Lesedauer: 10 Minuten
teilenE-MailKommentare

München - Das Transferfenster öffnet, trotz Corona stehen viele Stars vor dem Wechsel - von Jadon Sancho über Gareth Bale bis hin zu Kai Havertz. SPORT1 gibt einen Überblick.

Feuer frei auf dem Transfermarkt. Nach der eintägigen Öffnung am 1. Juli (vor allem für Vertragsverlängerungen bis zum faktischen Saisonende) öffnet das Transferfenster in Europa wieder.

Ab heute dürfen beispielsweise die Bundesliga-Klubs zuschlagen, in England dagegen wird die Wechselperiode nicht vor dem Saisonende am 26. Juli eröffnet, auch Spanien und Italien werden es ähnlich halten - für die Serie A ist gar ein Termin erst im September im Gespräch.

Die Coronakrise hat den Terminplan ordentlich durcheinandergewirbelt. Klar ist aber: Am 5. Oktober ist für alle Topligen spätestens Schluss, entsprechend der UEFA-Empfehlung für den neuen Zeitplan.

Anzeige

Trotz veränderter Verhältnisse durch das Virus und seine Auswirkungen auf den Fußball - es steht ein heißer Transfersommer bevor, denn zahlreiche Superstars könnten wechseln. SPORT1 gibt einen Überblick.

Meistgelesene Artikel

JADON SANCHO (Borussia Dortmund)

Verliert der BVB diesen Sommer sein Flügel-Juwel? Engländer Sancho (20, Vertrag bis 2022) wird heftig von Manchester United umworben, wo er unter anderem mit Nationalmannschafts-Kumpel Marcus Rashford zusammenspielen würde.

Dortmund hat nach SPORT1-Informationen aber klargestellt, dass Sancho erst bei einer Ablöse von 120 Millionen die Freigabe bekommt. Diese Summe würde United zahlen - aber nur, wenn die direkte Qualifikation für die Champions League sicher eingetütet ist, wie die Bild berichtet. Letztlich dürfte das auch für Sancho Voraussetzung sein, denn mit dem BVB hat er Auftritte in der Königsklasse schon jetzt sicher.

Barcelona hofft auf Einnahmen durch Coutinho und Dembélé

OUSMANE DEMBÉLÉ (FC Barcelona)

Seine Zeit bei Barca fing mit dem erstreikten Wechsel vom BVB nach Spanien schon mies an, wurde mit diversen Undiszipliniertheiten und Verletzungen über die vergangenen zweieinhalb Jahre nicht besser - haben die Katalanen jetzt genug?

Mit einem Weiterverkauf könnte zumindest etwas Geld in die Kassen gespült werden, die mittlerweile 138 Millionen, die man bislang für ihn zahlte, wird Barca aber nicht bekommen.

Dembélé ist immer noch erst 23, hat noch bis 2022 Vertrag - und offenbar keine Lust auf Manchester United. Dort hätte er eine Alternative zu Sancho sein können, lehnte nach Informationen von ESPN einen Transfer aber ab. Stattdessen will er sich bei Barca durchsetzen. Fragt sich nur, ob das so wahrscheinlich ist.

PHILIPPE COUTINHO (FC Barcelona)

Auch beim FC Bayern fand er als Leihspieler nicht sein Glück, die Münchner verzichteten auf die Kaufoption (ursprünglich rund 120 Millionen) und werden ihn nach der Champions League zurück nach Barcelona schicken.

So richtig hatte er dort auch nicht funktioniert, zudem muss Barca Einnahmen generieren, um seinerseits einzukaufen. Angeblich wurde Coutinho bereits bei Arsenal und Newcastle United angeboten, auch um eine mögliche Rückkehr zum FC Liverpool gab es schon Gerüchte. Möglich wäre auch eine Rückkehr zu Inter Mailand, wo er (wo er von 2010 bis 2012 schon unter Vertrag stand).

LAUTARO MARTINEZ (Inter Mailand)

Coutinho könnte beispielsweise mit dem Inter-Angreifer (22) verrechnet werden. Barca soll sich mit dem Angreifer aus Argentinien schon einig sein, die Verhandlungen mit Mailand liegen aber aktuell auf Eis, wie FCB-Präsident Josep Bartomeu zuletzt erklärte.

