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Druck auf DSV-Präsident Marco Troll wächst
Druck auf DSV-Präsident Marco Troll wächst © AFP/SID/RONNY HARTMANN
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Der Gegenwind für die Führungsspitze des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) wird immer heftiger.

Der Gegenwind für die Führungsspitze des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) wird immer heftiger. In einem weiteren Brief an das Präsidium und den Vorstand, der unter anderem von den Bundestrainern, den Athletensprechern und den Ex-Stars Franziska van Almsick, Britta Steffen und Paul Biedermann unterzeichnet ist, wird vor allem der neue DSV-Präsident Marco Troll erneut scharf kritisiert.

Es sei "nicht zu erkennen, dass Sie noch 'Herr der Lage' sind und ob Sie sich der Lage überhaupt bewusst sind", heißt es in dem Schreiben, das dem SID vorliegt. "Diese Krise zur Unzeit" sei durch den Vorstand und insbesondere durch Troll "selbst verursacht" worden: "Ein solches Ausmaß einer Krise gab es zuvor im DSV noch nicht."

Die Unterzeichner des Briefes bemängelten eine "intransparente und diffuse Kommunikation", die einen tiefen Graben innerhalb des Verbandes aufreißen würde, "der uns bestürzt". Ein geeignetes Krisenmanagement und ein strukturiertes und zukunftsweisendes Vorgehen sei nicht zu erkennen.

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In dem Brief werden Präsidium und Vorstand aufgefordert, Fragen unter anderem zur Besetzung des vakanten Sportdirektor-Postens, zu den Gründen der Trennung von Thomas Kurschilgen und zur Finanzsituation des DSV noch vor der angesetzten Videokonferenz mit den verantwortlichen Bundestrainer "ausführlich schriftlich" zu beantworten.

Troll hatte am Rande der Olympia-Qualifikation in Berlin ein Gespräch mit den Bundestrainern in dieser Woche angekündigt. Er wolle die seit seiner Wahl im November 2020 aufgekommenen Unstimmigkeiten aus dem Weg räumen. 

In dieser Woche will das Präsidium zudem über den neuen Leistungssportdirektor entscheiden. Mit dem von den Bundestrainern und Athletensprecherin Sarah Köhler ins Gespräch gebrachten Michael Groß hat Troll Gespräche geführt, "aber nicht nur mit ihm, sondern mit anderen auch". 

Seine Kritiker sehen darin eine Hinhaltetaktik. "Trotz mehrfacher Bekundung seiner Bereitschaft zur Unterstützung des DSV wird stattdessen die Entscheidung mit weiteren unbenannten Bewerber*innen verschleiert und hinausgezögert, was rufschädigend für Herrn Dr. Groß ist und seine Bereitschaft für eine Zusammenarbeit mit dem DSV für immer verschließen könnte", heißt es in dem Brief.

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