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In diesem Sommer wollten Superstars wie Neymar und Paul Pogba einen Wechsel erzwingen. SPORT1 präsentiert die größten Transfer-Aufreger 2019.

Das Tauziehen um Neymar, das Theater um Antoine Griezmann oder die Posse um Mauro Icardi - der Transfersommer 2019 hatte einige heiß diskutierte Themen zu bieten.

Vereine, Spielerberater und Fans hielt das Geschehen auf dem seit Montag geschlossenen Transfermarkt wochenlang auf Trab.

SPORT1 präsentiert die größten Transfer-Aufreger 2019.

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Neymar (Paris Saint-Germain)

Nach zwei Jahren in der französischen Hauptstadt wollte Neymar PSG schon wieder verlassen und zu seinem Ex-Klub FC Barcelona zurückkehren.

Die Katalanen scheiterten aber laut diversen Medienberichten mit zahlreichen Offerten, in denen Summen über 100 Millionen Euro sowie einige Spieler wie Ivan Rakitic, Philippe Coutinho, Ousmane Dembélé obendrauf als Tauschware angeboten wurden.

Doch Paris knickte nicht ein. Laut La Parisien soll PSG-Boss Nasser Al-Khelaifi bis zuletzt 300 Millionen Euro für den 27 Jahre alten Brasilianer verlangt haben, obwohl Neymar 2017 "nur" 222 Millionen Euro gekostet hat.

Auch Juventus Turin und Real Madrid hegten leise Hoffnungen auf eine Verpflichtung, doch Neymar bleibt in Paris - zumindest bis im Januar das Transferfenster wieder öffnet. (Der heimliche Transfer-Gewinner PSG)

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Paul Pogba (Manchester United)

Der französische Weltmeister Pogba wollte mit deutlichen Worten einen Wechsel zu Real Madrid forcieren.

"Ich bin jetzt seit drei Jahren in Manchester und es war toll für mich; einige gute Momente, einige schlechte, wie bei jedem anderen auch. Nach dieser Saison und allem, was in dieser Saison passiert ist, es war ja auch meine beste Saison… denke ich, dass es für mich jetzt ein guter Zeitpunkt wäre, um eine neue Herausforderung an einem anderen Ort zu suchen", zitierte die Nachrichtenagentur Reuters den 26 Jahre alten Mittelfeldspieler.

Doch ein Wechsel kam nicht zustande. Pogba steht noch bis 2021 bei ManUnited unter Vertrag, die zudem noch eine Option auf ein weiteres Jahr haben sollen. Real-Coach Zinédine Zidane bekommt somit seinen Wunschspieler wieder nicht.

Mauro Icardi (Inter Mailand / Paris Saint-Germain)

Die Transfer-Posse um den argentinischen Top-Stürmer hat ein Ende gefunden. PSG lieh am Deadline Day Icardi mit einer Kaufoption in Höhe von 70 Millionen Euro von Inter Mailand aus.

Dabei sah es anfangs danach aus, als würde der 26-Jährige zu Juventus Turin wechseln. Nachdem dieser Transfer scheiterte, war plötzlich der SSC Neapel der heißeste Anwärter auf eine Verpflichtung.

Doch seine Beraterin und Frau Wanda Nara konnte sich mit Napoli und Inter nicht einigen. Und als die meisten davon ausgingen, dass Icardi, der aus dem Inter-Kader ausgeschlossen war und dagegen sogar geklagt hatte, wohl in der Lombardei bleiben muss, kam PSG um die Ecke und machte den Deal mit dem früheren Inter-Kapitän noch perfekt.

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Gareth Bale (Real Madrid)

Der Abschied von Bale war in Madrid eigentlich beschlossen, denn Real-Coach Zidane plante nicht mehr mit dem walisischen Superstar, wie sein Berater bei Sky Sports erklärte: "Zidane hat, glaube ich, entschieden, dass er wohl auf ihn verzichten kann."

Blöd nur, dass die Königlichen keinen Abnehmer für den 29-Jährigen fanden, obwohl der Flügelstürmer für Real in 234 Spielen 104 Tore erzielte und 66 weitere auflegte.

Einerseits fühlt sich Bale in Spanien sehr wohl und verdient nebenbei ganz gut (Vertrag bis 2022), andererseits konnten oder wollten weder der FC Bayern, noch Tottenham Hotspur, noch ManUnited, noch irgendein anderer Interessent die geforderte Ablöse von mindestens 70 Millionen Euro sowie seine hohen Gehaltswünsche erfüllen.

Das Ende der Geschichte: Bale blieb in Madrid, sammelte in drei Spielen drei Scorer-Punkte und flog zuletzt nach einem Doppelpack gegen Villarreal mit Gelb-Rot vom Platz.

Jérôme Boateng (FC Bayern)

Nach den Verpflichtungen von Benjamin Pavard und Lucas Hernández war Boateng plötzlich hinter Niklas Süle, Mats Hummels und den französischen Weltmeistern nur noch Innenverteidiger Nummer fünf.

Daher wurde Bayern-Präsident Uli Hoeneß zu Beginn der Transferperiode sehr deutlich: "Ich würde Boateng raten, den FC Bayern zu verlassen. Ich glaube für ihn wäre es besser, wenn er mal andere Luft genießen könnte. Ich glaube, er muss eine neue Herausforderung suchen, das ist besser für ihn. Er wirkt wie ein Fremdkörper." Das saß.

