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Tennis: Alexander Zverev rutscht tiefer in Krise -"Bin in einem Loch"
Tennis: Alexander Zverev rutscht tiefer in Krise -"Bin in einem Loch" © Getty Images
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Alexander Zverev scheitert auch in Barcelona bereits früh und kassiert den nächsten Nackenschlag. Über den Grund rätselt er und muss dabei auf seinen Coach verzichten.

Alexander Zverev suchte nach dem neuerlichen Nackenschlag gar nicht erst nach Ausflüchten.

"Ich bin in einem Loch, und ich weiß nicht, wie ich herauskomme", gab der deutsche Tennis-Jungstar unumwunden zu. Nachdem er beim ATP-Turnier in Barcelona sein Auftaktmatch gegen den weitgehend unbekannten Chilenen Nicolas Jarry verloren hat, steckt Zverev endgültig in der ersten echten Krise seiner Karriere - und wirkt dabei zunehmend ratlos. 

Die 6:3, 5:7, 6:7 (5:7)-Niederlage in der zweiten Runde war für den 22-jährigen Zverev das fünfte frühe Aus in Serie. Seitdem er in Acapulco/Mexiko Anfang März das Finale erreicht hatte, verlor Zverev sechs von neun Matches. "Ich spiele einfach schlecht, das ist kein Geheimnis", meinte er nun ernüchtert: "Ich schaffe keinen einzigen beeindruckenden Schlag, verschlage eine Rückhand nach der anderen, mache Doppelfehler." 

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Zverev gehen die Argumente aus

Dabei hatte sich Zverev extra nachträglich für Barcelona angemeldet, um sich über zusätzliche Matches wieder mehr Sicherheit zu holen - wie bereits zwei Wochen zuvor im marokkanischen Marrakesch. Doch wer immerzu früh verliert, erhält auch keine Spielpraxis. Und während die Pleiten zu Beginn des Frühjahrs noch mit Oberschenkelproblemen, den Folgen einer Fußverletzung oder einem Infekt und dessen Nachwirkungen zu erklären waren, gehen Zverev langsam die Argumente aus.

Zu allem Überfluss kann er Hilfe von seinem im Vorjahr verpflichteten "Super-Coach" Ivan Lendl derzeit nur aus der Ferne erhalten. "Er kann im Frühjahr nicht in Europa sein, weil er starke Pollen-Allergien hat", sagte Zverev im Gespräch mit Sport Bild. Eine weitere Baustelle tut sich zudem neben dem Platz auf, wo sich Zverev im Rechtsstreit mit seinem Ex-Manager Patricio Apey (53) befindet.

ATP-Finale aktuell außer Reichweite

Bekommt der gebürtige Hamburger seine Probleme nicht bald in den Griff, droht ihm auch in der Weltrangliste ein böser Absturz. Beim Sandplatz-Turnier in der kommenden Woche in München und dem Masters in Madrid, die er jeweils im Vorjahr gewann, sowie beim anschließenden Masters in Rom, wo er im Finale stand, hat er enorm viele Punkte zu verteidigen. Noch ist Zverev Dritter, was seinen aktuellen Leistungsstand aber kaum widerspiegelt.

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Das Jahres-Ranking verrät dagegen schon jetzt, wie es um Zverevs Form tatsächlich bestellt ist. In der Qualifikation für das ATP-Finale der besten acht Spieler in London rangiert er derzeit jenseits der Top 20. Es ist jenes Event, mit dessen Gewinn Zverev Ende 2018 vermeintlich seinen endgültigen Durchbruch gefeiert hatte. 

Um zurück auf dieses Niveau zu kommen, muss sich Zverev schnellstmöglich stabilisieren. Das geht nur über Matches. Immerhin: Durch sein frühes Ausscheiden in Barcelona hat er nun theoretisch wieder Zeit, bei einem am Freitag in München angesetzten Promidoppel mit Topmodel Lena Gercke unter anderem gegen Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder anzutreten. Ob auch das als Spielpraxis zählt, darf allerdings bezweifelt werden.

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