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GFL, Dresden Monarchs, Zack Greenlee
Die Dresden Monarchs (gold) kämpfen in der GFL Nord um den zweiten Platz und damit eine gute Ausgangslage für die Playoffs © football-aktuell.de/Miladinovic
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Die Dresden Monarchs rufen das Spiel gegen Hildesheim zum "White Out Game" aus. Dabei benötigen die Sachsen einen Sieg mit mindestens vier Punkten Vorsprung.

"Crunchtime" in der GFL: Am vorletzten Spieltag der Punktrunde entscheidet sich, ob Bundesliga-Urgestein Munich Cowboys in die Abstiegsrelegation muss.

In der Nord-Gruppe haben die Dresden Monarchs ihre letzte Chance, wie in fünf der letzten sechs Spielzeiten noch auf den zweiten Platz zu kommen, um das Viertelfinale zu Hause spielen zu dürfen.

Zwei Punkte Rückstand auf die Hildesheim Invaders haben die Sachsen, das Hinspiel haben sie 27:31 verloren. Nur ein Sieg mit vier Punkten Vorsprung gibt den Monarchs noch eine realistische Chance, ihr ursprüngliches erstes Saisonziel noch zu erreichen. Besondere Vorzeichen erfordern besondere Maßnahmen, also haben die Dresdener die Partie zu einem "White Out Game" erklärt und ihre Fans aufgefordert, ganz in weiß gekleidet ins Stadion zu kommen.

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Diese Tradition des US-Sports hatte einst zunächst in Winnipeg in der Eishockey-NHL Glück in Playoff-Spielen gebracht (oder bringen sollen). Später übernahmen die Penn State Nittany Lions sie einmal jährlich für eines ihrer Spiele im College Football, was in deren 100.000-Mann-Stadion jeweils für eine ganz besondere Optik sorgt. In Deutschland haben unter anderem die Kiel Baltic Hurricanes an diese Tradition angeknüpft.

Dresden und Hildesheim mit Personalproblemen

Für die Dresdener ist es das erste Mal, ob es gegen die Hildesheimer helfen wird, muss sich erweisen. Die Invaders haben ihre beiden letzten Partien verloren, nicht nur gegen den inzwischen fest stehenden Gruppensieger aus Braunschweig, sondern auch letzte Woche in Köln. Quarterback Casey Therriault, der sich in der Partie gegen die New Yorker Lions verletzt hatte, fehlte in Köln, ebenso wie der gesperrte Receiver Nate Morris.

Nathaniel Morris könnte gegen die Dresden Monarchs zurück aufs Feld kehren
Nathaniel Morris könnte gegen die Dresden Monarchs zurück aufs Feld kehren © football-aktuell.de/Dirk Pohl

In Dresden muss man also davon ausgehen, dass beide ausgeruht im entscheidenden Spiel um Platz zwei auflaufen werden. Selbst hat man eine eher kräftezehrende Partie in Berlin vom letzten Wochenende in den Knochen. Und während in der ersten Hälfte der eigentliche Stamm-Quarterback Zack Greenlee wie schon in Braunschweig seinen Angriff trotz vieler Anläufe zu keinem Touchdown führen konnte, machte nach der Pause sein Ersatzmann Glen Cuielette die bessere Figur, auch wenn es am Ende nicht mehr zum Sieg reichte.

Auch die Hildesheimer können also vor dem Spiel rätseln, in welcher Formation ihnen der Angriff des Gegners gegenüber stehen wird. Nach überstandener Verletzung ist zudem inzwischen auch wieder Running Back Glen Toonga für die Monarchs einsatzbereit, was die Optionen der Dresdener Offense wieder erweitert.

Cowboys kämpfen im Derby gegen Abstiegsrelegation

Zurückkehrende Spieler nach selbst auferlegter Schonung oder Verletzungspausen werden voraussichtlich auch in München im Mittelpunkt stehen. Die Munich Cowboys benötigen mindestens ein Unentschieden gegen die Ingolstadt Dukes - nur dann wäre die Partie am Samstag ihr letztes Heimspiel des Jahres. Nach einer Niederlage müssten die Münchner ausgerechnet im Jahr ihres 40-jährigen Bestehens nämlich in die Abstiegsrelegation.

Seit Wochen zeichnet sich ab, dass es für das Gründungsmitglied der Bundesliga auf dieses eine Spiel ankommen wird. Seit Wochen kassieren die Cowboys aber eine deftige Niederlage nach der anderen. Auch weil sie Führungsspieler gar nicht erst eingesetzt haben - allen voran Quarterback Brady Bolles, der in den ersten zehn Spielen der Saison im Schnitt die zweitmeisten Yards Raumgewinn der GFL mit seinen Pässen erspielte.

Die Munich Cowboys hoffen gegen die Ingolstadt Dukes auf einen Einsatz von Brady Bolles
Die Munich Cowboys hoffen gegen die Ingolstadt Dukes auf einen Einsatz von Brady Bolles © football-aktuell.de/Baumert

Selbst letzte Woche im Hinspiel in Ingolstadt, in dem man ja ebenfalls bereits ein Unentschieden hätte anpeilen können, blieb man dieser Strategie treu und verlor folgerichtig mit 11:28.

Ingolstadt will Chance auf Playoffs wahren

Nun gibt es kein Anlass mehr, irgendwen zu schonen, die gesamte Jubiläumssaison steht quasi auf dem Spiel, wenn die Dukes das Münchner Dantestadion stürmen wollen. Die Ingolstädter haben vier ihrer letzten fünf Spiele gewonnen. Davor sahen sie wie ein kommender Absteiger aus, seither mindestens wie das Top-Team Bayerns und womöglich nun doch noch wie ein Playoff-Kandidat. In Ingolstadt überdeckte Verletzungspech in der Hinrunde das eigentliche Potenzial.

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Nun würden die Dukes den Cowboys schon aus gesunder inner-bayerischer Rivalität ohnehin keine Schützenhilfe leisten wollen. Könnten sie aber auch gar nicht, denn wenn zwei Stunden nach der Partie in München in Stuttgart die Partie zwischen den Scorpions und dem Tabellenzweiten Frankfurt Universe angepfiffen wird, sind die Chancen der schwäbischen Gastgeber auf einen Sieg nur gering.

Mit einem Ingolstädter Sieg in München und einer Stuttgarter Niederlage gegen Frankfurt käme es dann nach Lage der Dinge zu einem echten "Endspiel" um Rang vier im Süden in der kommenden Woche. Denn dann müssen die Stuttgart Scorpions nach Ingolstadt. Theoretisch könnten auch die Allgäu Comets noch ein Wörtchen mitreden - aber die spielen an den letzten beiden Spieltagen zweimal gegen den seit 46 Partien ungeschlagenen Serienmeister aus Schwäbisch Hall.

Rebels schielen im Norden auf Platz drei

Im Norden ist klar, dass neben Braunschweig, Hildesheim und Dresden die Berlin Rebels der vierte Endrundenteilnehmer sein werden. Mit ihrem Sieg gegen Dresden letzte Woche haben die Berliner sich die Chance auf Rang drei erhalten und dabei ihr Schicksal in der eigenen Hand.

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Selbst wenn Dresden gegen Hildesheim gewinnen sollte - sofern die Berliner diese Woche bei den Kiel Baltic Hurricanes siegen, werden sie am letzten Spieltag als Gäste der Monarchs die Chance haben, diese noch zu überholen. Vielleicht ziehen die Dresdener ihren erhofften "White Out"-Trumpf da eine Woche zu früh...

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