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Angelique Kerber trifft im Halbfinale von Wimbledon auf Jelena Ostapenko
Angelique Kerber muss im Viertelfinale von Wimbledon gegen Daria Kasatkina ran © Getty Images
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Angelique Kerber und Julia Görges kämpfen in Wimbledon um den Halbfinal-Einzug. Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann schätzt die Chancen der deutschen Damen ein.

Zwei deutsche Damen stehen im Viertelfinale von Wimbledon. Seit 2014 hat es das nicht mehr gegeben. Damals standen Angelique Kerber und Sabine Lisicki in der Runde der letzten Acht – und scheiterten.

Am Dienstag wollen es Kerber und Julia Görges deutlich besser machen. In der ersten Partie des Nachmittags trifft Angelique Kerber auf die Russin Daria Kasatkina (ab 14 Uhr im LIVETICKER). Nur wenig später wird es auch für Görges ernst. Die 29-Jährige muss gegen Kiki Bertens aus den Niederlanden ran (ab 15.15 Uhr im LIVETICKER).

Die bisherige Bilanz von Kerber und Görges gegen ihre heutigen Gegnerinnen liest sich durchwachsen. Kerber kann auf je drei Siege und drei Pleiten zurückschauen, Görges verlor dagegen beide Partien.

Was macht dennoch Hoffnung? Im SPORT1-Interview schätzt Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann die Chancen der deutschen Damen ein.

Schnelle Beläge gut für Kerber

Vor nicht allzu langer Zeit standen sich Kerber und Kasatkina schon einmal gegenüber. Beim Vorbereitungsturnier in Eastbourne setzte sich die Kielerin knapp mit 7:6 im dritten Satz durch. "Das ist absolut ein Duell auf Augenhöhe", ist sich Kohlmann sicher. Trotzdem sieht er die größeren Möglichkeiten bei der Deutschen.

"Angelique hat in Wimbledon schon häufig gut gespielt, stand 2016 im Finale. Außerdem liegen ihr die schnelleren Beläge ohnehin mehr", so der 44-Jährige.

Generell ist Kohlmann über die Stärke von Kerber nicht verwundert. Bereits zu Jahresbeginn glänzte die 30-Jährige mit guten Leistungen.

Kerber hat große Erfahrung

Den größten Vorteil der Kielerin sieht der Davis-Cup-Kapitän in der Erfahrung: "Sie kennt sich aus in den ganz großen Spielen. Sie hat zwei Grand Slams gewonnen, stand im Finale von Wimbledon und hat das Olympia-Finale gespielt. Die meisten anderen im Feld haben diese Erfahrung nicht."

Ganz anders dagegen die Situation bei Julia Görges. Für die 29-Jährige ist es die erste Viertelfinal-Teilnahme bei einem Grand-Slam-Turnier. "Julia spielt momentan auf einem sehr hohen Niveau Tennis. Ihre Leistungen geben ihr noch mehr Selbstvertrauen", ist sich der 44-Jährige sicher.

Görges konnte Kräfte sparen

Den souveränen Achtelfinal-Sieg gegen Donna Vekic hatte Görges relativ flott unter Dach und Fach gebracht. "Das war wichtig, weil die Damen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen spielen. Julia hat nach einem sehr langen Match in der Runde zuvor diesmal nicht so viel Kraft verbraucht und kann gegen Bertens hoffentlich topfit in die Partie starten", so Kohlmann.

Vor allem ihren bärenstarken Aufschlag sowie ihre gute Vorhand muss die 29-Jährige im Viertelfinale zeigen. "Diese Kombination ist mächtig", weiß der Davis-Cup-Kapitän. Außerdem glänzt "Jule" mit einer schlauen Spielweise. "Julia ist sehr spielfreudig und streut immer wieder den einen oder anderen Stopp ein. Sie kann ihre Stärken inzwischen auch auf Rasen hervorragend einsetzen."

Sollten beide Spielerinnen in das Halbfinale einziehen, können sie dort aber nicht aufeinander treffen. Ein deutsches Finale wäre also immer noch möglich.

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