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Quarterback Bradley Strauss führt die Cologne Crocodiles zum Sieg © football-aktuell.de/Dirk Pohl
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Die Cologne Crocodiles siegen in einer umkämpften GFL-Partie gegen die Potsdam Royals. In Stuttgart sorgt ein Oldie für Jubelstürme.

Noch nicht einmal einen Monat alt ist die Saison in der GFL - der Kampf um die Playoffs aber ist eröffnet.

Jedenfalls spielten Cologne Crocodiles und Aufsteiger Potsdam Royals am Potsdamer Luftschiffhafen eine zeitweise ruppige Partie, als gäbe es kein Morgen mehr. Und auch kein Rückspiel im September, bei dem die Kölner zu Hause ihren knappen Vorsprung im direkten Vergleich nach dem 42:41-Sieg vom Sonntag vermutlich erst einmal verteidigen müssten, um tatsächlich auf Rang vier die Endrunde zu erreichen.

Im Moment gehören sie jedenfalls zu den vier Mannschaften mit 4:0 Punkten in der GFL Nord, nach einem Spiel, das sie eigentlich nicht mehr hätten gewinnen dürfen. Im vierten Viertel waren die Potsdamer auf 41:27 davongezogen.

Quarterback Strauss führt Köln zum Sieg

Die Kölner kamen erst nach einem Verzweiflungspass auf Dominic Gröne in einem vierten Versuch auf 34:41 heran, verpatzten anschließend aber den Versuch des Onside Kicks gründlich. Bei Ballbesitz Potsdam an der 32-Yard-Linie der Kölner hätte so eigentlich der erste Royals-Heimsieg in der GFL feststehen sollen.

Doch dem Neuling gelang es weder die Restspielzeit zu verbrauchen, noch per Field Goal den Vorsprung auf zehn Punkte zu erhöhen. 64 Sekunden genügten Gäste-Quarterback Bradley Strauss dann, um seinen Angriff über 84 Yards noch einmal bis in die Endzone zu führen, abgeschlossen abermals mit einem Touchdown-Pass auf Gröne.

Die Crocodiles begnügten sich nun auch nicht mehr mit einem Unentschieden: Strauss lief zur 2 Point Conversion zum 42:41-Endstand gleich noch einmal in Potsdams Endzone.

Allgäu Comets schlagen Ingolstadt Dukes

Noch punktreicher war es tags zuvor in einem Spiel unter ähnlichen Vorzeichen in Ingolstadt zugegangen. Allgäu Comets und Ingolstadt Dukes könnten in der GFL Süd am Ende um Platz vier streiten. Einen frühen Vorteil sicherten sich die Allgäuer dabei nun durch ihr 52:42 bei den Dukes. Die Comets zeigten sich im Angriff im Vergleich zur Auftaktniederlage gegen Meister Schwäbisch Hall klar verbessert.

War gegen die Unicorns noch alles schief gegangen, was schief gehen konnte, lief es diesmal im extrem auf Passspiel ausgelegten Angriffskonzept der Comets rund.

Spencer Cutlan siegt mit den Allgäu Comets © football-aktuell.de/CS-Sportfoto

"Die Offense der Allgäuer hat alles riskiert. So was kann auch schief gehen, aber heute hat bei den Comets alles geklappt", musste Ingolstadts Defensive Coordinator Max Macek einräumen. Dukes-Head-Coach Eugen Haaf ergänzte: "Wir haben heute nur im letzten Viertel Football gespielt. Was wir davor geboten haben, ist mir unerklärlich."

Nach der Pause und vor der vergeblichen Aufholjagd der Gastgeber am Schluss hatten die Comets mit zwei Touchdowns von Spencer Cutlan und einem von Feli Manoka ihren Vorsprung auf 38:14 ausgebaut. Zweimal kamen die Ingolstädter zwar noch bis auf jeweils drei Punkte heran, aber Cutlan setzte mit seinem dritten Touchdown des Tages schließlich den Schlusspunkt zur endgültgen Entscheidung.

Braunschweig siegt im Traditionsduell

Bei den übrigen Spielen des GFL-Wochenendes gab es klare Sieger: Im GFL-Nord-Traditionsduell fertigte Braunschweig die Kieler mit 42:3 ab, im Hessen-Derby Frankfurt die Marburger gar mit 63:7.

Auch dass Meister Schwäbisch Hall Unicorns sein Nachbarschaftsduell gegen Stuttgart deutlich gewinnen würde (49:19), war keine Überraschung - wohl aber, dass die spektakulärsten Momente dabei doch die Stuttgart Scorpions haben würden.

Entschieden war die Partie da längst. Gegen die Stuttgarter, die zuvor den glücklosen Quarterback Frank Brock wieder heim in die USA geschickt und als Interimslösung durch Offensive Coordinator Rick Webster ersetzt hatten, spulten die Schwäbisch Haller in der ersten Hälfte souverän ihr Programm herunter.

Nach unter anderem je zwei Touchdowns von Jerome Manyema und Christian Hafels lagen sie zur Halbzeit 35:6 vorn. Für ihren Teil war die Pflichtaufgabe damit abgehakt.

Oldie sorgt für Jubelstürme

Die Glanzmomente der zweiten Halbzeit gönnten sie den Stuttgartern: Einen echten Leckerbissen stellte zunächst die Interception von Stuttgarts Joshua Morgan dar, der einen Pass von Unicorns-Quarterback Marco Ehrenfried an der eigenen 5-Yard-Linie abfangen und über das gesamte Feld zum 12:37 in die Haller Endzone tragen konnte.

Ehrenfried machte seinen Fehler mit dem Touchdown-Pass auf Tyler Rutenbeck schnell wieder gut - und doch bejubelte das Stadion zum Ende einen anderen Quarterback: Stuttgarts Günther Michel.

Michel gehört seit Jahrzehnten zum Stuttgarter Kader, der mittlerweile 59-Jährige hält sich im Training mit Teamkameraden, die inzwischen seine Enkel sein könnten, fit. So fit, dass er für ein paar Angriffsserien auch als Übergangslösung bereit stehen könnte, wären alle anderen Quarterbacks im Kader verletzt.

Oder sollten - so wie nun Rick Webster - am Ende eines entschiedenen Spieles besser geschont werden. Vier Minuten vor Schluss erntete Michel jetzt - im Stadion des Erzrivalen - „Standing Ovations“: Die von ihm über 64 Yards geführte Angriffsserie beendete David Koracevic mit einem Touchdown für Stuttgart.

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