl damit zu tun. Auch in puncto Trainingslehre und Ernährung sei der Radsport inzwischen auf einem viel höheren Niveau.

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Es gebe einige "Indizien, dass es fairer zugeht, es hat sich viel geändert." Beim Thema Doping, sagte Denk, "ist ja der Fußball im Vergleich nicht glaubhaft, da er sich selbst kontrolliert." Man zeige nicht mehr "nur mit dem Finger auf dem Radsport", die sportbegeisterte Bevölkerung honoriere die Fortschritte.

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