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Die Hildesheim Invaders verpflichten einen Neuzugang und gehen als Spitzenreiter in die Partie gegen die Dresden Monarchs. Derweil steht Marburg vor einer kniffligen Aufgabe.

Erstmals nach mehr als 35 Jahren Football in Hildesheim gehen die Hildesheim Invaders am 15. Juni als Tabellenführer der GFL Nord in eine Partie. Das Heimspiel gegen die Dresden Monarchs ist dabei dann auch noch das erste Aufeinandertreffen der Invaders in diesem Jahr mit einem der beiden Ligafavoriten.

Entweder an den Sachsen oder am großen Nachbarn aus Braunschweig müssten die Invaders am Ende der Saison vorbeigezogen sein, um den ersten Play-Off-Einzug der Vereinsgeschichte auch mit einem Heimspiel krönen zu können. Dass die Hildesheimer nach ihrer Einkaufstour vor der Saison zu den vier Endrundenteams des Nordens zählen werden, ist eigentlich ausgemachte Sache.

Invaders mit Neuzugang

Nun haben sie noch einmal nachgelegt. US-Neuzugang LeMarkus Bailey ist als Safety für die Passverteidigung neu im Training dabei und wird gegen die Monarchs erstmals auflaufen. Der Transfer kommt nicht zufällig zu diesem Zeitpunkt, denn gegen das Monarchs-Passspiel brauchen die Gegner jede Hilfe, die sie kriegen können. Über 328 Yards Raumgewinn pro Spiel produzierte der bislang beste Passangriff der Liga mit Quarterback Zack Greenlee und Receiver KeVonn Mabon.

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Allerdings: Greenlee hat sich vor zwei Wochen bei der Niederlage im Spitzenspiel gegen Braunschweig eine Rippenprellung und eine Verletzung am Oberschenkel zugezogen. Die Monarchs haben sofort reagiert und mit dem US-Amerikaner Glen Cuiellette ihrerseits vor dem Spiel in Hildesheim ihren Kader durch einen weiteren Quarterback verstärkt.

Cuiellette hat College Football für Texas Southern gespielt und ist seit Donnerstag letzter Woche in Dresden. Ob eine Woche Vorbereitung für ihn genügt hat, um den Dresdner Angriff beim Spiel in Hildesheim bereits auf dem gleichen Niveau wie mit Greenlee führen zu können?

Passspiel entscheidend für Dresden

Womöglich werden die Dresdner da mehr auf ihre Verteidigung um Linebacker A.J. Wentland angewiesen sein. Ihr Erfolg im Angriff steht und fällt mit dem Passspiel. Anders als bei den Hildesheimern, die statistisch (bisher aber vor allem gegen klar schwächere Gegner) den mit 484 Yards Gesamtraumgewinn pro Spiel besten und ausgewogensten Angriff der Liga stellen.

Ihr Quarterback Casey Therriault ist in Sachen Effizienz führend, neben ihm sorgen mehrere Running Backs kontinuierlich im Wechsel für mehr als fünf Yards pro Lauf, während Dresden in diesem Bereich primär auf Glen Toonga setzt. Wird es in Spitzenspielen am Ende eng, kann es den Dresdnern da an ausgeruhten personellen Alternativen fehlen.

All diese Zahlenspielereien beruhen bislang jedoch auf kaum vergleichbaren Daten aus Spielen gegen unterschiedlich schwere Gegner. So wie erst der direkte Vergleich der Invaders mit den Monarchs in Hildesheim eine tatsächliche Standortbestimmung wird, gilt dies auch für das Münchner Match in der GFL Süd, bei dem ebenfalls am Samstag ab 16 Uhr die Munich Cowboys die Marburg Mercenaries erwarten.

Mercenaries vor kniffliger Aufgabe

Denn vor der Partie ist der Passangriff der Marburger in den GFL-Statistiken für den Raumgewinn die Nummer eins im Süden und nur knapp hinter dem der Dresdner die Nummer zwei der gesamten Liga. Nutzt den Mercenaries jedoch nichts: Auf Rang fünf liegt man in der Tabelle einen Zähler hinter den Münchner Gastgebern. So wie diese waren die Marburger gegen Schwäbisch Hall chancenlos, haben gegen Frankfurt mitgehalten, aber eben doch verloren. Und zusätzlich kassierten die Marburger in Stuttgart bereits eine Niederlage.

© football-aktuell.de/Baumert

Falls die Marburger die Künste ihres Quarterbacks Jakeb Sullivan also auch in der Endrunde präsentieren wollen, werden sie im Kampf um Platz vier die Cowboys wohl hinter sich lassen müssen. Was nicht nur deswegen schwer wird, weil die Münchner ihrerseits mit Brady Bolles ebenfalls einen Spielmacher haben, der derzeit statistisch zu den Top fünf der Liga gehört.

Sondern vor allem deshalb, weil ihre Verteidigung hinter denen der drei German-Bowl-Kandidaten Schwäbisch Hall, Braunschweig und Frankfurt die viertbeste der Liga ist. Die Cowboys-Defense hat bislang ein gutes Drittel weniger gegnerischen Raumgewinn erlaubt als die der Marburger. Das wird ein schweres Stück Arbeit für die Mercenaries, dieses Bollwerk zu knacken.

Sorgt Potsdam für Überraschung

Auch der frisch gebackene Eurobowl-Sieger Potsdam Royals muss sich unter ähnlichen Voraussetzungen wieder dem Liga-Alltag stellen. Wie für die Marburger scheint für die Potsdamer derzeit Platz vier in der eigenen Gruppe das optimistischste Szenario zu sein. Und auch die Royals bekommen es am Samstag mit einer Verteidigung zu tun, die bislang ein rundes Drittel weniger an Yards erlaubte als ihre eigene.

Gegen die New Yorker Lions ist man da trotz Europa-Triumph nur der Außenseiter. Allerdings sind die wahren Konkurrenten der Royals um den ersehnten Play-Off-Platz ja andere Teams als der Rekordmeister aus Braunschweig. Eine Niederlage lässt sich also verschmerzen, ein überraschender Sieg wäre dagegen ein starker Trumpf gegenüber den Rivalen aus Köln und Berlin, die ihre Heimspiele gegen die Braunschweiger bereits verloren haben.

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