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München - Sausende Äxte und kreischende Sägen, das ist Timbersports. Am Samstag kämpfen die besten deutschen Athleten um den Meistertitel. SPORT1 erklärt das Phänomen Sportholzfällen.

Kreischende Motorsägen, gewaltige Äxte und kraftvolle Kerle - Timbersports ist ein wahres Spektakel.

In Ozeanien und Nordamerika lockt der sportliche Wettkampf mit Sägen und Äxten regelmäßig Tausende von Zuschauern an die Wettkampfstätten - und auch im Fernsehen sind die Sportholzfäller gern gesehene Gäste.

Auch in Europa erarbeitet sich der spektakuläre Sport eine immer größere Fangemeinde. In Deutschland steht am kommenden Samstag der Kampf um die Meisterschaft 2019 an.

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Vor dem Showdown erklärt SPORT1, was man über diese einzigartige Extremsportart wissen muss.

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Geschichte

Der Sport stammt von der australischen Insel Tasmanien. 1891 fand in der dortigen Stadt Latrobe die erste Holzhacker-Weltmeisterschaft statt. Vom Pazifischen Ozean kam das Holzfällen als Wettkampfsport in die USA und nach Kanada.

Dort wurde er mit der STIHL TIMBERSPORTS Serie 1985 professionalisiert. Es entstanden Trainingscamps und Meisterschaften. 16 Jahre später feierten die Holzliebhaber auch in Deutschland ihre Premiere. Die wenigsten Sportler sind jedoch Profis, viele üben nebenbei verschiedene Berufe aus.

Die erste Deutsche Meisterschaft fand 2001 statt, die erste offizielle Weltmeisterschaft ging 2005 in Virginia Beach über die Bühne. Von 2002 bis einschließlich 2008 fand jährlich auch eine Europameisterschaft statt.

Seit 2016 kämpfen auch Frauen um die Deutsche Meisterschaft im Holzfällen, bislang konnte sich Svenja Bauer drei Mal durchsetzen. Seit 2017 geht auch der Nachwuchs in der Kategorie "Rookies" an den Start.

Disziplinen

"The original extreme sport" erfordert in sechs Disziplinen Kraft, Ausdauer und eine präzise Technik.

Springboard: Die Sportler hacken mit der Axt Kerben in einen Baumstamm, um so ein Brett als Standfläche anbringen zu können. Diesen Vorgang absolvieren sie zweimal, bis sie an der Stammspitze ein Holzstück abschlagen können. Derjenige mit der besten Zeit siegt.

Standing Block Chop: Hier soll das Baumfällen nachempfunden werden. Die Athleten versuchen, einen stehenden Holzblock mit einer Axt durchzuschlagen. Auch hier gewinnt der schnellste Teilnehmer.

Underhand Chop: Nachdem der Stamm am Boden liegt, muss dieser mit der Axt gespalten werden. Das versucht man in dieser Disziplin zu simulieren. Der Sportler steht dabei auf dem Stamm. Wer sein Holz zuerst in zwei Teile gehackt hat, ist der Sieger.

Stock Saw: Mit einer Motorsäge werden in einer Abwärts- beziehungsweise Aufwärtsbewegung zwei Stücke von einem Stamm abgeschnitten. Die zwei Holzscheiben müssen möglichst gleichmäßig sein.

Single Buck: Hier wird mit einer Einmannzugsäge ein Stück Holz von einem Block abgesägt. Helfer dürfen die Säge mit einem Ölgemisch besprühen. Dieser Wettkampf geht wieder auf Zeit.

Hot Saw: Ähnlich wie der "Stock Saw". Die Holzhacker versuchen mit einer Motorsäge drei möglichst gleichgroße Stücke von einem Stamm abzutrennen.

Zwei Herausforderer können "Meister Ebner" schlagen

Die Favoriten auf die Deutsche Meisterschaft

Dirk Braun ist einer der beiden Stars im ewigen Zweier-Duell der Deutschen STIHL TIMBERSPORTS Serie. Der Winterberger ist achtfacher deutscher Champion und tauchte bei einigen Weltmeisterschaften unter den Top fünf auf.

Sein Dauerrivale auf nationaler Ebene heißt Robert Ebner (6x Deutscher Meister). Er ist der Titelverteidiger und seit über zwei Jahren auf nationaler Ebene ungeschlagen. Bei der WM 2010 belegte er den zweiten Platz hinter Superstar Jason Wynyard.

