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Belgien ist ein beliebtes Urlaubsland für Strandurlauber
Belgien ist ein beliebtes Urlaubsland für Strandurlauber © iStock
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Für viele Deutsche ist Belgien ein beliebtes Reiseziel für einen Strandurlaub aber auch ein Transitland. SPORT1 zeigt, was sie bei der Fahrt beachten müssen.

Belgien ist nicht nur für Strandurlauber ein beliebtes Reiseziel, sondern auch ein Transitland. Abhängig davon wo Sie Ihre Reise beginnen, ist es nötig, durch Belgien zu fahren, wenn Sie nach Frankreich, Großbritannien oder in die Niederlande reisen möchten.

SPORT1 hat für Sie alles zusammen, was wichtig ist, wenn Sie mit dem Auto durch Belgien fahren.

Tempolimits und Bußgelder in Belgien

Wenn Sie mit dem Pkw in Belgien unterwegs sind, gelten die folgenden Geschwindigkeitsbeschränkungen:

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  • Autobahnen: 120 km/h
  • Schnellstraßen: 120  km/h
  • Landstraßen: 90 km/h
  • Innerorts: 50 km/h

Abweichend davon gelten die Bestimmungen für Wohnmobile und Gespanne mit einem Gewicht über 3,5 Tonnen. Sie dürfen nicht schneller als 90 km/h fahren.

Belgien ist in drei Regionen mit eigenständigen Verwaltungen eingeteilt. Das sind die Wallonie, Flandern und Brüssel-Hauptstadt. Es gelten zum Teil unterschiedliche Verkehrsbestimmungen, die durch eine passende Beschilderung ausgewiesen sind. Achten Sie also auch auf die Schilder. Da es in Belgien mit Flämisch, Französisch und Deutsch drei Amtssprachen gibt, können die Bezeichnungen der Verkehrsschilder und von Orten variieren.  

Wenn es die Verkehrs- und Straßenverhältnisse erfordern, können niedrigere Geschwindigkeitsbeschränkungen streckenbezogen festgelegt werden.

Laut Automobilclub von Deutschland (AvD) beträgt das Bußgeld bei einer Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit mindestens 100 Euro. Es kann bei ausländischen Verkehrsteilnehmern vor Ort erhoben oder durch das Hinterlegen einer Kaution beglichen werden.

Die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer wird in Belgien nicht nur durch stationäre Messungen überwacht. Zum Teil wird auch die Einhaltung der Geschwindigkeit an längeren Abschnitten (Section Control) gemessen. Es wird die Durchschnittsgeschwindigkeit zwischen zwei Messpunkten bestimmt, um herauszufinden, ob ein Verkehrsteilnehmer zu schnell unterwegs ist.

Mautbestimmungen

Das gut ausgebaute Autobahnnetz in Belgien können Sie ohne eine Mautabgabe nutzen. Lediglich für den Liefkenshoek Tunnel in Antwerpen fallen Gebühren an. Der Tunnel liegt auf der Schnellstraße R2.

Fahren Sie mit einem Pkw oder einem Gespann mit einer Höhe von weniger als drei Metern durch den Tunnel, müssen sie eine Maut in Höhe von sechs Euro bezahlen. Gleiches gilt für Fahrzeuge und Gespanne mit einer Höhe von mehr als drei Metern, die zwischen 22 und 6 Uhr durch den Tunnel fahren. Fahrzeuge und Gespanne, die höher als drei Metern sind und während der Hauptverkehrszeit (6 bis 22 Uhr) durch den Tunnel fahren möchten, zahlen eine erhöhte Maut von 19 Euro.

Diese Tarife gelten für alle, die die Maut in bar zahlen. Alternativ besteht die Möglichkeit, per Kreditkarte oder per elektronischem Abrechnungssystem zu zahlen. Dadurch erhalten Sie Rabatte. Elektronische Abrechnungssysteme, die bei der Zahlung der Maut akzeptiert werden, sind:

  • DKV
  • Eurotoll
  • Axxes
  • Total AS24
  • Telepass

Auf der Website des Tunnel-Betreibers können Sie sich über die Bestimmungen informieren.

Sind Alternativrouten nach schweren Verkehrsunfälle oder aus anderen Gründen nicht passierbar, kann die Benutzung des Tunnels für mautfrei erklärt werden.

Das ist in Städten zu beachten

Finden Sie eine gelbe Markierung an einem Bordstein vor, bedeutet dies ein Parkverbot in diesem Bereich. Ein grundsätzliches Parkverbot gilt jeweils fünf Meter vor dem Beginn und hinter dem Ende eines Radwegs. Ebenso darf im Umkreis von 15 Metern um eine Bushaltestelle nicht geparkt werden.

In Kurzparkzonen dürfen Fahrzeuge an Werktagen zwischen 9 und 18 Uhr mit einer Parkscheibe bis zu zwei Stunden lang abgestellt werden.

Umweltzonen

Derzeit gibt es in Brüssel und in Antwerpen Umweltzonen. Sie gelten für Fahrzeuge, die im In- und Ausland zugelassen sind. Angesichts der aktuellen Entwicklungen ist laut Angaben des ADAC davon auszugehen, dass in Zukunft Umweltzonen in weiteren Städten hinzukommen.

