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Serena Williams sucht vor den US Open ihre Form
Serena Williams sucht vor den US Open ihre Form © Getty Images
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München - Serena Williams will bei den US Open ihren 24. Grand-Slam-Titel einheimsen. Derzeit deutet aber wenig darauf hin, dass sie eine Rekordmarke egalisieren kann.

Bei den US-Open soll es endlich der lang ersehnte 24. Grand-Slam-Titel werden.

Und die Aussichten für Serena Williams sind eigentlich so gut wie nie. Schließlich ist wegen der Corona-Pandemie nichts wie sonst. Gleich sechs Spielerinnen aus den Top 10 haben für das Major-Turnier in New York abgesagt. Der Grund: Eine Reise in die Vereinigten Staaten, die vom Coronavirus besonders schwer betroffen sind, ist zu gefährlich.

Damit gilt Williams prinzipiell als Top-Favoritin.

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Das Teilnehmerfeld hält nur wenige Spielerinnen bereit, die der 38-Jährigen auf der Jagd nach dem Rekord-Titel gefährlich werden können. Immerhin sind unter anderem Naomi Osaka, Karolina Pliskova, Sofia Kenin oder Petra Kvitova am Start, doch auch die Buchmacher sehen Williams vorne.

Mit einem Sieg würde sie die Bestmarke der Australierin Margaret Court einstellen, der sie schon so lange hinterherläuft. Der Titel wäre für die US-Amerikanerin trotz des "speziellen Jahres" von großer Bedeutung: "So etwas war noch nie da, und ich denke, wenn man gewinnt, kann man sagen: Wow, ich habe unter diesen Umständen gewonnen."

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Williams ist sich selbst ein Stolperstein

Doch ein Stolperstein bleibt trotzdem. Und dieser ist Williams selbst.

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Wenige Tage vor dem Start der US Open findet der Tennis-Star weiter nicht in die Spur. Im Achtelfinale der Western & Southern Open in New York setzte es die nächste überraschende Pleite. Williams musste sich der griechischen Weltranglisten-21. Maria Sakkari mit 7:5, 6:7 (5:7), 1:6 geschlagen geben.

Auf dem Platz habe es sich am Ende so angefühlt, "als wenn man einen Typen datet, von dem man weiß, dass er ätzend ist", zog sie nach der Niederlage einen ungewöhnlichen Vergleich und rang sich ein gequältes Lächeln ab. "Es ist frustrierend."

Bei der Generalprobe für die US Open wollte sich Williams eigentlich den Feinschliff holen, stattdessen plagten sie hinterher Zweifel. "Ich hätte dieses Spiel gewinnen müssen, dafür gibt es keine Entschuldigung. Ich hatte so viele Möglichkeiten zu gewinnen. Ich muss herausfinden, wie ich diese Spiele gewinne", so die Starspielerin.

Sie verpasste es, trotz einer 5:3-Führung im zweiten Satz das Match nach Hause zu bringen und lud sich damit quasi den Typen aus dem Date ein. Sie fühlte sich nicht mehr wohl, ihre Beine streikten nach vielen Stunden Tennis in den vergangenen Tagen. Williams schossen kurz vor Schluss sogar Tränen in die Augen. 

Williams klagt über hohe Belastung

Ob die frühere Nummer eins der Welt nochmal zu Besonderem fähig ist, steht in Frage. "Jetzt ist ihr Körper wieder dort, wo er vor der Schwangerschaft 2017 war", sagte zwar ihr Trainer Patrick Mouratoglou der Sport Bild: "Sie kann jetzt wieder richtig draufhauen und drücken. Ihre Muskeln sind wieder da." 

Trotzdem wirkte Williams körperlich noch nicht in Form, die hohe Belastung machte ihr zu schaffen: "Ich hatte Krämpfe, ja, aber ich hätte gar nicht in der Situation sein sollen. Neun Stunden in einer Woche zu spielen, ist zu viel für mich. So viel spiele ich normal nicht."

Die zweite nicht eingeplante Niederlage binnen zehn Tagen schlug Williams sichtbar aufs Gemüt. Schon im Viertelfinale des WTA-Turniers in Lexington/Kentucky war Williams am 15. August an ihrer Landsfrau Shelby Rogers gescheitert und hatte damit erstmals seit 2012 gegen eine Spielerin außerhalb der Top 100 verloren.

Williams, die 2017 bei den Australian Open ihren letzten großen Titel gewann, muss nun schnell das mentale Tief überwinden und wieder Frische in ihren Körper kriegen. Die US-Amerikanerin wittert noch immer eine Chance.

Die hat sie aber nur, wenn sie sich nicht wieder selbst in unangenehme Situationen manövriert.

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