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Mercedes bestreitet in Hockenheim sein 200. Rennen als Werksteam
Mercedes bestreitet in Hockenheim sein 200. Rennen als Werksteam © Getty Images
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Alfred Neubauer ging es nicht darum, einen Mythos zu erschaffen.

Der legendäre Rennleiter wollte bloß ein paar Gramm sparen. So zumindest will es die Legende. Juni 1934, Eifelrennen am Nürburgring, Mercedes fieberte dem Debüt seines neuen W25 entgegen - doch der überschritt das erlaubte Maximalgewicht. Also gab Neubauer kurz vor dem Start das Kommando: "Der Lack muss ab". Und der erste Silberpfeil war geboren.

20 Jahre später startete Mercedes erstmals in der Formel 1, und 85 Jahre später feiert das deutsche Werksteam nun Jubiläum: Ausgerechnet beim Großen Preis in Hockenheim am 28. Juli bestreitet Silber sein 200. Rennen in der Königsklasse des Motorsports.

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"Ein ganz besonderes Wochenende" sei das, sagt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff, "wir sind unheimlich stolz, das nächste Kapitel in dieser Geschichte schreiben zu dürfen." Für den runden "Geburtstag" ausgerechnet in Hockenheim, rund 120 Kilometer von der Zentrale in Stuttgart entfernt, haben die Serienweltmeister in gewisser Weise übrigens selbst gesorgt.

Mercedes mit Gedenk-Lackierung

Denn der Autobauer sprang als Titelsponsor für den stets klammen Grand Prix ein, der sonst in diesem Jahr wohl nicht stattgefunden hätte. "Mercedes hat mit seinem Engagement das Rennen 2019 erst möglich gemacht", sagte Hockenheimring-Geschäftsführer Georg Seiler. 

Ab dem freien Training am Freitag wird Mercedes nun "mit einer Gedenk-Lackierung antreten, die unserer Geschichte Respekt zollt", sagte Wolff. Und mit dieser Lackierung dreht das Team die Uhr weit zurück, es wird erinnert an die Zeit vor Neubauers Geistesblitz. Denn die an diesem Wochenende teilweise weißen Mercedes-Autos erinnern an die ursprüngliche Rennsportfarbe der Marke mit dem Stern.

In der Formel 1 war Mercedes aber stets in Silber unterwegs, und noch eine Konstante gibt es: Wenn das Werk am Start war, dann hat es die Formel 1 geprägt. In der damals noch jungen Serie traten die Silberpfeile nur 1954 und 1955 an, dank der zwei WM-Titel der argentinischen Rennfahrerlegende Juan Manuel Fangio brannten sie sich dennoch gleich ein in die Historie der Königsklasse.

2010: Comeback in der Formel 1

Es folgte eine mehr als 50-jährige Abstinenz, in der Mercedes sich zunächst als Motorenlieferant wieder herantastete. 2010 folgte dann das Comeback mit einem eigenen Rennstall - und der Neuanfang war schwer. Rekordweltmeister Michael Schumacher und Nico Rosberg konnten der Vorlage Fangios nicht gerecht werden, das Auto war einfach zu schwach. Sebastian Vettel fuhr mit Red Bull Triumphe und WM-Titel in Serie ein, für Mercedes stand in den ersten drei Jahren nach der Rückkehr dagegen nur ein einziger Sieg in den Ergebnislisten.

Im Konzern fing es schon bald an zu rumoren, das teure Silberpfeil-Projekt wurde hinterfragt. Es musste etwas geschehen, und es geschah etwas. Lewis Hamilton kam für Schumacher, Toto Wolff ersetzte Norbert Haug als Motorsportchef, Niki Lauda übernahm als Aufsichtsratsvorsitzender Anteile am Team.

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Und Mercedes nahm deutlich mehr Geld in die Hand. Mit der Einführung der neuen Turbo-Hybrid-Motoren 2014 begann dann endgültig die zweite Ära der Silberpfeile, der Erfolg hat bis heute aber viel mehr Gründe als einen überlegenen Antrieb und den Ausnahmepiloten Hamilton. Mercedes gibt in allen Bereichen das Tempo vor. Das gilt auch rund um das 200. Rennen.

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