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Roger Federer spielt beim "Match for Africa" in Südafrika. Damit tritt er zum ersten Mal im Geburtsland seiner Mutter auf und reagiert sehr emotional.

Tränen bei Federer!

Beim "Match for Africa" in Kapstadt wird Roger Federer nach dem Spiel von seinen Gefühlen übermannt und auch auf der späteren Pressekonferenz sind seine Augen noch feucht.

Auslöser dieses rührenden Moments war kein neuer Meilenstein in seiner an Rekorden so reichen Karriere, sondern seine Mutter, die nach dem Spiel den Court betrat. Es war Federers emotionaler Höhepunkt einer Reise zu seinen Wurzeln.

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Zwar ist der Tennis-Superstar in Basel geboren und in der Schweiz aufgewachsen, durch seine Mutter ist er jedoch eng mit dem Kap der guten Hoffnung verbunden - immerhin ist Lynette Federer eine gebürtige Südafrikanerin. "Wie jedes Kind hat er einiges vom Vater, aber auch einiges von der Mutter geerbt. Ich habe das Gefühl, seine Lockerheit, Offenheit, Umgänglichkeit und seine lustige Art sind eher südafrikanisch", bescheinigte sie ihrem Sohn daher im Tagesanzeiger auch südafrikanische Eigenschaften.

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Inwieweit diese Einschätzung zutrifft, sei nun dahingestellt - zumal sich Roger Federer selbst als Schweizer sieht. "Ich weiss, wo ich aufgewachsen bin, welchem Land ich alles zu verdanken habe", bestätigte er auf der Pressekonferenz vor dem Match nochmal sein Heimatland, ohne seine Wurzeln jedoch zu verleugnen: "Wenn die Südafrikaner möchten, dass ich einer von ihnen bin, sage ich: sehr gerne, kein Problem!"

Seine Nähe zu Afrika beweist er bereits seit 2010. Damals rief er die "Match for Africa"-Serie ins Leben und tritt seitdem immer wieder für den guten Zweck zu Show-Matches an. Das gesammelte Geld fließt in die Roger Federer Foundation, die den Zugang zu Bildung und Sport für Kinder in Afrika stärken will. Das Match in Südafrika war bereits die sechste Ausgabe des "Macht for Africa", fand aber zum ersten Mal in Afrika selbst statt.

Papa Federer wandert aus

Zustandegekommen ist diese familiäre Konstellation durch die Abenteuerlust von Papa Federer. 1969 - im Alter von 23 Jahren - zog es Robert Federer in die Ferne und die Wahl fiel eher zufällig auf Südafrika. "Australien war eine Option. Die haben damals Einwanderer gesucht und haben den Leuten gar das Flugticket bezahlt", erinnerte er sich im Blick an diese Zeit.

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Zum Glück für ihn hat er sich für Südafrika entschieden. Dort lernte er eben jene Lynette kennen, mit der er seitdem glücklich durchs Leben geht. Das Ergebnis dieser Liebe ist Roger Federer, der neben seiner Schweizer Staatsbürgerschaft auch den südafrikanischen Pass besitzt.

Mit seinem ersten großen Auftritt in der Heimat seiner Mutter hat er sich nun einen Traum erfüllt. Vor allem, da die Liebe auf Gegenseitigkeit zu beruhen scheint. "Wenn er spielt, läuft das Buschtelefon heiß", ist Lynette im Tagesanzeiger vom Stolz der Südafrikaner auf Roger Federer überzeugt.

Besondere Ehre für Federer

Wie groß die Begeisterung für ihn in Südafrika ist, bekam er gleich mehrfach zu spüren. Sein größter Gänsehautmoment war das Treffen mit Siya Kolisi. Der Kapitän der südafrikanischen Rugby-Mannschaft überreichte ihm ein Trikot der Springboks. "Ich habe es sofort übergezogen, um zu zeigen, was es mir bedeutet."

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Auch die Zuschauermassen bei seinem Show-Match gegen Rafael Nadal belegen die Aussage seiner Mutter. Ganze 51.954 begeisterte Federer-Fans strömten ins Cape Town Stadium, um ihr Idol zu sehen und stellten damit einen neuen Zuscherrekord im Tennis auf. Ein Beweis der Zuneigung, der Federer überwältigt hat: "Es bedeutet mir einfach alles - und ich werde es nie vergessen."

Nach dem Match verlängert Federer seinen Aufenthalt noch um anderthalb Tage, um Sightseeing mit seiner Familie zu machen und die entfernte Verwandtschaft zu besuchen. "Leider haben wir nicht mehr so viele Familienmitglieder wie früher. Darum ist dieser Trip so speziell. Ich werde viele treffen, die ich schon lange nicht mehr gesehen habe."

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