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Schwimm-WM: Leonie Beck holt Bronze im Freiwasser über 5 Kilometer
Schwimm-WM: Leonie Beck holt Bronze im Freiwasser über 5 Kilometer © Getty Images
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Nächste Medaille für die deutschen Freiwasser-Schwimmer. Leonie Beck kämpft sich zu Bronze. Allerdings muss sie zwischenzeitlich zehn Minuten zittern.

Als Leonie Beck nach fünf Kilometern und packendem Endspurt mit den Fingern anschlug, spielte die Anzeigetafel verrückt.

Auf Platz zwei leuchtete der Name der Freiwasserschwimmerin auf - WM-Silber. "Das war falsch, das wusste ich", berichtete die Vizeeuropameisterin. Plötzlich verschwand sie ganz aus den Medaillenrängen. Gut zehn Minuten lang tigerte die 22-Jährige nervös auf dem Ponton im EXPO Ocean Park in Yeosu hin und her, bis die Durchsage kam: Bronze für Beck - zeitgleich mit der Amerikanerin Hannah Moore.

"Ich habe mit den Fingerspitzen angeschlagen, deshalb war ich mir überhaupt nicht sicher", sagte die Würzburgerin, die sich drei Tage zuvor über die doppelte Distanz als Neunte für die Olympischen Spiele 2020 qualifiziert hatte. Da hatte sie sogar über 20 Minuten warten müssen, bis ihr Ergebnis offiziell und das Ticket nach Tokio gelöst war. 

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"Die WM ist supergut gelaufen für mich", resümierte Beck (57:58,0 Minuten) nach dem erneuten Nervenspiel beim Sieg der Brasilianerin Ana Marcela Cunha erleichtert, "die Medaille wäre für mich nichts wert, wenn ich die Olympia-Quali nicht geschafft hätte." Nach dem Triumph von Florian Wellbrock und Bronze von Rob Muffels über zehn Kilometer war es bereits das dritte Edelmetall für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) an vier Freiwasser-Tagen.

"Wieder in der Weltspitze angekommen"

"Das ist der absolute Hammer", meinte Beck, "die deutschen Schwimmer sind wieder in der Weltspitze angekommen." 

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Dort sieht sich die frühere Beckenschwimmerin nach zweimal Silber bei der EM vor einem Jahr in Schottland über fünf Kilometer und in der Staffel und nun ihrer ersten WM-Medaille auch selbst: "Ich gehöre zu den Top Ten weltweit. Und nächstes Jahr ist Olympia..."

In Tokio traut Bundestrainer Stefan Lurz ihr eine weitere Steigerung zu. "Es kommt ihr entgegen, dass da nur 25 schwimmen. Und sie hat ein weiteres Jahr, um zu lernen, nicht immer an Bojen in Grabenkämpfen ein paar Plätze zu verlieren", meinte der Chefcoach: "Wenn sie weiter so fleißig ist und Erfahrung sammelt, kann es noch den einen oder anderen Platz nach vorne gehen."

Bundestrainer will Aufschwung nach Tokio mitnehmen

2016 in Rio endeten ihre ersten Olympischen Spiele mit Tränen, als sie als 21. über 800 m Freistil ihre eigene Bestzeit deutlich verpasste. "Ich habe überlegt aufzuhören", sagte Beck, die aber im Freiwasser eine zweite Chance suchte. Bei ihrer ersten WM vor zwei Jahren enttäuschte sie als 24. über fünf Kilometer. "Ich gebe ja nicht auf, weil ein Wettkampf schlecht ist", betonte sie.

Nach dem "Schlag ins Gesicht" 2017, als die Freiwasserschwimmer erstmals bei einer WM ohne Edelmetall blieben, fiel Bundestrainer Lurz in Südkorea "ein Stein vom Herzen". Mit dem neuen Vorschwimmer Wellbrock, der in der nächsten Woche auch in den Beckenrennen in Gwangju über 800 und 1500 m Freistil Medaillen gewinnen will, sieht Lurz sein Team im "Aufschwung - ich hoffe, den nehmen wir bis Tokio mit". 

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