Nach der Saison soll es dann ans Eingemachte gehen - die Ablöse. Laut Corriere della Sera soll Mailand rund 90 Millionen anvisieren. Mit Martinez hätte Barca den Nachfolger des alternden Luis Suarez (33) an Land gezogen.

Bale und Özil sind teure Tribünengäste

GARETH BALE (Real Madrid)

Der Waliser hat in den letzten Tagen mit seinen Null-Bock-Gesten das Reservistendasein auf der Tribüne zur Kunstform erhoben.

Mal legte Bale die Beine hoch und nutzte seine Corona-Maske als Augenbinde, um in Ruhe schlafen zu können, dann gähnte er herzhaft und formte mit den Händen ein Fernglas - um in die eigene Zukunft zu blicken? Diese kann nach dem ganzen Theater eigentlich kaum noch in Madrid stattfinden, trotz Vertrages bis 2022.

Seit geraumer Zeit sorgt der 30-Jährige nur noch abseits des Feldes für Schlagzeilen, fünf Mal in Folge saß er jetzt schon auf der Bank. Im Winter war ein China-Wechsel noch geplatzt, nun sollen die neuen, schwerreichen Besitzer von Newcastle United Bale ins Visier genommen haben. Kehrt der einstige 100-Millionen-Mann zurück auf die Insel?

MESUT ÖZIL (FC Arsenal)

Der 31 Jahre alte Regisseur hat es seit dem Corona-Restart ganze zwei Mal in den Arsenal-Kader geschafft und keine Sekunde gespielt - auch, aber nicht nur wegen leichter Rückenprobleme. Trainer Mikel Arteta machte ihm zuletzt wenig Hoffnung.

Özils Vertrag läuft ohnehin 2021 aus, Arsenal würde den Topverdiener (rund 20 Millionen Euro im Jahr) wohl kaum aufhalten. Doch wohin könnte er gehen? Die Türkei und die USA sollen die wahrscheinlichsten Ziele sein.

Passend: Istanbul Basaksehir, geführt von Verwandten des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, meldete schon im Winter Interesse an. Ein Foto mit dem umstrittenen türkischen Staatschef war vor der WM 2018 der Anfang vom Ende der Nationalmannschaftskarriere Özils.

KAI HAVERTZ (Bayer Leverkusen)

Der 21 Jahre alte Jungstar könnte einer der wenigen Stars sein, die diesen Sommer für eine dreistellige Summe über den Ladentisch gehen - weil Bayer diese Summe aufruft, sollte ihn jemand trotz Vertrages bis 2022 haben wollen.

Der FC Bayern nahm deshalb in diesem Sommer von einem Transfer Abstand, wie Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge bei SPORT1 bestätigte. Havertz‘ Wunschziel soll England sein, neben Chelsea ist laut Sun auch Manchester City interessiert.

DAVID ALABA (FC Bayern)

Der Bayern-Verteidiger (28) zögert mit einer Verlängerung seines 2021 auslaufenden Vertrages, flirtet mit dem FC Barcelona und Real Madrid. Nachdem Manchester City mit dem Rückenwind der abgeschmetterten CL-Sperre wieder nach Lust und Laune shoppen darf, hat ihn laut Guardian auch sein Ex-Trainer Pep Guardiola als "Hauptziel" auserkoren.

Eine Verrechnung im Tausch für Leroy Sané lehnte Bayern schon ab. Chelsea und PSG sollen laut Bild auch Optionen sein - aber nicht Alabas Wunschziele. Ein Knackpunkt beim Transfers: Der Österreicher soll laut Bild ein Gehalt von 20 Millionen im Jahr anpeilen - das muss ein Klub, beispielsweise im Corona-gebeutelten Spanien, erst einmal stemmen.

THIAGO (FC Bayern)

Der kreative Spanier (29) hat den unterschriftsreif vorliegenden Bayern-Vertrag bislang nicht unterschrieben und setzt sich laut Rummenigge "damit auseinander, nochmal etwas Neues zu machen". Thiagos Haus in München soll laut Sport Bild schon zum Verkauf stehen.

Neben einer Rückkehr zu Förderer Guardiola (Stichworte: "Thiago oder nix") wurde auch der FC Liverpool schon als Interessend genannt - will laut ESPN aber im Sommer keine großen Transfers machen.

Weitere Optionen? Eine Rückkehr zum FC Barcelona, Manchester United oder Juventus Turin, die sich Thiago leisten könnten.

