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Julia Görges feierte in Auckland ihren dritten Turniersieg in Folge
Julia Görges triumphierte in Auckland © Getty Images
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Julia Görges zeigt sich vor den Australian Open in bestechender Form. Die deutsche Topspielerin entscheidet das Finale beim WTA-Turnier in Auckland für sich.

Turniersiegerin in Auckland, Nummer zwölf der Welt, Nummer eins in Deutschland - Julia Görges ist bereit für die Australian Open in Melbourne. "Ich freue mich, dass ich gleich wieder an meine guten Leistungen der letzten Monate anknüpfen konnte", sagte die 29-Jährige nach dem 6:4, 7:6 (7:4) im Finale von Auckland gegen die frühere Nummer eins Caroline Wozniacki (Dänemark): "Das macht mich stolz und glücklich."

Weil aber auch Seriensiegerinnen keine Maschinen sind, hörte Görges nach ihrem 14. gewonnenen Einzel in Folge auf ihren lädierten Körper und sagte ihren in dieser Woche geplanten Start in Sydney ab. Das rechte Knie zwickt ein bisschen, und im Hinblick auf Melbourne will die neue deutsche Hoffnungsträgerin nichts riskieren. Immerhin gilt es, erstmals überhaupt bei einem Grand-Slam-Turnier das Viertelfinale zu erreichen.

Rittner traut Görges alles zu

In der Weltrangliste der WTA ist Görges am Montag an Nummer zwölf und damit so hoch wie nie zuvor platziert - eine Tatsache, die auch bei Barbara Rittner, Head of Women's Tennis im Deutschen Tennis Bund (DTB), Träume reifen lässt. "Jule ist im Hinblick auf die Australian Open mental und spielerisch für alles bereit", sagte Rittner im Gespräch mit dem Internet-Portal tennisnet: "Es ist einfach nur schön, sie so spielen zu sehen. Die tolle und harte Arbeit ihres gesamten Teams zahlt sich aus."

Görges empfand den Ausbau ihrer Erfolgsserie nach den Turniersiegen in Moskau und bei der B-WM in Zhuhai jedenfalls als willkommenen Rückenwind für Melbourne. "So ein Sieg kurz vor den Australian Open ist fantastisch. Ich fahre jetzt mit noch mehr Selbstvertrauen nach Melbourne", sagte die deutsche Topspielerin. Voller Freude fiel sie nach dem Match, in dem sie die topgesetzte Wozniacki vor allem mit einer knallharten Vorhand und einem starken Aufschlag entnervte, ihrem Trainer Michael Geserer und ihrem Physiotherapeuten Florian Zitzelsberger ("Ein echter Freak") in die Arme.

Belohnung für Neuanfang

Görges erntete ab der zweiten Jahreshälfte 2017 endlich die Früchte für ihren Neuanfang im Jahr 2015, als sie von Bad Oldesloe nach Regensburg gezogen war und ihr Trainergespann gewechselt hatte. "Ich hatte das ganze Jahr über Konstanz in meinen Leistungen und habe mich jeden Monat weiterentwickelt. Ich hatte das Gefühl auf dem Platz, dass alle zwei, drei Monate etwas Neues dazukam, das funktionierte. Die Automatismen griffen auf einmal", sagte sie im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung.

Den Umzug und den Trainerwechsel beschreibt Görges in der Rückschau als den richtigen Schritt. "Ich hatte vorher ja auch Erfolg, aber anders. Ich wollte einfach eine neue Stimme hören. Mit einem neuen Team", sagte sie. Physisch sei sie so gut drauf "wie noch nie. Das Gesamtpaket stimmt einfach - die Athletik, das Spielerische und die Taktik. Das ist einfach eine andere Jule inzwischen."

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