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München - Anna Haug verrät im SPORT1-Interview, um was sie ihren Triathleten-Kollegen Jan Frodeno beneidet. Zudem spricht sie über ihren Ironman-Triumph und ihre Ziele.

Anne Haug hat 2019 Geschichte geschrieben, als sie als erste deutsche Frau die Ironman-WM auf Hawaiii für sich entscheiden konnte. Auch bei den Männern siegte mit Jan Frodeno ein Deutscher.

Auf diesen ist die Triathletin in den aktuellen Corona-Zeiten etwas neidisch, wie sie im Instagram-Interview mit SPORT1-Moderatorin Laura Papendick verriet.

"Ich gehöre leider zu den 99,9 Prozent aller Triathleten, die keinen Pool mit Gegenstromanlage haben", sagte Haug lachend, als sie auf den Home-Ironman von Frodeno angesprochen wird.

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Haug würde das Vorhaben von Frodeno, der am Ostersamstag einen Ironman in seinen eigenen vier Wänden absolviert, aber sowieso nicht nachmachen: "Wenn ich einen Marathon auf dem Laufband laufen müsste, bräuchte ich drei Tage Physio am Stück danach. Also es ist nicht besonders zum Nachnahmen geeignet."

Haug mit langer Schwimm-Pause

Ein eigener Pool wäre für Haug dennoch hilfreich, da sie aktuell nur Laufen und Radfahren richtig trainieren kann.

"Das Problem ist das Schwimmen zurzeit. Das versuche ich an irgendwelchen Gummiseilen zu imitieren. Aber Schwimmen lässt sich einfach nicht durch irgendwelche Apparate ersetzen", sagte Haug.

Die aktuell bereits drei Wochen andauernde Schwimm-Pause ist die längste in ihrer Karriere als Leistungssportlerin. Ansonsten hat sich ihr Leben durch Corona laut eigener Aussage aber wenig verändert.

"Ich bin gewohnt, allein alles zu machen. Mein Leben ist quasi wie Quarantäne", erzählte Haug mit einem Augenzwinkern.

Haug über größere Aufmerksamkeit

Ihren großen Triumph auf Hawaii musste Haug nicht groß verarbeiten oder realisieren: "Ich mache meinen Sport nicht, um Hawaii-Sieger oder Olympiasieger zu werden. Klar will man immer gewinnen, aber vor allem das Beste aus sich herausholen. Mein Ziel ist immer, besser zu werden."

Die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit ist nach dem Sieg dennoch deutlich gestiegen. "Der 3. Platz vor zwei Jahren hat außer vielleicht der lokalen Zeitung keinen Mensch interessiert. Nach dem Sieg war das Interesse gigantisch. Ich glaube, mein Manager hat am Tag 150.000 Mails bekommen", sagte Haug.

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Ob sie ihren Titel in diesem Jahr überhaupt verteidigen kann oder der Ironman auf Hawaii wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden muss, weiß aktuell keiner. Haug versucht deshalb, ihr Fitness-Level auf einem gutem Niveau zu halten und an ihren Schwächen zu arbeiten.

Haug denkt nicht an Karriereende

An ein Karriereende denkt die 37-Jährige ohnehin noch lange nicht. "Ich habe noch so viele Ziele, die ich erreichen möchte. Und ich glaube nicht, dass das Alter da ein limitierender Faktor ist", sagte Haug.

Ihre Ziele bestehen dabei nicht unbedingt aus Platzierungen oder Medaillen: "Ich kann nicht beeinflussen, wie gut die anderen sind. Aber wenn ich über die Ziellinie gekommen bin, will ich wissen, dass ich alles gegeben habe und besser war als im vergangenen Jahr. Das ist mein großes Ziel."

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