In der Brüsseler Umweltzone besteht für Dieselfahrzeuge der Euro-Norm 2 und Benziner der Euro-Norm 1 derzeit ein Fahrverbot. Diese Regelungen werden in den nächsten Jahren restriktiver. Ab 2020 sind Dieselfahrzeuge der Euro-Norm 3 von dem Fahrverbot betroffen. Bis 2025 werden die Verbote schrittweise auf die Euro-Normen 5, 5a und 5b (Diesel) sowie die Euro-Norm 2 (Benziner) ausgeweitet.

Erfüllt Ihr Fahrzeug nicht die Anforderungen, um in die Umweltzone einfahren zu dürfen, können Sie bis zu achtmal pro Jahr eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Sie kostet jeweils 35 Euro.

Die Beschränkungen in Antwerpen sind abweichend geregelt. Zufahrtsberechtigt sind dort Benziner der Euro-Normen 1 bis 6 sowie Dieselfahrzeuge der Euro-Normen 4 bis 6. Diesel der Euro-Norm 3 dürfen nur mit Rußpartikelfilter einfahren.

Wenn Sie mit einem ausländischen Fahrzeug in die Umweltzonen einfahren möchten, müssen Sie sich online registrieren. Die Registrierung kann bis zu 24 Stunden nach der Einfahrt nachgeholt werden.

Die Anmeldung für die beiden Umweltzonen ist unterschiedlich geregelt. Für die Umweltzone in Brüssel führt dieser Link zur passenden Website. Für die Umweltzone in Antwerpen können Sie sich auf dieser Website anmelden. Alternativ gibt es folgende Automaten, an denen Sie sich registrieren können.

  • E313 (Fahrtrichtung Hasselt - Antwerpen): Q8-Tankstelle in Ranst
  • Vogelzanglaan 15 (Antwerpen): Esso-Tankstelle
  • Kernenergiestraat 56 (Antwerpen-Wilrijk): Mediamarkt
  • Van Immerseelstraat (Antwerpen); Tiefgarage NMBS
  • Frankrijklei 166 (Antwerpen): Tiefgarage Indigo Parking
  • Groenplaats (Antwerpen): Tiefgarage Indigo Parking

Verstöße gegen die Bestimmungen der Umweltzone werden mit einem Bußgeld von mindestens 150 Euro bestraft. Da sich in den Umweltzonen Kameras die Kennzeichen der Fahrzeuge erfassen, gilt es als sehr wahrscheinlich, dass ein Verstoß geahndet wird.

Kraftstoffpreise

Die Kraftstoffpreise sind in Belgien höher als in Deutschland. Ein Liter Superbenzin ist bis zu fünf Cent teurer als bei uns, ein Liter Diesel kostet 25 bis 30 Cent mehr. Das Tanken an Autobahntankstellen ist teurer als in Ortschaften oder an Landstraßen. Damit lohnt es sich, zum Tanken von der Autobahn abzufahren.

Die meisten Tankstellen sind in Belgien zwischen 8 und 20 Uhr geöffnet. An Autobahnen und an stark befahrenen Straßen sind die Tankstellen rund um die Uhr besetzt. Außerhalb der regulären Öffnungszeiten ist es zum Teil möglich, an Automaten zu tanken. Neben Bargeld werden in Belgien auch Kreditkarten zum Bezahlen akzeptiert.

Was muss ich in Belgien im Auto haben?

Wenn Sie mit Ihrem eigenen, in Deutschland zugelassenen Pkw unterwegs sind, benötigen Sie folgende Sicherheitsausstattung, um bei einer Verkehrskontrolle einer Bestrafung zu entgehen.

  • Warndreieck
  • Verbandskasten
  • Warnweste
  • Fahrzeugschein
  • Führerschein

SPORT1 rät: Der Führerschein und der Fahrzeugschein sollten wie alle wichtigen Reisedokumente nicht im Fahrzeug aufbewahrt werden.

Die Warnweste müssen Sie tragen, wenn Sie bei einer Panne oder einem Unfall das Auto außerhalb einer geschlossenen Ortschaft verlassen.

Nutzen Sie ein Fahrzeug, das in Belgien zugelassen ist, benötigen Sie außerdem einen Feuerlöscher und Verbandszeug.

Im Übrigen wird der in Deutschland gemachte BF17-Führerschein (Begleitetes Fahren mit 17 Jahren) in Frankreich nicht anerkannt.

Besondere Sicherheitsvorschriften

Bei den folgenden Punkten gelten für Pkw-Fahrer in Belgien dieselben Vorgaben wie in Deutschland:

  • Kindersitze
  • Telefonieren am Steuer
  • Gurtpflicht

Notfallnummern

  • Polizei: 101
  • Feuerwehr: 100
  • Rettungsdienst: 100
  • Europaweite Notruf: 112

Abhängig von der Region, in der Sie sich befinden, ist die Sprache, in der der Notruf entgegengenommen wird. Im nördlichen Teil Belgiens wird Flämisch gesprochen, im südlichen Teil Französisch. Im Osten wird entlang der deutschen Grenze Deutsch gesprochen. Die Hauptstadt Brüssel ist zweisprachig (Flämisch und Französisch).

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