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© SPORT1-Grafik: Getty Images/ Imago/ Picture Alliance
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München - Die historische Qualifikation zur Rugby-WM in Japan ist für die deutsche 15er-Nationalmannschaft so nahe wie noch nie. In den Playoffs wartet zunächst Favorit Samoa.

Bei der deutschen Rugby-Nationalmannschaft lebt der Traum von der ersten WM-Teilnahme. 

Nach dem hart erkämpften 16:13-Sieg der DRV-Herren gegen Portugal darf nun tatsächlich von einem Duell mit den weltbekannten All Blacks - dem Nationalteam Neuseelands - geträumt werden. 

Als eine der wenigen verbliebenen Mannschaften mit WM-Chancen muss Deutschland in zwei noch ausstehenden Playoff-Spielen gegen Favorit Samoa antreten (30. Juni/ 14. Juli), leicht wird das mit Sicherheit nicht.

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"Samoa ist eine absolute Weltklasse-Mannschaft. Es ist eine Ehre, gegen so ein Team zu spielen", sagte Manuel Wilhelm, der Sportdirektor des Deutschen Rugby-Verbandes im Gespräch mit SPORT1. Es sei auch die Chance für die Sportler "sich auf Topniveau zu messen." Man möchte eine "konkurrenzfähige Mannschaft aufs Spielfeld bringen und sich vielleicht sogar qualifizieren."

Rugby-Wunder? Vierer-Turnier als Plan B

Sollte die direkte Qualifikation nicht klappen, gibt es eine weitere Möglichkeit - ein Vierer-Turnier Ende des Jahres.  Auf wen man dort treffen könnte, steht abgesehen von Kanada noch nicht fest. Es wird ein Team aus Asien und eins aus Afrika, "höchstwahrscheinlich Hong Kong und entweder Namibia, Zimbabwe oder Kenia", schätzt Wilhelm. 

Vom Niveau her stehen diese Mannschaften auf einer Stufe mit Deutschland, lediglich Kanada hat mehr WM-Erfahrung. Auch aufgrund der Weltranglistenplatzierung sind die "Kanadier stärker einzuschätzen." Unabhängig davon würde Deutschland "sich gewissenhaft vorbereiten und sein Bestes geben." 

Die Chance auf die WM-Teilnahme entstand kurioserweise durch Punktabzüge bei gleich drei Mannschaften - Belgien, Rumänien und Spanien - wodurch Deutschland vom letzen Platz auf Rang zwei kletterte. "Das Reglement dazu ist sehr komplex und die Kontrollmechanismen und Warnhinweise haben nicht funktioniert," so hätten sich Fehler eingeschlichen und nicht spielberechtigte Akteure wurden eingesetzt. Diese Probleme werden jetzt aber vom Weltverband "intensiv aufgearbeitet."

Mehr Rugby für Deutschland

Mit der deutschen WM-Teilnahme könnte sich auch die Dynamik und Popularität der Sportart verändern.

"Der internationale Rugby-Verband hat großes Interesse daran, zum einen wegen der stark gesteigerten Leistungen und zum anderen weil Deutschland ein interessanter Markt ist," so Wilhelm. "Rugby funktioniert in vielen Ländern der Welt," und würde auch in Deutschland bei steigender Bekanntheit beliebter werden. "Es ist ein zugänglicher Sport für die Deutschen," davon ist Wilhelm überzeugt. 

Einziger Negativpunkt beim deutschen Rugby-Verband ist der Absprung von Geldgeber Dr. Hans-Peter Wild. Die 15er-Nationalmannschaft kam durch "seine hervorragende Unterstützung erst auf ihr jetziges Niveau", man dürfe den Mannschaftsaspekt jedoch nicht außer Acht lassen. "Rugby ist größer als einzelne Individuen," dies gelte für Spieler und Verantwortliche, sagte der Sportdirektor.

Schon allein aufgrund der über 120-Jährigen Traditionsgeschichte in Deutschland sei "die Zukunft der Sportart mit Sicherheit nicht gefährdet."

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