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Gennadiy Adams (mit Ball) ist der neue Wide Receiver der Potsdam Royals
Gennadiy Adams (mit Ball) ist der neue Wide Receiver der Potsdam Royals © football-aktuell.de/Miladinovic
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In der GFL greifen am Wochenende 14 Teams in die Saison ein. Die Potsdam Royals empfangen die Hildesheim Invaders. Beide gehen mit hohen Erwartungen in die Saison.

Eine Woche nach dem Season Opener in Schwäbisch Hall startet die GFL-Saison 2019 nun auch für fast alle der übrigen Vereine.

Sieben Partien stehen am ersten Mai-Wochenende auf dem Programm. Besonders in Potsdam, Frankfurt und München werden dabei wegweisende Erkenntnisse für den Verlauf der Saison zu erwarten sein.

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In Potsdam spielt am Samstag der Vorjahresfünfte der Gruppe Nord gegen den Vorjahressiebten, aber gerade bei diesen beiden Teams steht zu vermuten, dass sie in diesem Jahr eine gänzlich andere Rolle spielen könnten. Die Potsdam Royals hatten sich schon als Aufsteiger 2018 in die Nähe der Playoff-Ränge gespielt, nun haben sie ihren Kader noch einmal verstärkt.

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Invaders holen German-Bowl-MVP zurück

Geradezu revolutionär sind dazu die Veränderungen in Hildesheim. In den Jahren seit dem Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse hatten sich die Invaders mit der Rolle des "kleinen Nachbarn" von Rekordmeister Braunschweig begnügt. Der Abstieg wurde vermieden, beim Derby gegen Braunschweig das Stadion gefüllt und die erwartete Niederlage kassiert, das war's. Mit den Playoff-Rängen beschäftigten sich nicht einmal die größten Anhänger auch nur theoretisch.

Dies sollte dieses Jahr anders sein. Grund ist die Verpflichtung von Casey Therriault als Quarterback. Als Spielmacher war er für die vier Braunschweiger Meistertitel von 2013 bis 2016 verantwortlich, drei Mal war er Most Valuable Player im German Bowl. Danach hatte er seine Laufbahn eigentlich beendet und sich in die USA zurückgezogen.

Casey Therriault gewann mit den Braunschweig Lions vier Mal den German Bowl
Casey Therriault gewann mit den Braunschweig Lions vier Mal den German Bowl © football-aktuell.de/CS-Sportfoto

Im Winter allerdings überzeugten Hildesheims Cheftrainer Matt LeFever und sein aus Braunschweig gekommener Assistent Gerrit Meister Therriault von einem GFL-Comeback. Die Zusage des Mannes aus Michigan hatte eine Art umgekehrten "Domino-Effek"“ zur Folge. Reihenweise gaben Ex-Mitspieler aus erfolgreichen Tagen bekannt, sich ihm im neuen Team anzuschließen.

Darunter unter anderem mit Anthony Dablé-Wolf ein Receiver, der auch bei den New York Giants schon unter Vertrag war. So tritt für die Hildesheimer in Potsdam nun ein Team an, das man von den Namen her vor zwei, drei Jahren noch in Braunschweig verortet hätte.

Ex-Eagles-Spieler neu bei den Royals

Die Potsdam Royals wiederum haben nicht nur einen neuen Quarterback, Cody Williams, an Bord, sondern mit Receiver Keevan Lucas (zuletzt Philadelphia Eagles) und Running Back Gennadiy Adams, an dem die Minnesota Vikings einst interessiert waren, neue Waffen im Angriff, die nur knapp am Durchbruch in der NFL gescheitert waren.

Potsdam und Hildesheim wird der Sprung in die Playoffs zugetraut. Insgesamt aber wird das Rennen in der GFL Nord offener werden, und schon eine Niederlage im Auftaktspiel am Potsdamer Luftschiffhafen könnte beiden Teams den großen Ambitionen einen ernsthaften Knacks versetzen. Nur für einen der beiden Kontrahenten dürfte die Welt also nach dem Wochenende noch in Ordnung sein.

Frankfurt empfängt die Comets

Auch in der GFL Süd sind in der Verfolgergruppe hinter Schwäbisch Hall womöglich Verschiebungen zu erwarten. Frankfurt Universe hat bisher in allen seinen drei GFL-Spielzeiten noch keine Niederlage gegen ein anderes Team als die Unicorns im Süden hinnehmen müssen. Nach der Insolvenz der Vermarktungsgesellschaft im letzten Jahr und dem Verlust des Namenssponsors hat sich der Verein zwar von den schlimmsten Turbulenzen erholt. Aber ob und wie das auf einigen Positionen zwangsläufig neu formierte Team sich nun zumindest auf Rang zwei der Südgruppe halten kann, ist eine spannende Frage.

Caler Brian war fast 10 Jahre lange Chef-Coach im Allgäu
Caler Brian war fast 10 Jahre lange Chef-Coach im Allgäu © football-aktuell.de/Baumert

Am Sonntag steht man gegen den Vorjahresdritten Allgäu Comets im ersten Heimspiel des Jahres schon auf dem Prüfstand. Zusätzlichen Reiz bezieht dieses Duell wieder daraus, dass Frankfurts Cheftrainer Brian Caler erst letztes Jahr aus dem Allgäu nach Hessen gewechselt war und insbesondere der 66:7-Kantersieg der Frankfurter bei den Kemptenern 2018 der Universe unter Comets-Anhängern allen Rest an Sympathien gekostet hat.

Bayern-Derby in München

Außer den Allgäuern spekulieren weitere Teams für 2019 auf ein Nachlassen der Frankfurter. Der Vorjahresvierte Munich Cowboys gehört dazu, hat für den Saisonauftakt aber erst einmal andere Sorgen. Im letzten Jahr starteten die Münchner mit fünf Niederlagen am Stück. Vor allem aber verlor man später auch das Heimspiel gegen den bayerischen Rivalen und Aufsteiger Kirchdorf Wildcats. Ein Unding eigentlich für den Großstadtverein, der schon vor 40 Jahren zur ersten Liga gehörte.

Dieses Jahr ist dieses Bayern-Derby gleich der Auftakt in die neue Saison. Die Münchner wollen sich nicht schon wieder einen Fehlstart erlauben, die Wildcats hoffen erneut auf ein Überraschungsmoment.

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