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Sibylle Vogt gewann auf Noa Lea in Mannheim
Sibylle Vogt gewann auf Noa Lea in Mannheim © Marc Rühl
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Auf der Galopprennbahn in Mannheim gewinnt Sibylle Vogt auf Noa Lea das Hauptrennen. Dazu gibt es mehrerer Überraschungen und Siege heimischer Pferde.

Atemberaubend ist die Form von Sibylle Vogt – nach einer Erfolgsserie in dieser Woche in Frankreich ließ sich Deutschlands beste Amazone auch das Hauptrennen in Mannheim nicht nehmen – mit der von Champion Henk Grewe für Volker Käufling aufgebotenen 2,6:1-Favoritin Noa Lea dominierte die gebürtige Schweizerin Start-Ziel gegen die Seriensiegerin Orihime und Lucky Lips. Beim fünften Start war es der dritte Erfolg für die von Vogt exzellent gerittene dreijährige Stute.

"Meine Lieblingstaktik in Mannheim ist es, allein und ungestört an der Spitze zu gehen. Ich konnte mir alles gut einteilen", sagte Sibylle Vogt. "Sie kam mit der Bahn bestens zurecht."

Zum sehr attraktiven Toto von 7,4:1 setzte sich der von Altmeister Horst Rudolph (80) vor Ort trainierte neunjährige Oldie Pissarro auf seiner Lieblingsbahn in Szene. Lange schien der Favorit Earl vorne sein zu können, doch Pissarro schob sich noch sicher an ihm vorbei, womit eine "Mannheimer Zweierwette" perfekt wurde.

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Bemerkenswert, zu welch starker Form der Wallach bei seinem 94. Start noch einmal gefunden hat, es war sein 24. Auftritt in Mannheim. Jockey Mirko Sanna kam zum zweiten Tageserfolg. Er war eingesprungen für Nicol Polli, dessen Kind an diesem Tag erwartet wurde. "Ich muss mich bei Nicol bedanken. Pissarro ist ein Veteran auf dieser Bahn und wusste einmal mehr, was er zu tun hatte." San Diego verteidigte Rang drei. "Ich hoffe, dass Pissarro noch lange Jahre gesund bleibt“, erklärte Trainer Horst Rudolph. "Wahrscheinlich mache ich mit ihm nun Winterpause."

Aber für Horst Rudolph kam es noch besser, denn er holte sich auch die Wettchance des Tages (Ausgleich IV, 1.900 m) mit Irukandji (4,4:1), der unter Miguel Lopez beim vierten Saisonsieg gegen Tex Hollow, Adehaine und Polarstern immer wieder neu beschleunigte. Die Viererwette bezahlte 1.000:1 Euro.

Sensationeller Auftakt

Mit einem Traumergebnis für Besitzertrainerin Nastasja Volz-Degel aus St. Wendel endete die 2.500 Meter-Auftaktprüfung, denn sie stellte die beiden Erstplatzierten. Überraschend machte sich die erstmals seit September 2019 (damals noch im Besitz des Gestüts Schlenderhan) aufgebotene Amalita zur Sensations-Quote von 22,3:1 Euro mit Mirko Sanna für Eignerin Jacqueline Aumiller von der Favoritin I Hear Thunder sicher frei. Vanguard überraschte als Dritter ebenfalls sehr.

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"Ich habe sie im letzten Bogen gehen lassen", brachte Sanna seine Taktik auf den Punkt. "Amalita ist ein Riesenrennen gelaufen, sie scheint Luft für mehr zu haben. Auch mit I Hear Thunder bin ich happy, ihr wurde es vielleicht etwas zu weit", erklärte Nastasja Volz-Degel.

Erstaunlich viel Geld bezahlte der Toto auf den Heimsieg von Thunder Light (6,8:1) mit Tommaso Scardino in einem 3.000 Meter-Ausgleich IV. Die Stute aus dem Stall von Marco Klein wurde vor dem Schlussbogen nach vorne beordert und wehrte die starke, aber zu späte Schlussattacke von Germanwings ab. Bergadler, ein Trainingsgefährte der Siegerin, stand von der Spitze gut durch und belegte Rang drei. Es war bereits der vierte Saisontreffer von Thunder Light.

42,1:1 beim Auftaktsieg von Smaragd

Im reifen Alter von sechs Jahren sah man Smaragd zum ersten Mal auf einer Rennbahn. Das hinderte den von dem Iffezheimer Trainer Gerald Geisler für Hans-Werner Seidel vorbereiteten Wallach aber nicht an einem Debütsieg, mit dem man nun wahrlich nicht gerechnet hatte. Mit einer Quote von 42,1:1 war es bereits die zweite Riesenüberraschung des Tages, nachdem Smaragd mit großer Schlussoffensive Taurus und Oseleta überrollte. Anna van den Troost über ihren Erfolg: "Ich hätte das nicht gedacht, allerdings hatten mir der Trainer und der Besitzer gesagt, dass er gut vorbereitet sei." Ihr geplantes Bahrain-Engagement über Winter hat die Reiterin wegen der Corona-Pandemie zu den Akten gelegt.

Spaziergang für Kitaneso

Einen Samstags-Spaziergang absolvierte der von Marco Klein in ein 2.500 Meter-Rennen geschickte Kitaneso (2,5:1). Der Neunjährige des Stalles vom Odon enteilte schon Ende der Gegenseite der von Hypnos und Redemptorist angeführten Konkurrenz spielerisch leicht, womit das Team Tommaso Scardino/Marco Klein den zweiten Tagessieg feierte und der vierte Mannheimer Erfolg perfekt war.

Tommaso Scardino verriet anschließend: „Wir hatten lange überlegt, mit Kitaneso im Ausgleich II zu starten, aber wir wollten es ihm doch so einfach wie möglich machen. Hier hat er im Handgalopp gewonnen. Er wird die Sandbahn-Saison bestreiten und danach einen schönen Platz als Reifpferd bekommen.“

Im abschließenden Rennen der Mannheimer Saison 2020, einem 1.400 Meter-Handicap, schaffte Matthias Schwinns Betsy Coed (4,6:1) mit der Warte-Taktik unter Laura Giesgen den verdienten ersten Saisonsieg gegen die Außenseiterinnen Patty Patch und Nice Glory.

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