Auch Danny Mahr zählt in diesem Jahr zu den absoluten Favoriten auf den Titel. Er geht als Deutscher Vizemeister an den Start und lieferte sich bereits beim Amarok Cup 2019 einen spannenden Dreikampf mit Braun und Ebner bis zur letzten Disziplin.

Die Deutschen Meister in der Übersicht

2001: Werner Brohammer
2002: Werner Brohammer
2003: Werner Brohammer
2004: Werner Brohammer
2005: Dirk Braun
2006: Dirk Braun
2007: Dirk Braun
2008: Robert Ebner
2009: Robert Ebner
2010: Robert Ebner
2011: Dirk Braun
2012: Robert Ebner
2013: Dirk Braun
2014: Dirk Braun
2015: Dirk Braun
2016: Dirk Braun
2017: Robert Ebner
2018: Robert Ebner
2019: 31. August in Oberhof

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Die größten Timbersports-Stars im Kurzüberblick

- Jason Wynyard (Neuseeland): Er ist der größte Namen im Timbersports. Neun Mal setzte er sich bereits die WM-Krone auf und kürte sich seit 1997 unfassbare 14 Mal zum König der Champions Series. Dazu hält er den Weltrekord im Standing Block Chop (12.33 Sekunden bei der Weltmeisterschaft 2007) und zahlreiche nationale Rekorde.

- David Bolstad (Neuseeland): Bolstadt unterbrach 2007 und 2008 die Siegesserie von Jason Wynyard bei Weltmeisterschaften. Zwischen 2001 und 2008 war er fünf Mal Champion der Timbersports Series. 2011 verstarb er allerdings überraschend nach einem Wettbewerb in Waiuku (Neuseeland).

- Brad De Losa (Australien): Bei den Australian Championship konnte er sich bisher lediglich ein Mal zum Sieger küren (2017). Aber international gehört De Losa zu den ganz großen Namen. In der Champions Trophy triumphierte er 2014, 2015 und 2017 und kürte sich 2013 zum Weltmeister. In der Champions Trophy hält er mit 57.59 Sekunden den Weltrekord und stellte bei der Weltmeisterschaft 2017 den Australischen Rekord (11.06 Sekunden) in Stock Saw aus.

- Laurence O'Toole (Australien): Er krönte sich 2018 zum ersten Mal zum Weltmeister und wurde bereits vier Mal Australian Champion. Dazu gewann er 2018 die Timbersports Series. Im Hot Saw hält er den australischen Rekord. Bei der Weltmeisterschaft 2018 brauchte er lediglich 5.79 Sekunden, um eine Scheibe von dem 46cm-Stamm abzusägen.

- Stirling Hart (Kanada): Das 29-jährige Kraftpaket konnte 2018 die STIHL TIMBERSPORTS Champions Trophy für sich entscheiden. Hart ist aktueller Weltrekordhalter im "Springboard". 2016 konnte er einen Springboard-Wettkampf in 35.67 Sekunden entscheiden.

- Matthew Cogar (USA): Der Vize-Weltmeister war so etwas wie der "ewige Zweite". Bei den Weltmeisterschaften 2013, 2016 und 2018 musste er sich jeweils mit Silber zufrieden geben. Aber bei der STIHL TIMBERSPORTS Champions Trophy 2019 hat er endlich seinen ersten großen Titel errungen und ist nun endgültig einer der Stars der Timbersports-Szene.

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STIHL TIMBERSPORTS Series

Nachdem es bereits zahlreiche Wettbewerbe im Timbersports gegeben hatte, hat die ANDREAS STIHL AG & CO. KG im Jahr 1985 in den USA die STIHL TIMBERSPORTS Series als Meisterschaftsserie ins Leben gerufen. Das war der Startschuss für einen globalen Wettkampf der besten Holzfäller.

Mittlerweile ist die Series die Königsklasse im Sportholzfällen und organisiert Wettkämpfe auf nationaler und internationaler Ebene. In Europa ist die Series seit 2001 beheimatet. Nationale Meisterschaften und die Europameisterschaft sind mittlerweile fester Bestandteil des Timbersports-Wettkampfkalender.

Seit 2005 treffen sich die besten Sportholzfäller der Welt jährlich bei der STIHL TIMBERSPORTS Series Weltmeisterschaft und küren ihren Champion.

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