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Tyler Rutenbeck, Schwäbisch Hall Unicorns
Tyler Rutenbeck, Schwäbisch Hall Unicorns © credit: football-aktuell.de/Miladinovic
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Die Schwäbisch Hall Unicorns feiern den 40. Sieg in Folge und wandeln auf den Spuren von Handball-Rekordmeister THW Kiel. Frankfurt ist chancenlos.

Klare Sache für den Titelverteidiger und für die Konkurrenz in der GFL ein Schock: Die Schwäbisch Hall Unicorns gewannen die Neuauflage des letzten German Bowls bei Frankfurt Universe glatt mit 31:0. Für die Haller war es der 40. Sieg in Folge seit 2017 und damit die Einstellung eines deutschen Rekordes für Bundesligen in Mannschaftssportarten - 2011 und 2012 hatte bislang einzig der THW Kiel im Handball 40 Mal am Stück siegen können.

So wie die Haller in der Frankfurter PSD Bank Arena auftraten, dürfte diese Serie noch lange nicht zu Ende sein. Ihr Weg zu Heimspielen in Viertel- und Halbfinale in den PlayOffs scheint vorgezeichnet, das Halbfinale wäre dann das 50. Spiel unter Head Coach Jordan Neuman - mit ihm haben sie noch kein Spiel verloren.

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Unicors-Coach lobt seinen Vorgänger

"Das ist nicht allein mein Verdienst", sagt Neuman. "Die entscheidenden Faktoren dafür sind die Grundlagen, die mein Vorgänger Siegfried Gehrke geschaffen hat, die Spieler, die hart für diese Erfolge arbeiten, und die gesamte Unicorns-Organisation, die uns allen die Möglichkeit gibt, so gut Football zu spielen, wie wir es in Schwäbisch Hall tun können."

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Dagegen kommt in der GFL Süd derzeit niemand an, die Frankfurter waren da die letzte Hoffnung. Im German Bowl war ihre Defense noch als eine Art heimlicher Gewinner des Finales gelobt worden - und nun dies: 31 Punkte hat Universe seit über zwei Jahren nicht mehr hinnehmen müssen. Und ohne eigene Punkte war man noch in keinem GFL-Spiel geblieben.

Vor dem Spiel hatten die Unicorns sich ein wenig Sorgen um ihren Top-Receiver Tyler Rutenbeck gemacht, der während der Woche erkrankt war. Erst kurz vor Kickoff gab er Entwarnung und lief mit auf. Dafür fehlte auf der Gegenseite mit Fernando Lowery im Defensive Backfield der Frankfurter genau jener Mann, der ihm hätte Paroli bieten sollen.

Frankfurter Taktik geht daneben

Die Frankfurter setzten daraufhin oft auf Doppeldeckungen sowohl gegen Rutenbeck als auch gegen den zweiten Haller Receiver Nate Robitaille. Das ging schief, denn die Freiräume für das Laufspiel nutzten Jerome Manyema und Maurice Schüle weidlich aus und bereiteten damit die Touchdowns von Rutenbeck (drei) und Robitaille vor.

Noch erschreckender für die Scouts der anderen GFL-Vereine, die sich Hoffnungen machen, den Unicorns irgendwie die Meisterschaft abjagen zu können: In der Defense attackierten die Unicorns konsequent genau dort, wo die Frankfurter sich just mit dem amerikanischen Neuzugang Andrew Ness mutmaßlich verstärkt hatten, an der Linie.

Brandon Connette von New Yorker Lions
Brandon Connette von New Yorker Lions © credit: football-aktuell.de/Dirk Pohl

Der aggressive Pass Rush brachte ihnen zwar die eine oder andere Strafe wegen des zu späten Angriffs auf den Quarterbacks ein. Aber noch häufiger gab es regelgerechte Quarterback Sacks, von denen allein Alexander Kress drei setzen konnte. Bis auf eine Chance im zweiten Viertel, die Halls Tobias Löffler durch seine Interception vereitelte, bekam Frankfurt im Angriff nie ein Bein auf den Boden.

Monarchs-Aufholjagd nicht belohnt

Spannender ging es im Spitzenspiel im Norden zu, obwohl auch dort die Gastgeber im ersten Viertel bereits 0:17 hinten lagen. Später berappelten sich die Dresden Monarchs allerdings noch und scheiterten beim 31:34 gegen die New Yorker Lions mit ihrer Aufholjagd nur knapp. Wäre ihr Quarterback Zack Greenlee nicht verletzt mit einer Rippenprellung ausgeschieden, wäre wohl mehr für die Sachsen drin gewesen.

Vor rund 8.000 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion waren die Dresdener zu Beginn selbst zu beeindruckt von der Kulisse und agierten zu nervös. Pudelwohl fühlten sich dagegen die Ex-Dresdener in Braunschweiger Diensten: Micky Kyei und Brandon Connette sorgten mit ihren Touchdowns für eine schon deutliche Führung der Gäste nach nur zehn Spielminuten.

Die passende Antwort lieferte Greenlee mit zwei Touchdown-Pässen auf KeVonn Mabon und Cheikhou Sow. Danach stand Dresden kurz davor, das Kommando über die Partie zu übernehmen, doch ein Ballverlust wenige Schritte vor der Braunschweiger Endzone wurde zum Wendepunkt. Braunschweigs David Müller trug das eroberte Leder übers ganze Feld zum 24:17 für die Lions.

Zack Greenlee von den Dresden Monarchs musste verletzt ausgewechselt werden
Zack Greenlee von den Dresden Monarchs musste verletzt ausgewechselt werden © credit: football-aktuell.de/Dirk Pohl

Greenlee verletzt vom Platz

Wenige Sekunden später rasselte Greenlee unglücklich mit einem Braunschweiger zusammen und musste verletzt raus. Von diesem Doppelschlag erholten die Sachsen sich nicht mehr, obwohl ihre Verteidigung beherzt kämpfte. Omari Williams verwandelte sogar zwei Ballverluste in Dresdner Touchdowns, doch Connettes zweiter Touchdown und ein Field Goal von Tobias Goebel sicherten den Braunschweiger 34:31-Erfolg.

Vom knappen Ausgang in Dresden profitierten die Hildesheim Invaders. Zum ersten Mal in der fast 36-jährigen Vereinsgeschichte ist der Nachbar von Rekordmeister Braunschweig nun selbst in der GFL einmal Spitzenreiter, zumindest nach der besseren Touchdown-Punktdifferenz. Die Hildesheimer bezwangen Aufsteiger Düsseldorf Panther klar mit 46:10.

Erstmals im Invaders-Trikot mit dabei war Justin Francis, der früher für die New England Patriots gespielt hat und sich mit einer Interception gleich gut einführte. Mit drei Touchdowns war Anthony Dablé-Wolf für die Gastgeber der Top-Scorer, den Vogel schoss zum Abschluss jedoch Jaleel Awini ab, als er in der Schlussphase Casey Therriault als Quarterback ersetzte und dies zu einem 60-Yard-Slalom durch die Düsseldorfer Verteidigung zum 46:3 nutzte.

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