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München - Die Zukunft von Philippe Coutinho hängt am seidenen Faden. Eine Spur führt nach England, in die Stadt, in der der Brasilianer sich zum Superstar aufschwang.

Mitten in der Coronakrise hätte Philippe Coutinho eigentlich viel Zeit, um seine Zukunft zu klären. Tatsächlich wird diese aber von Tag zu Tag ungewisser.

Der Brasilianer befindet sich in einer komplizierten Sackgasse.

Der FC Bayern, bei dem er leihweise spielt, will ihn wohl nicht dauerhaft verpflichten. Der FC Barcelona, zudem er am Saisonende zurückkehren soll, hat aber auch kein Interesse an ein Wiedersehen mit dem Spieler, der den Katalanen im Januar 2018 noch astronomische 145 Millionen Euro wert war.

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Eine Spur führt nach England 

Die Problemstellung ist folgende: Bei den Münchnern liegen die Prioritäten bei anderen Spielern. Thomas Müller hat verlängert, Manuel Neuer soll folgen. Auch der Verbleib von Thiago und David Alaba wird von der Klubführung forciert.

Coutinho könnte in den Gedankenspielen der Verantwortlichen hinten herunterfallen. Schließlich konnte er in München bei weitem nicht so überzeugen, dass die Leistungen ein Ziehen der 120 Millionen Euro schweren Kaufoption rechtfertigen. 

In Barcelona ist für den Brasilianer auch kein Platz mehr. Im Gegenteil: Der spanische Meister will den Kreativspieler verkaufen, um Geld für Wunschtransfer Lautaro Martínez und eine mögliche Rückholaktion von Neymar aufzutreiben.

Angesichts der schwierigen finanziellen Lage der Klubs könnte Barca womöglich auch mit einer geringeren Ablösesumme als 120 Millionen Euro zufrieden sein. Laut Evening Standard liegt die Schmerzgrenze des Klubs, der derzeit turbulente Zeiten durchlebt, bei 80 Millionen Euro. 

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Die Bayern werden sich allerdings wohl kaum an einen Pokertisch mit den Katalanen setzen. Fragt sich, welcher Verein das vor hat. 

Viele Optionen bleiben Coutinho wohl nicht mehr, allerdings führt eine hoffnungsvolle Spur auf die Insel. 

Coutinho wünscht sich Rückkehr in die Premier League

Vor Kurzem hatte Coutinhos Berater Kia Joorabchian bei Sky Sports verraten, dass eine Rückkehr nach England die Wunschlösung seines Klienten sei: "In der Premier League hat er immer sehr gerne gespielt, er hat es geliebt. Und natürlich würde er dort liebend gerne wieder spielen."

Beim FC Liverpool hatte sich Coutinho zu dem Ausnahmespieler entwickelt, den der FC Barcelona und auch der FC Bayern zu bekommen hoffte.

Die Premier League scheint auch jetzt zu passen. Immerhin gibt es in keiner anderen Liga der Welt so viele finanzstarke Klubs, die viel Geld für einen riskanten Transfer auf den Tisch legen könnten. Joorabchian hatte treffend angemerkt, dass es die Verhandlungen beeinflussen wird, "wie die finanzielle Situation der ganzen Klubs sein wird".

Eine Rückkehr zu den Reds erscheint dabei auch bei den wildesten Gedankenspielen ausgeschlossen. Das Team von Jürgen Klopp hat aus sportlicher Sicht schlichtweg keinen Bedarf, viel Geld für einen Offensivspieler auszugeben. 

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Everton als Ausweg?

Englische Medien haben stattdessen den FC Chelsea, den FC Arsenal, Tottenham Hotspur und Manchester United ins Spiel gebracht. 

Mit Ausnahme der finanziell angeschlagenen Spurs könnten diese Klubs einen derartigen Transfer wohl stemmen, wenn sie denn vollends von ihm überzeugt wären.

Genau das ist allerdings das Problem. Die Leistungen, die Coutinho zuletzt auf dem Rasen zeigten, passen nicht wirklich zur gehandelten Ablösesumme. Aus praktisch allen Blickwinkeln dürfte bei der Personalie ein Restrisiko bleiben. 

Um so interessanter ist ein Gerücht, dass die spanische Zeitung Sport kürzlich in die Welt setzte. Der FC Everton soll sich für einen Transfer Coutinhos interessieren. Für den Liverpooler Lokalrivalen der Reds wäre ein solcher Deal ein Coup, bei den von Carlo Ancelotti trainierten Toffees würde der Brasilianer zweifellos als Aushängeschild fungieren. 

Für Coutinho wäre es eine Chance auf einen Neuanfang in Liverpool, der Stadt, in der er sich zum Superstar aufschwang. 

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