Nach Finaleinzug: Zverev träumt von Titel
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Alexander Zverev spielt sich sensationell ins Finale der ATP Finals vor. Dort wartet Dominator Novak Djokovic. Zverev hat diesen aber schon einmal besiegt.

Das hat es seit 22 Jahren nicht mehr gegeben: Mit Alexander Zverev steht zum ersten Mal seit Boris Becker 1996 wieder ein Deutscher im Finale des Jahresabschlussturniers der ATP-Tour. Auf dem Weg zum wohl größten Match seiner Karriere räumte der 21-Jährige im Halbfinale keinen Geringeren als Finals-Rekordsieger Roger Federer mit 7:5, 7:6 aus dem Weg.

Zverevs Triumph wurde allerdings von einer Kontroverse im abschließenden Tiebreak überschattet: Der Deutsche unterbrach regelkonform einen Ballwechsel, in dem Federer am Drücker war, weil ein Balljunge auf der Platzseite des Schweizers einen Ball fallen ließ.

Zverevs Aktion war zwar regelkonform, brachte aber das Londoner Publikum gegen ihn auf, das ihn beim Siegerinterview ausbuhte und auspfiff. "Ich wollte nicht, dass es so endet", sagte Zverev nach dem Sieg gegen sein Kindheitsidol aus der Schweiz: "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich bin gerade ein bisschen verloren."

Federer springt Zverev zur Seite

Federer sprang seinem Kontrahenten später zur Seite: "Der Balljunge hat gesagt, was passiert ist. Der Linienrichter hat es bestätigt. Der Schiedsrichter hat ihnen geglaubt, und er hatte Recht. Es ist also normal, den Punkt zu wiederholen."

Dennoch bekam Zverevs Sternstunde durch die Reaktion des Publikums einen faden Beigeschmack. Im Finale des Abschlussturniers der besten acht Tennisspieler des Jahres kann sich der 21-Jährige allerdings keine Ablenkung leisten. Am Sonntag kommt es zum Wiedersehen mit dem Weltranglistenersten Novak Djokovic (Tennis, Finale Alexander Zverev vs. Novak Djokovic ab 19 Uhr im LIVETICKER).

Der seit Wochen schier unbesiegbare Serbe fegte im Halbfinale am Samstag Kevin Anderson (Südafrika) in der Neuauflage des Wimbledon-Finales mit 6:2, 6:2 vom Platz. Damit bleibt der "Djoker" im Turnierverlauf weiterhin ohne Satz- und sogar Aufschlagverlust. In der Gruppenphase hatte er Finalgegner Zverev bereits mit 6:4, 6:1 deklassiert.

Mut machen könnte Zverev der erste Satz, bei dem er lange Zeit auf Augenhöhe mit dem Tour-Dominator agierte. Nachdem Zverev allerdings selbst Breakchancen vergab, verlor er den Faden und Djokovic dominierte von da an nach Belieben.

Zverev mit meisten Siegen auf der Tour

Zverev muss sich aber nicht verstecken, immerhin hat er mit 57 Siegen die meister aller ATP-Profis in dieser Saison auf seinem Konto - das hat er auch seinem bärenstarken ersten Aufschlag zu verdanken.

Diesen wird er auch gegen Djokovic dringend benötigen. Doch selbst wenn ihm dies gelingt, muss Zverev darauf vorbereitet sein, dass er gegen den besten Returnspieler der Welt weniger freie Punkte als gegen jeden anderen Spieler kriegt.

Nur wenn Zverev konsequent am Drücker bleibt und sich nicht in seine Komfortzone hinter die Grundlinie zurückfallen lässt, hat er eine Chance gegen Djokovic. Denn werden die Ballwechsel länger, wird Djokovic den Großteil für sich entschieden.

Spannend wird auch sein, wie sich das Publikum gegenüber Zverev nach dem Balljungen-Eklat gegen Federer verhält und wie Zverev mit seinen Emotionen umgeht.

Bilanz und Form spricht für Djokovic

Die Bilanz ist mit 1:2 aus Zverevs Sicht noch relativ ausgeglichen und der Hamburger hatte Djokovic erst im vergangenen Jahr noch geschlagen.

Allerdings war der Serbe damals nicht annähernd in der Form, in der er sich aktuell befindet. In den beiden Partien danach hat Zverev in vier Sätzen gerade einmal acht Spiele gewinnen können.

Die Favoritenrolle ist daher klar verteilt - doch es wäre nicht das erste Mal, dass Zverev für eine große Überraschung sorgt. 

Das Finale der ATP Finals in London:

Alexander Zverev (Deutschland) - Novak Djokovic (Serbien) - Sonntag ab 19 Uhr im LIVETICKER

So können sie die ATP Finals LIVE verfolgen:

TV: Sky
Stream: Sky Go
Liveticker: SPORT1.de

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