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Andreas Mies (l.) und Kevin Krawietz feierten den Finaleinzug
Andreas Mies (l.) und Kevin Krawietz feierten den Finaleinzug © dpa picture alliance
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München - Andreas Mies und Kevin Krawietz fehlt noch ein Sieg zum ersten deutschen Doppel-Triumph bei einem Grand Slam seit 82 Jahren. Im Finale soll "die Hütte brennen".

Nach dem größten Erfolg seiner bislang überschaubaren Karriere stand Andreas Mies vor einem Problem.

Das kleine Häuschen für sich, Familie und Freunde hatte der Kölner nur bis zum Freitag gebucht. Denn so optimistisch, dass er mit Partner Kevin Krawietz am Samstag nun auch noch das Doppelfinale der French Open (täglich im LIVETICKER) spielen würde, war er dann doch nicht. "Ich muss", sagte er, "gleich mal mit der Frau telefonieren", also der Vermieterin.

Es ist ohnehin schon die zweite Unterkunft in Paris. Am vergangenen Sonntag mussten Mies (28) und der Coburger Krawietz (27) das erste Mal ihre über das Internet gebuchten Wohnungen wechseln. Zweite Woche bei einem Grand Slam, darauf hatten sie gehofft, aber zunächst auch das finanzielle Risiko gescheut. Jetzt haben sie zusammen schon 290.000 Euro sicher. "Ich hab von meiner Familie schon eine Rechnung über 100 Euro bekommen", sagte Mies grinsend.

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"Ey, das ist der Wahnsinn"

Auf der Rechnung standen alkoholische Getränke, es galt, den Einzug der beiden in das Endspiel in Roland Garros gebührend zu feiern. Mies und Krawietz sind das erste deutsche Doppel seit Marc-Kevin Goellner und David Prinosil 1993 (in Paris), dem dies gelungen ist, und sie wären das erste deutsche Doppel seit Gottfried von Cramm und Henner Henkel 1937 (ebenfalls in Paris), das bei einem Grand Slam gewinnt. Dafür gäbe es dann 580.000 Euro.

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Mies und Krawietz spielen seit eineinhalb Jahren gemeinsam Doppel. Mittlerweile haben sie sechs zweitklassige Challenger-Turniere gewonnen, erreichten 2018 in Wimbledon das Achtelfinale und siegten im Februar in New York erstmals auf der ATP-Tour. In der Weltrangliste stehen sie im Doppel auf den Positionen 49 (Krawietz) und 50 (Mies).

Noch Luft nach oben

Im Einzel sieht es deutlich schlechter aus: Krawietz wird auf Rang 269 geführt - Mies gar nicht. Er war mal die Nummer 781, aber das ist fünf Jahre und ein paar Knieverletzungen her.

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Selbstbewusst aber sind sie allemal. Als sie nach ihrem Halbfinalsieg am Donnerstag unter der Dusche standen, "war alles noch so unreal", berichtete Krawietz. "Wir stehen in der Umkleide und sagen uns: 'Ey, das ist der Wahnsinn'", ergänzte sein Partner. Mies sagt stellvertretend für beide aber auch: "Wir waren immer fest davon überzeugt, dass wir das Zeug dazu haben, ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen. Wir wissen aber auch, wir haben noch Luft nach oben."

Im Finale gegen Chardy/Martin und das Publikum

Viel mehr als der Sieg bei einem Grand Slam, das geht nicht. Philipp Petzschner war 2010 in Wimbledon und 2011 bei den US Open der letzte Deutsche, der einen dieser vier großen Titel gewonnen hat - an der Seite von Jürgen Melzer aus Österreich.

Krawietz und Mies treffen am Samstag auf dem imposanten Hauptplatz Philippe Chatrier auf die Franzosen Jérémy Chardy und Fabrice Martin, "da wird", vermutet Mies zurecht, "die Hütte brennen". Der Anruf von Mies bei der Vermieterin war übrigens erfolgreich. "Ansonsten", hatte er mit einem Grinsen behauptet, "schlafe ich halt auf Chatrier".

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