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München - Maximilian Schachmann und Lennard Kämna können sich auf der 13. Etappe nicht für starke Leistungen belohnen. Beiden fehlen zum Sieg nur wenige Meter.

Deutsches Drama statt Doppelsieg auf der 13. Etappe der Tour de France 2020!

Lennard Kämna und Maximilian Schachmann haben den Sieg auf dem wohl schwierigsten Teilstück der Tour mit sieben Bergwertungen und 4459 Höhenmeter trotz couragierter Leistungen hauchdünnn verpasst (Alle Ergebnisse & Gesamtwertung der Tour de France 2020).

Kämna belegte beim Sieg des Kolumbianers Daniel Martínez (EF Pro Cycling) nach harten 191,5 Kilometern zwischen Chatel-Guyon und Puy Mary Cantal Rang zwei, Schachmann wurde Dritter.

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Als Kämna am Puy Mary die Wiederholung seines Radsport-Krimis auf den TV-Bildschirmen erblickte, ärgerte sich der junge deutsche Radprofi gleich ein zweites Mal. "Jetzt sehe ich es...", sagte Kämna nach dem deutschen Drama im Ziel der 13. Etappe der Tour de France, "ahh... Mist... aber es ist wie es ist. Ich kann es nicht mehr ändern."

"Max hat mir das so schön vorbereitet. Ich habe das quasi auf dem Silbertablett präsentiert bekommen", sagte Kämna (Die Bergwertung der Tour de France).

Tour de France: Schachmann setzt sich ab

Schachmann, wie Kämna Fahrer vom Team Bora-hansgrohe, hatte sich zunächst von einer ursprünglich 17 Mann starken Ausreißergruppe, die nach 60 Kilometern zusammenkam und in der mit Simon Geschke ein weiterer Deutscher war, , abgesetzt (Alle Etappen der Tour de France im LIVETICKER verfolgen). 

Schachmann fuhr zunächst Ausreißer-Kollege Neilson Powless (Education First) hinterher, der am Côte d'Anglards-de-Salers, dem drittletzten Berg des Rennens, erfolgreich attackierte. Etwa 20 Kilometer vor dem Ziel gelang es dem 26-Jährigen sogar, seinen Kontrahenten abzuschütteln, sodass er als Erster über den Col de Neronne fuhr (Alle Etappen der Tour de France 2020 gibt es hier im Überblick).

Während Powless einbrach, sah es lange nach einem Etappensieg für Schachmann aus, der vor vier Wochen einen Schlüsselbeinbruch erlitten hatte. Der 24 Jahre alte Kämna verfolgte seinen Teamkollegen hinauf zum Schlussanstieg zwar gemeinsam mit Martínez, leistete aber keine Führungsarbeit.

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Doch Schachmann konnte seinen Vorsprung nicht behaupten, Martínez und Kämna kamen immer näher und schnappten ihn etwa eineinhalb Kilometer vor dem Ziel.

Während Schachmann die Kraft endgültig ausging, um um den Sieg zu kämpfen, versuchte Kämna alles und forcierte eine letzte Attacke - doch Martínez hatte im finalen Bergsprint mehr Körner und düpierte das deutsche Duo nach den wahnsinnigen Leistungen (Die Sprintwertung der Tour 2020).

Doch sowohl bei Kämna als auch bei Schachmann überwog insgesamt der Stolz über das Erreichte. Das gute Abschneiden gab beiden neue Zuversicht. "Es kommen noch ein paar Etappen. Ich hoffe, dass ich eine andere gewinnen kann", sagte Kämna.

Schachmann, der sich zwei Wochen vor dem Tour-Start das Schlüsselbein gebrochen hatte, meinte: "Am Ende wäre es schön gewesen, wenn wir den Sieg nach Hause gefahren hätten. Aber die Tour ist noch nicht vorbei."

Tour de France: Roglic verteidigt Gelbes Trikot souverän

Bereits am Donnerstag hatte Schachmann sein Glück versucht, konnte sich mit Platz sechs aber wie am Freitag nicht belohnen. Am Ende kam er 44 Sekunden hinter dem Sieger ins Ziel. Geschke wurde Siebter (Die Gesamtwertung der Tour de France).

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Im Kampf um die Gesamtwertung trumpfte erneut Primoz Roglic (Jumbo-Visma) auf. Der Slowene wurde Zwölfter und verteidigte sein Gelbes Trikot erfolgreich. In der Gesamtwertung hat er nun 44 Sekunden Vorsprung auf seinen Landsmann Tadej Pogacar (UAE-Team Emirates), der auf der Etappe zeitgleich mit ihm einfuhr, und 59 Sekunden auf Egon Bernal (Ineos), der Roglics Tempo am Schlussanstieg nicht mitgehen konnte und Zeit verlor.

"Ich bin super glücklich, wie es gelaufen ist", sagte Roglic.

Nach zwei Tagen im Zentralmassiv biegt die Große Schleife am Samstag in die entscheidende Phase in Richtung Alpen ein. Vor den Prüfungen im Hochgebirge können die Favoriten auf das Gelbe Trikot aber nochmals durchatmen. Die 194 km lange 14. Etappe von Clermont-Ferrand nach Lyon ist als Flachetappe deklariert - auch wenn das angesichts von fünf gewerteten Bergen eine ziemliche Mogelpackung ist.

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