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Timo Boll trifft im EM-Halbfinale auf Patrick Franziska
Timo Boll trifft im EM-Halbfinale auf Patrick Franziska © Getty Images
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Timo Boll und Patrick Franziska sorgen bei der Tischtennis-EM für die nächsten deutschen Medaillen. Es gilt aber auch Enttäuschungen zu verkraften.

Ein Medaillenregen für Timo Boll und Co. und einige Enttäuschungen vor allem durch das Achtelfinal-Aus von Weltcupsieger Dimitrij Ovtcharov haben bei der Tischtennis-EM in Alicante für gemischte Gefühle im deutschen Team gesorgt.

Boll sorgte durch seinen Halbfinaleinzug für den fünften Podestplatz des Tages für den Deutschen Tischtennis-Bund (DTTB) und erhöhte die Medaillenausbeute der deutschen Aktiven auf sieben Plaketten. Grautöne in der weitgehend glänzenden DTTB-Bilanz bedeutete neben Ovtcharovs K.o. besonders die neuerliche "Nullnummer" der Damen im Einzel.

Boll setzte am vorletzten EM-Tag durch klare Siege gegen Liam Pitchford (England/4:2) und im Eiltempo gegen Daniel Habesohn (Österreich/4:0) nach seinen mühseligen Erfolgen an den Vortagen ein Ausrufezeichen. Nach seiner achten EM-Einzelmedaille in Serie scheint der Düsseldorfer auch in Form für seinen siebten Einzeltitel gekommen zu sein.

Deutsches Duell im Halbfinale

"Es lief besser als zuletzt", meinte der topgesetzte Weltranglistenvierte vor dem Halbfinalduell am Sonntag mit seinem Nationalmannschafts-Kollegen Patrick Franziska. 

Neben Boll und Franziska holten am Tag nach dem gold-bronzenen "Doppelpack" im Mixed noch die drei Doppel Franziska/Jonathan Groth (Dänemark), Ruwen Filus/Ricardo Walther und Kristin Lang/Nina Mittelham Edelmetall. Während Lang mit ihrer neuen Partnerin am Sonntag sogar noch ihren Titelgewinn von 2016 wiederholen kann, verpassten Franziska/Groth eine erfolgreiche Titelverteidigung. 

Ovtacharov und Damen enttäuschen

Für Frust im DTTB-Lager sorgte auch Ovtcharovs 2:4 im Duell der früheren EM-Champions mit Altmeister Wladimir Samsonow (Weißrussland). Enttäuschend waren auch die ausgelassenen Medaillenchancen der frischgekürten Mixed-Europameisterin Han Ying , Sabine Winter und Petrissa Solja im Damen-Viertelfinale.

Ovtcharov, der wie Boll nach einer längeren Verletzungspause im EM-Vorfeld ohne größere Erwartungen an die Costa Blanca gereist war, war über sein Aus nicht so verärgert wie vor zwei Jahren bei seiner Zweitrunden-Pleite in Budapest: "Ich konnte das gute Niveau nicht konstant halten. Natürlich hatte ich mir von der EM mehr erhofft als das Achtelfinale, aber meine Leistungsstärke ist eben noch nicht konstant genug. Daran werde ich weiter arbeiten. Jedes Turnier, jedes Training bringt mich im Moment weiter", sagte der zweimalige Europameister.

Trotz Ovtcharovs Niederlage und den übrigen Dämpfern ist die DTTB-Bilanz über das erste Mixed-Gold seit 1978 hinaus schon vor dem Schlusstag imponierend. Die sieben Medaillen bedeuten gegenüber 2016 ein Plus von drei Podestplätzen. Zugleich ist die Ausbeute in Alicante das zweitbeste EM-Ergebnis des DTTB in den Individualwettbewerben in der 60-jährigen Geschichte der Titelkämpfe. Erfolgreicher waren die DTTB-Aktiven bei einer EM nur 1962 mit zehn Medaillen bei den allerdings vom damaligen Ostblock boykottierten Titelkämpfen in Berlin.

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