Mythos Wimbledon: Die wichtigsten Fakten
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Julia Görges und Angelique Kerber erreichen das Viertelfinale in Wimbledon. Somit ist ein deutsches Finale durchaus möglich. Die Top 10 der Setzliste ist bereits raus.

Exakt 25 Minuten nachdem Julia Görges still und fast ein wenig ungläubig die Hand vor den Mund geschlagen hatte, brüllte Angelique Kerber ihre Freude hemmungslos heraus. Die beiden besten deutschen Tennisspielerinnen haben in Wimbledon beinahe im Gleichschritt das Viertelfinale erreicht.

Görges steht nach einem 6:3, 6:2 gegen die Kroatin Donna Vekic zum ersten Mal überhaupt in der Runde der letzten Acht eines Major-Turniers, Kerber zog mit einem 6:3, 7:6 (7:5) gegen Belinda Bencic (Schweiz) nach.

Zwei Deutsche im Finale?

Erstmals seit 2014 besetzen nun also wieder zwei Deutsche die Runde der letzten Acht eines Grand-Slam-Turniers. Damals hatten sowohl Kerber als auch Sabine Lisicki (Berlin) in Wimbledon das Viertelfinale erreicht, waren dort aber jeweils ausgeschieden.

Diesmal allerdings scheint die Chance für das deutsche Duo ungleich größer. Weil am Montag auch die Tschechin Karolina Pliskova (Nr. 7) ausschied, sind die Top 10 der Setzliste bereits ausgeschieden. Die an Nummer 11 und 13 gesetzten Kerber und Görges sind neben der Lettin Jelena Ostapenko (Nr. 12) die am höchsten notierten Spielerinnen in der Runde der letzten Acht.

Ganz fern am Horizont taucht sogar ein deutsches Finale auf. Es wäre das zweite bei den Frauen seit 1931 zwischen Cilly Aussem und Hilde Krahwinkel. Ein Traum, den man mit einfachen rechnerischen Worten nicht platzen lassen will.

Kerber mit guten Vorzeichen

Bereits am Dienstag kämpft die zweimalige Grand-Slam-Siegerin Kerber gegen die Russin Daria Kassatkina um ihren dritten Halbfinal-Einzug in Wimbledon nach 2012 und 2016. Beim Vorbereitungsturnier in Eastbourne hatte sie dieselbe Gegnerin vor zwei Wochen knapp besiegt.

Görges bekommt es derweil mit der Niederländerin Kiki Bertens (Nr. 20) zu tun. Gegen die 26-Jährige, mit der sie gut befreundet ist, hat sie ihre bisherigen beiden Duelle, allerdings auf deren eigentlichem Lieblingsbelag Sand, jeweils verloren.

Dass sie ihr erstes Grand-Slam-Viertelfinale ausgerechnet in Wimbledon erreicht, kommt für Görges derweil ziemlich überraschend. "Es ist schon sowieso schon etwas Besonderes. Dass es hier passiert, macht es vielleicht noch ein wenig besonderer", sagte sie.

Görges: "Eine weitere Runde"

In London war Görges 2011 und 2012 jeweils in Runde drei gescheitert, hatte anschließend fünf Auftaktniederlagen in Serie kassiert. Mit großer Gelassenheit will sie nun mehr: "Im Grunde fühlt es sich nur an wie eine weitere Runde bei einem Turnier", sagte sie.

Auch Kerber, die beim Rasen-Klassiker bereits zum fünften Mal unter den letzten Acht steht, will die große Chance ergreifen.

"Für das deutsche Tennis ist es sicher schön, dass zwei Deutsche im Viertelfinale stehen. Aber ich konzentriere mich nur auf die nächste Aufgabe", sagte sie nach dem Erfolg über die nach zahlreichen Verletzungen langsam wiedererstarkte Bencic.

Kerber bleibt cool

Kerber hatte gegen die sich tapfer wehrende Schweizerin ihr gewohntes Kämpfer-Tennis gezeigt und damit auf dem großen Court Nr. 1 letztlich knapp die Oberhand behalten.

Parallel dazu hatte sich Görges auf einem der etwas kleineren Nebenplätze gegen die von Kerbers langjährigem Coach Torben Beltz trainierte Vekic von Beginn an auf ihren starken Aufschlag verlassen können. Nachdem ihr das erste Break des Tages zum 4:2 geglückt war, gewann sie den ersten Satz souverän. Auch im zweiten Durchgang führte sie schnell mit 3:0.

Letztlich konnte sich Görges vor allem auf ihre Nervenstärke in den wichtigen Ballwechseln verlassen. Während die Deutsche nämlich vier ihrer acht Breakbälle verwandelte, nutzte Vekic von deren neun keinen einzigen.

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