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München - Niko Kovac will für seinen Kader noch vier neue Spieler. SPORT1 stellt mögliche Namen für den FC Bayern vor - zwischen Realismus und Wunschtraum.

Seit der inzwischen viel zitierten Transfer-Aussage von Uli Hoeneß im CHECK24 Doppelpass ("Wenn sie wüssten, wenn wir alles schon sicher haben") ist bei den Bayern nicht viel passiert.

Einzig die Wechsel von Lucas Hernández, Benjamin Pavard und Jann-Fiete Arp wurden verkündet.

Nun wird Niko Kovac im kicker mit folgenden Worten zitiert: "Wir brauchen noch vier neue Spieler. Mit 17 Profis kommen wir nicht weit."

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Präsident Uli Hoeneß will sich zwar keinen Druck machen lassen und beteuert: "Bis Ende Juli musst du fertig sein."

Doch so langsam müssen Sportdirektor Hasan Salihamidzic und die Bosse liefern, wollen sie Kovac einen Kader an die Hand geben, mit dem er auch international angreifen kann.

SPORT1 stellt mögliche Quartetts vor, die den Bayern-Kader komplettieren könnten - zwischen Realismus und Wunschtraum.

Quartett 1 - die Fast-Transfers

Bayern will nach den Abgängen von Franck Ribéry und Arjen Robben einen (hochkarätigen) Flügelspieler verpflichten. Als ganz heißer Flirt galt bis vor zwei Wochen Leroy Sané von Manchester City.

"Ich werde in den Urlaub gehen und dann werden wir sehen", hatte Sané nach dem Länderspiel in der EM-Qualifikation gegen Estland gesagt.

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Seitdem soll sich Sané aber mit dem Gedanken an einen Bayern-Wechsel nicht sonderlich angefreundet haben.

Auch Hoeneß äußerte sich inzwischen skeptisch. "Es ist eher unwahrscheinlich, dass es klappt. Es geht um Beträge, die sind Wahnsinn", sagte der Präsident zuletzt dem kicker.

In der Innenverteidigung klafft nach der Rückkehr von Mats Hummels zum BVB eine Lücke, zumal Jérôme Boateng ein Abschied nahegelegt wurde.

Die Verhandlungen zwischen Ozan Kabak und dem FC Bayern wurden nach SPORT1-Informationen zuletzt immer konkreter. Ein junger Spieler mit Entwicklungspotenzial, der aufgrund einer Ausstiegsklausel von 15 Millionen Euro auch relativ günstig zu haben wäre.

Der FC Schalke 04 scheint den Münchnern aber noch dazwischen zu funken. Deren Technischer Direktor Michael Reschke gilt als Fan von Kabak und hatte ihn im vergangenen Winter für rund elf Millionen Euro von Galatasaray Istanbul zu Stuttgart gelotst.

Nun tendiert Kabak eher zu Schalke, eine Unterschrift könnte am Freitag erfolgen.

Timo Werner war bei den Bayern lange Zeit ein Thema. Doch zuletzt bestand kein Kontakt zwischen den Verantwortlichen aus Leipzig und München.

Werner wäre bei den Bayern im Sturmzentrum eingeplant, nicht für die Außen. Doch die Zweifel, ob Werner wirklich die erhoffte Verstärkung wäre, sind nach SPORT1-Informationen gewachsen.

Ein Wechsel in diesem Sommer gilt als immer unwahrscheinlicher, im kommenden Jahr wäre Werner ablösefrei zu haben. Diesen Fall wiederum will aber Leipzig verhindern.

Callum Hudson-Odoi wurde von den Bayern bereits öffentlich als Wunschspieler auserkoren. "Callum Hudson-Odoi haben wir immer im Kopf", sagte Salihamidzic nun dem kicker.

Allerdings wird es noch dauern, bis der 18-Jährige nach einem im April erlittenen Achillessehnenriss wieder voll angreifen kann.

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Und nachdem der Engländer in der vergangenen Saison mit einem Abschied geliebäugelt hat, könnte er sich unter dem wohl kommenden Chelsea-Trainer Frank Lampard durchaus sogar eine Verlängerung seines 2020 auslaufenden Vertrages vorstellen.

Auch Chelsea sieht aufgrund der Transfersperre keine Not für einen Verkauf.

Quartett 2 – Plan B und ein Rückkehrer

Sollte es mit Sané nicht klappen, wenden sich die Bayern offenbar Plan B zu: Ousmane Dembélé vom FC Barcelona.