Reals Problemfälle heißen James und Jovic

EDINSON CAVANI (Paris St.-Germain)

Ausnahmsweise ein Transferfenster ohne wirklich heiße Gerüchte um PSG-Star Neymar - dafür sucht sein Teamkollege einen neuen Klub. Der Vertrag mit Sturm-Kante Cavani (33) lief aus, die Champions League spielt er schon gar nicht mehr mit PSG.

Atlético Madrid, das lange als heißer Kandidat genannt wurde, hat mittlerweile abgewunken, laut Ovación lehnte Cavani seinerseits ein Angebot von David Beckhams Inter Miami ab. Er soll eher eine Rückkehr nach Italien favorisieren, Inter gilt als interessiert.

JAMES RODRIGUEZ (Real Madrid)

Teilt mit Coutinho das Schicksal, durch ein Leih-Gastspiel beim FC Bayern nicht sein Glück gefunden zu haben und hat dem Brasilianer voraus, dass es auch nach der Rückkehr zum alten Klub so gar nicht funken mag.

Real-Trainer Zidane erklärte zuletzt schon, er wisse nicht, ob James überhaupt noch einmal für die Madrilenen spielen werden - klingt nicht nach einer guten Perspektive.

Der Vertrag läuft schon 2021 aus, nur diesen Sommer bringt der Kolumbianer also noch wirklich Geld. Sein einstiger Förderer Carlo Ancelotti könnte ihn beim FC Everton gut gebrauchen, auf der Insel soll es mit ManUnited, Arsenal und den Wolverhampton Wanderers weitere Interessenten geben.

LUKA JOVIC (Real Madrid)

Für den 22-Jährigen, der einst in der Büffelherde von Eintracht Frankfurt zur Tormaschine wurde, läuft es seit dem Wechsel für 60 Millionen im Sommer zu Real Madrid alles andere als super.

Abgesehen vom Corona-Ärger um seine Heimreise nach Serbien sieht er kaum mal Zeit auf dem Spielfeld (nur 12 Prozent der Spielminuten absolviert), ganze zwei Tore stehen für ihn zu Buche. Entsprechend soll er laut Marca schon wieder zum Verkauf stehen. Interessenten? Leicester City denkt nach einem Bericht der Daily Mail über Jovic nach, beim AC Mailand könnte es zur Reunion mit Ante Rebic kommen, weiß Mundo Deportivo zu berichten. Dort wird auch Chelsea als mögliche Destination genannt.

N’GOLO KANTÉ (FC Chelsea)

Inter-Trainer Antonio Conte kennt den französischen Abräumer (29) aus gemeinsamen Zeiten beim FC Chelsea und will ihn laut Gazzetta dello Sport jetzt in die italienische Metropole nachholen.

Bei Blues-Coach Frank Lampard stand Kanté zuletzt nicht einmal mehr im Kader - die Vorboten eines Abschieds? Spanische Medien berichteten zudem bereits im Juni, dass Zinédine Zidane seinen Landsmann gerne zu Real Madrid holen will.

ZLATAN IBRAHIMOVIC (AC MAILAND)

Der Vertrag des mittlerweile 38-jährigen Angreifers bei Milan läuft aus, nach einer Verlängerung sieht es aktuell nicht aus - auch weil ein Zlatan Ibrahimovic natürlich nicht in der Europa League spielt.

"Ibra ist kein Spieler für die Europa League, und Milan ist kein Verein, der in die Europa League gehört", verkündete er zuletzt in der Gazzetta dello Sport. Wie es mit dem Schweden weitergeht, ist noch völlig unklar, auch ein Karriereende scheint nicht ausgeschlossen.

"Ob ich in Mailand bleibe? Ich habe noch einen Monat, um Spaß zu haben, danach geschehen Dinge, die man nicht kontrollieren kann. Ich bin alt, das ist kein Geheimnis, doch das Alter ist nur eine Zahl", meinte er zwar nach dem 4:2 gegen Juve, schob aber nach, es könne sein, dass ihn die Fans zum letzten mal live gesehen haben.

ADAMA TRAORÉ (Wolverhampton Wanderers)

Die Muskel-Maschine der Wolves geistert in England schon länger durch den Blätterwald. Der FC Liverpool wurde ebenso schon als mögliches neues Team genannt wie Manchester City.

Für den in Spanien geborenen 24-Jährigen wird allerdings auch großes Geld aufgerufen. Rund 77 Millionen wollen die Wolves laut Mirror für Traoré sehen.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image