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Timo Boll steht bei der Tischtennis-WM in der zweiten Runde
Timo Boll steht bei der Tischtennis-WM in der zweiten Runde © Getty Images
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Bei der Tischtennis-WM in Budapest setzt sich Dimitrij Ovtcharov ohne Probleme in der 1. Runde durch. Timo Boll hat mehr Mühe, vier Deutsche sind schon raus.

Timo Boll hat bei der Tischtennis-WM in Budapest mit einem Stotterstart Deutschlands schwächste Auftaktbilanz in den Einzeln seit 28 Jahren nur geringfügig aufpoliert.

Zwar zog der Weltranglistenfünfte mit deutlicher Mühe ebenso in die zweite Runde (Dienstagabend) ein wie Europe-Top-16-Sieger Dimitrij Ovtcharov und drei weitere Asse des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB), doch gleich vier Niederlagen sorgten auch für betretene Mienen im deutschen Lager.

Boll sah nach seinem 4:2-Sieg über den 80 Plätze tiefer notierten Ex-Doppeleuropameister Andrej Gacina (Kroatien) seine Skepsis im WM-Vorfeld bestätigt. "Ich war in der Vorbereitung nicht in bester Verfassung, und das hat man auch gemerkt. Ich muss mich in der nächsten Runde sicher noch steigern, wenn ich nicht allzu früh raus sein will", sagte der Düsseldorfer Europameister.

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Zweitschlechteste Erstrunden-Bilanz nach 1991

Der Erfolg des 38-Jährigen sowie die Siege von Ex-Weltcupsieger Ovtcharov (4:0 gegen Michael Tauber/Israel), Bolls Doppelpartner Patrick Franziska, Europe-Top-16-Gewinnerin Petrissa Solja und Doppel-Europameisterin Nina Mittelham verhinderten immerhin eine negative Auftaktquote des DTTB-Teams. Allerdings schied Mittelham in Runde zwei gegen die Taiwanesin Cheng I-Chung mit 1:4 aus. 

Nachdem zunächst bei den Damen die WM-Neunte Kristin Lang und Ex-Doppeleuropameisterin Sabine Winter teils unerwartet früh auf der Strecke geblieben waren, schieden bei den Herren der frühere EM-Dritte Bastian Steger sowie Debütant Dang Qiu aus.

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Eine schlechtere Erstrunden-Bilanz verbuchte ein deutsches WM-Team zuletzt 1991 in Chiba/Japan, als von zehn Aktiven sogar nur die Hälfte die zweite Runde erreichte. Insgesamt vier Erstrunden-Ausfälle in beiden Einzelkonkurrenzen mussten die DTTB-Asse zuletzt vor acht Jahren in Rotterdam quittieren. 

Erleichterung nach mühsamen Auftakt

Boll war die Erleichterung nach dem entscheidenden Matchball gegen den sechs Jahre jüngeren Ex-Bundesligaprofi Gacina anzusehen. "Wenn es ein so heißer Kampf wird, verkrampft man schon einmal - das war ein richtiger Kampf", sagte Boll mit Blick auch auf den erst nach zähem Ringen mit 18:16 gewonnenen vierten Satz: "Ich muss mir das Selbstvertrauen auch erst einmal holen."

Die nächste Gelegenheit dazu bekommt der Linkshänder, der auf dem Weg zu seiner zweiten WM-Einzelmedaille nach Bronze von 2011 eine selten günstige Auslosung nutzen kann, am Dienstagabend gegen den Slowaken Lubomir Pistej.

Ovtcharov blickte seinem Zweitrundenduell mit dem Slowenen Deni Kozul zuversichtlicher entgegen. "Ich musste ein paar enge Situationen meistern. Am Ende war es gut, ohne Satzverlust weitergekommen zu sein", sagte der frühere Weltranglistenerste zu seinem Einstand in Ungarn.

Boll auch im Doppel weiter

Im Doppel zog Boll bei den Herren in der zum erweiterten Kreis der Medaillenkandidaten gezählten Kombination mit Franziska in die Runde der besten 16 ein. Leicht überraschend überstanden auch die frühere Doppel-Europameisterin Winter und ihre Partnerin Chantal Mantz die zweite Runde erfolgreich. Die Viertelfinalisten werden am Mittwoch ausgespielt.

Die Europameisterinnen Lang/Mittelham verpassten das Achtelfinale. Für das Duo ist das WM-Turnier damit vorzeitig in allen Wettbewerben beendet. 

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Boll erreichte durch den Einzug ins Achtelfinale mit Franziska in Ungarn bereits mehr als bei den zwei vorangegangenen WM-Turnieren mit Chinas Superstar Ma Long. 2015 in Suzhou und 2017 in Düsseldorf war der Europameister mit dem Olympiasieger und Weltmeister aus dem Reich der Mitte angetreten, allerdings scheiterte das "Legenden-Doppel" in beiden Anläufen schon in der zweiten Runde an den jeweils späteren Titelgewinnern aus China.

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