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München - Der Ironman auf Hawaii wird zum deutschen Dreikampf um den Sieg. Jan Frodeno und Patrick Lange winkt sogar eine deutsche Rekordmarke.

Seit nunmehr fünf Jahren ist der Ironman Hawaii fest in deutscher Hand.

2014 triumphierte Sebastian Kienle, in den darauffolgenden beiden Jahren siegte Jan Frodeno auf der Vulkaninsel, bevor sich 2017 und 2018 Patrick Lange die Ironman-Krone aufsetzte. 

Auch beim diesjährigen Ironman in der Nacht von Samstag auf Sonntag ist das Trio wieder dabei - allerdings mit völlig unterschiedlichen Vorzeichen. Lange, der die Chance auf den Hattrick besitzt, kämpfte über weite Strecken mit seiner Form. Zuletzt gab es dann zusätzlich noch Rückschläge, auf die Lange keinen Einfluss hatte. Seine Ehefrau Julia war auf Hawaii mit einem anderen Radfahrer kollidiert."

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Lange mit vielen Widrigkeiten im Vorfeld

"Es ist nicht so cool", schilderte Lange dem Triathlon-Magazin, "wenn man seine Frau auf dem Highway aufsammeln muss." Zudem erhielt sein Trainer Faris Al-Sultan kein Visum für die Reise in die USA. "Das ist natürlich sehr ärgerlich. Daher bleibe ich jetzt zuhause", sagte Al-Sultan dazu bei SPORT1

Trotz dieser schwierigen Voraussetzungen zeigte sich Lange im Gespräch mit SPORT1 zuversichtlich: "Ich denke, dass es auch kein Geheimnis ist, dass ich mit den Bedingungen dort gut zurechtkomme. Von der Favoritenrolle kann ich mich nicht ganz freimachen und das ist auch gut so. Wenn man mit der Startnummer eins an den Start geht, möchte man sie im nächsten Jahr auch behalten und das ist auch in diesem Jahr wieder die klare Zielsetzung."

Er werde "alles dafür geben, dass noch ein weiterer Titel hinzukommt", ergänzte Lange. Die deutsche Vorherrschaft sei eine "extrem geile Situation".

Frodeno mit "sensationeller Vorfreude"

Als härtesten Konkurrenten nannte Lange wenig überraschend Frodeno. "Er befindet sich im Herbst seiner Karriere und er möchte das Rennen unbedingt nochmal gewinnen. Ich denke, dass er der kompletteste Athlet ist, den es dort zu schlagen gilt." Im Gegensatz zu Lange hat Frodeno eine blitzsaubere Saison abgeliefert. Höhepunkt war der Sieg beim Frankfurt-Ironman, wo er Kienle und Lange in die Schranken verwies. 

"Es war mein erster Ironman nach einem Jahr und es ist schön zu sehen, dass es gut lief. Ich weiß aber auch, dass Hawaii nochmal ein ganz anderes Rennen ist", sagte Frodeno nach dem Erfolg in Frankfurt zu SPORT1. Im Vorjahr hatte Frodeno auf Hawaii verletzungsbedingt gefehlt. Nun tritt er mit einer "sensationellen" Vorfreude an. "Ich sehe die Teilnahme als Chance, Geschichte zu schreiben und Teil der Geschichte dieses Rennens zu werden." Als erster Deutscher könnte Frodeno, wie auch Lange, drei Siege auf Hawaii landen.

Ausgerechnet Sebastian Kienle könnte den historischen Triumph seiner beiden Landsmänner verhindern. Auch er konnte, wie Frodeno, beim Ironman 2018 aufgrund eines technischen Defektes nicht in den Kampf um den Sieg eingreifen. Nun, nach einer starken Saison, möchte er wieder angreifen - auch dank seiner neuen Stärke auf der Laufstrecke.

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"Dass ich nochmal zulegen kann, damit habe ich nicht gerechnet", gab sich der 35-Jährige im Gespräch mit dem tri-mag überrascht von dieser Entwicklung.

Frodeno lobte Kienles Einstellung bei SPORT1: "Er ist ein richtiger Racer und holt alles aus sich heraus, um nochmal aufzuschließen. Er macht keine taktischen Spielchen und wartet nicht ab, bis der andere einen Fehler macht."

Internationale Konkurrenz mischt mit

Neben dem deutschen Favoriten-Trio gibt es natürlich auch große internationale Konkurrenz, die in die deutsche Phalanx einbrechen möchte.

"Lionel Sanders hat sich nach Verletzung wieder zurückgekämpft und wird ein Faktor sein. Dann gibt es mit Alistair Brownlee einen zweifachen Olympiasieger, der auch nicht ganz so schlecht im Triathlon ist. Er ist sicher auch auf der Favoritenliste weit oben und es sind noch vierzig andere Athleten, die einem das Leben an einem guten Tag zur Hölle machen können", sagte Lange.

Für den zweimaligen Ironman-Sieger und Ex-Triathlet Normann Stadler gibt es aber einen klaren Favoriten, wie er bei SPORT1 verriet: "Jan Frodeno, er war letztes Jahr bereits mein Favorit. Er hat eine Souveränität und nochmal ein Extrafeuer entfacht in sich. Es gefällt ihm natürlich nicht, dass Patrick im letzten Jahr zum zweiten Mal gewonnen hat mit einem Rekord (erster Sieger unter der Acht-Stunden-Marke, Anm. d. Red.), den er selber gerne hätte."

Stadler warnt Lange vor Konkurrenz

Doppelsieger Lange warnte der 46-Jährige vor der Konkurrenz. Diese werden das Rennen so gestalten, "dass Patrick leiden muss. Niemand möchte mit ihm auf die Laufstrecke", so Stadler.

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Nach den Idealbedingungen im Vorjahr wünscht er sich für das Rennen in diesem Jahr eine zusätzliche Spannungskomponente: "Ich hoffe, es weht mal wieder ein Wind, denn dann sind die Bedingungen ganz anders und das Rennen ist offen."

Am Ende solle es aber "einen deutschen Sieg" geben, erklärte der ehemalige Triathlet. Gleich drei Hochkaräter können Stadlers Wunsch Wirklichkeit werden lassen und die Bestmarke der Australier, die einst ebenfalls sechs Jahre in Folge gewannen, einstellen.

Ein historisches Rennen steht bevor.

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