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Patrick Kühnen (r.) spricht über die Zusammenarbeit von Alexander Zverev (l.) und David Ferrer
Patrick Kühnen (r.) spricht über die Zusammenarbeit von Alexander Zverev (l.) und David Ferrer © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Imago/iStock
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Patrick Kühnen traut David Ferrer zu, Alexander Zverev auf ein neues Level zu bringen. Im Gespräch mit SPORT1 schildert er seine Erwartungshaltung an Zverev.

Obwohl sich die Tennis-Tour seit Mitte März wegen der weltweiten Corona-Pandemie in einer ungewollten Zwangspause befindet, stand Alexander Zverev - öfter als ihm lieb sein kann - negativ in den Schlagzeilen. 

Bei der von Novak Djokovic initiierten Adria Tour in Serbien feierte er mit seinen Kollegen eine Party ohne Einhaltung der Hygieneregeln, eine von ihm selbst angekündigte Selbst-Isolation hielt er wenig später nicht ein und feierte lieber weiter.

Am Mittwoch sagte die deutsche Nummer eins dann seine Teilnahme am Einladungsturnier in der kommenden Woche in Berlin ab. "Ich habe die Entscheidung getroffen, für den Moment mit meinem Team zu trainieren und keine offiziellen Events zu spielen", schrieb der Weltranglistensiebte am Mittwoch bei Instagram.

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Zu seinem Trainer-Team gehört aktuell auch David Ferrer. Zverev und der 38-jährige Spanier werden in den kommenden zwei Wochen testen, ob eine längere Zusammenarbeit für beide Seiten Sinn macht.

Kühnen: Ferrer kann ein Gewinn für Zverev sein

Der ehemalige deutsche Davis-Cup-Kapitän Patrik Kühnen hält diese Kombination jedenfalls für "sehr spannend".

"Durch die Spielweise, die Ferrer an den Tag gelegt hat - sehr fokussiert, diszipliniert, sehr auf Beinarbeit ausgelegt - kann er ein Gewinn für Zverev sein. Andererseits hängt viel von Zverev ab, inwieweit er den Input umsetzen kann", sagte der Sky-Experte bei SPORT1.  

Dass zuerst eine 15-tägige Testphase geplant ist, hält Kühnen für sinnvoll. In dieser könnten die beiden Parteien herausfinden, ob sie - auch auf menschlicher Ebene - zueinander passen. 

Kurios: Im Mai vergangenen Jahres beendete ausgerechnet Zverev mit einem Sieg in Madrid die aktive Karriere des langjährigen Top-10-Spielers aus Spanien.

Früher waren sie Gegner, nun arbeiten sie zusammen: Alexander Zverev und David Ferrer
Alexander Zverev und David Ferrer nach ihrem Spiel im Mai 2019 in Madrid © Getty Images

Zusammenarbeit mit Ferrero und Lendl klappt nicht

Dass dieser noch keine Erfahrung als Trainer hat, ist für Kühnen unproblematisch. "Es kann sogar insbesondere im Training von Vorteil sein, wenn ein Trainer auf dem Platz noch mit seinem Schützling mithalten kann", sagte der 54-Jährige. 

Vor Ferrer arbeitete Zverev mit Juan Carlos Ferrero und Ivan Lendl bereits mit zwei anderen ehemaligen Weltklassespielern zusammen. Zum großen Wurf bei einem Grand-Slam-Turnier reichte das nicht. Ferrero bemängelte später Zverevs mangelnde Disziplin, auch mit Lendl kam es zu einer geräuschvollen Trennung.

Nun soll also Ferrer derjenige sein, unter dessen Fittichen Zverev sein riesengroßes Potential noch besser ausschöpfen kann.

"Zverev ist in seiner Entwicklung noch nicht am Ende angekommen. Er braucht jemanden, der auch durch seine Erfahrung den Zugang findet, sein Potential voll auszuschöpfen. Das kann ich mir bei Ferrer gut vorstellen", sagte Kühnen.

Kühnen: Zverev vor dem nächsten Schritt

Kühnen, seit 2008 Turnierdirektor der BMW Open in München, die Zverev 2017 und 2018 gewann, hat für die Zukunft bestimmte Erwartungen an den Halbfinalisten der diesjährigen Australian Open.

"Sascha steht vor dem nächsten Schritt, vor allem was die Grand-Slam-Turniere betrifft. Er ist seit drei Jahren in den Top 10. Für den Schritt näher an die Top 3 heranzurücken geht es darum, gewisse Elemente in seinem Spiel zu verbessern", sagte Kühnen. Dafür suche Zverev neue Impulse.

Um den nächsten Schritt zu gehen, seien für Zverev vor allem zwei Dinge entscheidend: "Harte Arbeit und eine gute Einstellung."

Dass der 23 Jahre alte Zverev sehr großes Potential besitzt, steht für Kühnen außer Frage. "Wenn Ferrer der Funke sein kann, der sein Spiel auf ein nächstes Level bringt, wäre das doch wunderbar", sagte Kühnen.

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