Dann aber wechselte Hummels zum BVB und Boatengs Zukunft blieb bis zur Schließung des Transferfensters ungewiss. Kurz vor der Deadline kam Juve ins Spiel. Gesucht wurde ein Ersatz für den verletzten Abwehrchef Giorgio Chiellini, doch der Deal platzte im allerletzten Moment.

Der 30-Jährige entschied sich doch für einen Verbleib in München, da der Rekordmeister mit den oben genannten Innenverteidigern sowie Joshua Kimmich und David Alaba nur sechs Abwehrspieler in seinen Reihen hat. Spielzeit sollte es bei einer normalen Rotation für alle sechs geben.

Zur Ruhe kommt der 2014er Weltmeister aber auch in München nicht. Am Dienstag wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft München I Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung gegen Boateng erhoben hat. Oberstaatsanwältin Anne Leiding bestätigte dem SID einen entsprechenden Bericht von WDR und Süddeutscher Zeitung

Antoine Griezmann (Atlético Madrid / FC Barcelona)

Der FC Barcelona sicherte sich die Dienste des französischen Weltmeisters mit einem Jahr Verspätung, was nicht bei allen auf Zustimmung stieß. Denn Griezmann sagte 2018 noch den Katalanen mit großem Tamtam ab. Im Video "La Decisión" verkündete er damals den Verbleib bei Atlético.

2019 wechselte er schließlich doch noch zu Barca, was die Rojiblancos erzürnte. Der Vorwurf lautete: Barcelona hätte sich mit dem 28-Jährigen bereits vorher auf einen Transfer geeinigt und hätte nur darauf gewartet, bis sich seine fixe Ausstiegsklausel von 200 auf 120 Millionen Euro reduziert hatte.

In Madrid ist er nicht mehr willkommen, während sich die Barca-Stars wieder mit Griezmann versöhnten, obwohl er letztes Jahr noch abgesagt hatte.

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Christian Eriksen (Tottenham Hotspur)

Der dänische Superstar kündigte wie Pogba im Sommer 2019 seinen Abschied öffentlich an, doch auch Eriksen musste bei Tottenham Hotspur bleiben: "Ich glaube, ich bin in einer Phase meiner Karriere, in der ich etwas Neues ausprobieren könnte", sagte er der dänischen Boulevardzeitung Ekstra Bladet.

Doch ein Wechsel zu Real Madrid bzw. Juventus Turin kam nicht zustande. Dabei läuft der Vertrag des 27-Jährigen 2020 aus, sodass die Spurs nur noch im Winter eine Ablöse einstreichen können oder sich mit Eriksen auf eine Vertragsverlängerung einigen müssen.

Diese ist nicht ganz unrealistisch, denn der Däne habe "tiefsten Respekt" für alles, was er mit Tottenham erlebt habe und fügte hinzu, dass ein Verbleib nicht ausgeschlossen sei, wenn die Konditionen stimmen: "Wenn sich nichts ergibt, das mich reizt, warum nicht in Tottenham bleiben?"

Eden Hazard (FC Chelsea / Real Madrid)

Seit Jahren ist es ein offenes Geheimnis, dass der belgische Superstar von Real Madrid träumte und träumt. 2019 wurde sein Kindheitstraum nun endlich wahr. Die Königlichen überwiesen Chelsea auch ein nettes Sümmchen mit 100 Millionen Euro, obwohl Hazards Vertrag 2020 ausgelaufen wäre.

Damit ist dieses Transfer-Hickhack auch beendet und alle drei Parteien dürften über den Ausgang relativ glücklich sein. Der 28-Jährige kann endlich in Madrid ein neues Kapitel schreiben und soll die Galaktischen wieder auf Europas Thron führen.

Ousmane Dembélé (FC Barcelona)

Der nächste französische Weltmeister, um den es viel Aufregung gab, ist der Ex-BVB-Star. Dembélés zahlreichen Eskapaden sorgten bei Barca zum Umdenken. Die Katalanen wären bei einem entsprechenden Angebot gesprächsbereit gewesen.

Zudem boten sie den 22-Jährigen immer wieder PSG an, um Neymar zurückzuholen. Doch daraus wurde nichts. Der Flügelstürmer war nicht zu vermitteln, obwohl auch der FC Bayern offenbar kurz über ihn nachgedacht haben soll. Dembélé blieb schließlich in Barcelona und hofft, wieder eher auf dem Platz für Schlagzeilen zu sorgen.

Romelu Lukaku (Manchester United / Inter Mailand)

2017 bezahlten die Red Devils noch 84,7 Millionen Euro an den FC Everton, um den belgischen Sturm-Tank nach Manchester zu locken. 

Zwei Jahre später war Lukaku nach 55 Scorer-Punkten in 96 Einsätzen nicht mehr erwünscht, da United-Trainer Ole Gunnar Solskjaer in seinem Dreier-Sturm lieber auf bewegliche und schnelle Spieler wie Anthony Martial, Marcus Rashford, Jesse Lingard sowie Daniel James setzt.

Lukaku stand somit auf dem Abstellgleis: Immerhin konnten sie für den 26-Jährigen noch 65 Millionen Euro beim Verkauf an Inter Mailand herausschlagen, auch wenn ManUnited damit ein Transfer-Minus erwirtschaftete.

Der Belgier konnte es sich nach seinem Wechsel in die Serie A nicht verkneifen, nochmal nachzutreten und verriet, dass immer dieselben Schuld für Manchesters Misere seien: "Es waren immer Pogba, Alexis Sánchez oder ich. Jedes Mal einer von uns dreien."

Für Sánchez und Lukaku beginnt bei Inter nun ein neues Kapitel.

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