Den 22 Jahre alten Franzosen hatte der Rekordmeister bereits vor dessen Wechsel zum BVB auf dem Zettel.

Weil Barca neben dem erwarteten Kauf von Weltmeister Antoine Griezmann (Atlético Madrid/120 Millionen Euro) offenbar auch Neymar aus Paris zurückholen will, könnte für Dembélé dort bald kein Platz mehr sein.

Als Kauf-Summe wäre wohl eine günstigere Ablöse als die festgeschriebenen 400 Millionen Euro möglich, alternativ wäre eine Leihe.

Ein weiterer Innenverteidiger, mit dem sich Bayern nach SPORT1-Informationen beschäftigt haben, ist Niklas Stark.

Der 23-Jährige ist zweikampfstark, schnell, verfügt über eine gute Spieleröffnung und hat auch seine Qualitäten in der Luft.

Womöglich könnte Bayern wieder ernsthafter auf den Berliner blicken, sollte der Kabak-Transfer scheitern.

Im April 2019 hinterließ Niko Kovac den Eindruck, einen Abräumer zu vermissen.

"Im Moment haben wir es vielleicht so in der Form nicht, also müssen die, die da sind, das trotzdem machen", sagte der Bayern-Trainer damals.

Einen Sechser sollen die Bayern weiterhin suchen. Kandidaten, die den Bayern helfen könnten und das Konto nicht sprengen würden: Juves Emre Can, für den es eine Rückkehr wäre, oder Granit Xhaka (FC Arsenal).

Interessante Spieler für die Offensive, die mit den Bayern mehrfach in Verbindung gebracht wurden, sind Nicolas Pépé (OSC Lille) oder Federico Chiesa (AC Florenz).

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Chiesa selbst soll laut Gazzetta dello Sport ein Angebot der Bayern abgelehnt haben, bei Pépé soll das Interesse der Bayern zuletzt abgeklungen sein.

Quartett 3 - eine Nummer kleiner

Realistischer scheint inzwischen allerdings, dass sich die Bayern insgesamt mit kleineren Nummern zufriedengeben müssen.

Als Option für die Außen gilt dabei laut kicker Steven Bergwijn. Der 21-Jährige spielt derzeit für PSV Eindhoven, wo in der vergangenen Liga-Saison in 23 Partien 14 Tore und zwölf Assists heraussprangen.

Bergwijns Vertrag in Eindhoven läuft noch bis 2022, er wird dennoch günstiger zu haben sein als Sané oder Dembélé.

Für die Innenverteidigung käme ein erfahrener Mann wie Kevin Vogt in Betracht. Um Vogt hatten die Bayern im vergangenen Sommer geworben. Auch ein talentierter junger Spieler wie Evan N'Dicka von Eintracht Frankfurt, der hinter Süle und Hernández lernen kann, wäre eine Option.

Ein Kandidat für die Backup-Rolle hinter Robert Lewandowski war nach SPORT1-Informationen Max Kruse. Der Stürmer steht aber vor der Unterschrift bei Fenerbahce Istanbul.

Quartett 4 - der Großangriff

Ein Szenario, von dem der eine oder andere Bayern-Fan sicher träumt, das aber vollkommen unrealistisch ist, sähe in etwa so aus:

Die Bayern würden die Flügel-Lücke mit Sané oder Dembélé schließen.

Die Rolle des Abräumers würde Rodrigo von Atletíco Madrid übernehmen.

Um die Dienste des 22-Jährigen haben die Bayern bereits länger geworben. Inzwischen soll sich der Spanier aber für Manchester City entschieden haben – doch offiziell ist noch nichts.

Der lange Zeit bei den Bayern hoch im Kurs stehende Matthijs de Ligt könnte für die nächste Wende sorgen und sich doch gegen einen Wechsel zu Cristiano Ronaldo und Juventus Turin entscheiden.

Und das Mega-Angebot für Kai Havertz, das die Bayern für den kommenden Sommer planen sollen, ziehen die Bayern vor. 

Doch dieses Szenario wird wohl eine Spinnerei bleiben. Realistisch ist wohl eine Mischung aus den drei vorherigen "Quartetts".

Einen großen Namen werden die Bayern noch holen (wollen), auf der Sechs und in der Innenverteidigung wird man eher nach günstigeren Lösungen Ausschau halten.

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