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Bundestrainer Henning Lambertz setzt auf neue Methoden im DSV
Bundestrainer Henning Lambertz setzt auf neue Methoden im DSV © Imago
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Bundestrainer Henning Lambertz reagiert auf die Kritik von Paul Biedermann und fordert erneut eine Aufbruchstimmung im deutschen Schwimm-Sport.

Schwimm-Bundestrainer Henning Lambertz wehrt sich gegen die teils heftige Kritik an seinen Maßnahmen nach dem Olympia-Debakel. "Alle müssen den Mut haben, auf den Entscheidungen meines Teams nicht herumzuhacken, sondern sie eigenmotiviert umzusetzen", sagte Lambertz: "Ich vermisse bei einigen die Aufbruchstimmung, die Haltung: Jetzt packen wir es an!"

Lambertz betonte, dass grundlegende Änderungen unabdingbar seien, um zumindest wieder den Anschluss an die Weltspitze zu erlangen. "Wenn in zwei Jahren zu sehen ist, dass zum Beispiel das Kraftkonzept keine Verbesserung bringt, dann können wir es abändern, in den Papierkorb schmeißen oder mich mit Schimpf und Schande vom Hof jagen", sagte der 46-Jährige: "Aber wir müssen etwas probieren!"

Biedermann übt Kritik

Lambertz hatte als Konsequenz aus dem schlechten Abschneiden in Rio de Janeiro, wo die Schwimmer ohne Medaille geblieben waren, unter anderem ein neues Kraftkonzept verbindlich vorgegeben, die Zentralisierung vorangetrieben und die Normen für Großereignisse deutlich erhöht.

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Der Bundestrainer versuche, "allen eine Doktrin aufzudrücken, von der nur er selbst überzeugt ist", sagte Ex-Weltmeister Paul Biedermann der Süddeutschen Zeitung. Mit dem Weltrekordler will sich Lambertz bei der am Donnerstag beginnenden DM in Berlin (bis 18. Juni) aussprechen.

Auch Biedermanns langjähriger Heimtrainer Frank Embacher kritisierte Lambertz scharf. "Wer nicht bei seinem System mitmacht, hat keine Chance bei ihm. Da kann ich verstehen, wenn Betroffene von Nötigung sprechen", sagte Embacher.

Lambertz im Rechtsstreit mit dem DSV

Der frühere Bundesstützpunkttrainer in Halle/Saale befindet sich derzeit im Rechtsstreit mit dem Deutschen Schwimm-Verband (DSV) wegen seines Anfang Januar ausgelaufenen Vertrages.

In den vier Kernstützpunkten in Essen, Hamburg, Heidelberg und Berlin hat Lambertz inzwischen Leute als hauptverantwortliche Trainer installiert, die seinem Weg folgen. Bei einigen Trainern und Athleten müsse er aber "extrem dicke Bretter bohren", gab Lambertz zu.

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