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Die Berlin Rebels müssen den schweren Gang zu den Schwäbisch Hall Unicorns antreten. In Dresden trifft die Top-Defense auf die Top-Offense der Liga.

Viertelfinale in der GFL: In Dresden und Frankfurt könnte es besonders heiß hergehen. Erst im letzten Spiel sicherten sich die Dresden Monarchs den zweiten Platz in der GFL Nord und schicken damit die Hildesheim Invaders auf die Auswärtsreise zum Vizemeister Frankfurt Universe. Im ersten Endrundenspiel erwarten die Sachsen selbst dafür nun mit den Marburg Mercenaries jene Mannschaft, die am letzten Spieltag der Punktrunde als erstes GFL-Süd-Team außer Meister Schwäbisch Hall die Frankfurter bezwingen konnte.

Monarchs-Cheftrainer Ulrich Däuber weiß also um die Schwere der Aufgabe: "Marburg hat sich über die Saison hinweg stetig verbessert. Nach drei aufeinanderfolgenden Niederlagen zu Beginn der Spielzeit steuerten die Mercenaries nach und fanden in die Erfolgsspur. Inzwischen sind sie offensiv eine echte Macht und auch defensiv eine ganz andere Hausnummer als noch zu Beginn der Saison.“

Marburg mit produktivsten Angriff der Liga

Mit 443 Yards Raumgewinn pro Spiel stellten die Marburger in der Tat in der Vorrunde den produktivsten Angriff der gesamten Liga. Und mehr als drei Viertel dieser Angriffsleistung verdanken sie dem Passspiel. Quarterback Jakeb Sullivan ist in nahezu allen statistischen Kategorien Spitze in der GFL - 71,5 Prozent seiner 569 Pässe führten zu 4.539 Yards und 43 Touchdowns. Allerdings warf er mit 16 Interceptions auch die meisten Fehlpässe in den 14 Spielen, etwas, was er in Dresden dringend vermeiden müsste, wollen die Hessen weiterkommen. (Dresden Monarchs - Marburg Mercenaries, am Sonntag ab 15.45 Uhr LIVE im TV und Im Stream)

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Dies wird schwer, denn Dresden bietet in der Passabwehr den ballhungrigsten Verteidiger der GFL Nord auf. Omari Williams fing in der Punktrunde neun gegnerische Pässe ab. So half Williams kräftig mit, dass die Dresdener mit nur 162 gegnerischen Yards Raumgewinn pro Spiel die stärkste Passverteidigung der GFL aufboten. Ob der Top-Angriff aus Marburg diese Top-Defense tatsächlich überwinden kann, muss sich erst zeigen. Den Dresdenern garantiert es zumindest auch für den Fall ein wenig Stabilität, dass es bei ihren eigenen Quarterbacks mal wieder nicht wie gewünscht läuft. Zum Ende der Saison hatte der zweite Mann Glen Cuiellette die Aufgabe statt Zack Greenlee übertragen bekommen, nachdem Greenlee zusehends Ladehemmung hatte.

Omari Williams fing in der laufenden Saison schon neun Pässe ab
Omari Williams fing in der laufenden Saison schon neun Pässe ab © football-aktuell.de/Miladinovic

Feuer steckt auch in der Partie von Frankfurt Universe und den Hildesheim Invaders. Beide schonten zuletzt angeschlagene Akteure, was Frankfurt die Niederlage gegen Marburg einbrachte und mitschuldig daran war, dass Hildesheim auf Rang drei im Norden zurückfiel. Nun setzen beide darauf, dass die Schlüsselspieler ausgeruht in den Playoffs Akzente setzen können.

Frankfurter Lazarett leert sich

Bei Vizemeister Universe sind bis auf die Langzeitverletzten Joshua Poznanski, Markus Krüger und Oscar Nevermann alle Spieler wieder fit. Erstmals in dieser Saison werden die Frankfurter zur Freude von Head Coach Thomas Kösling in der Defense mit zwei US-Spielern antreten. Fernando Lowery und Jamarii Milliken müssen gegen das gefährliche Passspiel von Hildesheims Quarterback Casey Therriault und dessen Receiver Nate Morris, Jaleel Awini und Anthony Dable-Wolf verteidigen.

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Kösling vertraut darauf, dass sein Team wieder in den Playoffs noch einmal zulegen kann: "Wir haben in den letzten Jahren gezeigt, dass wir in den Playoffs mit allen Teams mithalten können und haben uns kontinuierlich weiterentwickelt. Auf diese Erfahrungen bauen wir. Die Stimmung im Team ist hervorragend, alle sind sehr fokussiert."

Letztes Jahr kam sein Team bis auf wenige Zentimeter an den German-Bowl-Pokal heran, nachdem Universe seinen Kader 2018 üppig aufgestockt hatte. Dieses Jahr kopierten die Hildesheimer ein wenig diese Strategie. Neben Therriault, Morris oder Dable-Wolf wurden weitere Leistungsträger auch in der Defense im Winter neu für diese Saison verpflichtet.

Die allererste Playoff-Teilnahme der Klubgeschichte kommt also wenig überraschend, und dass in den letzten Punktspielen ersatzgeschwächt nicht mehr alles lief, wird gerade in Frankfurt niemand in Sicherheit wiegen. Denn auch dies scheint eine Parallele zu Universe zu werden: Die Invaders wirken, nicht zuletzt dank des dreifachen German-Bowl-MVPs Therriault, als seien sie gezielt auf die K.O.-Runde hin zusammengestellt worden.

Dresden und Hildesheim vermeiden Schwäbisch Hall

Dass Dresden und Hildesheim ihre ersten Saisonziele erreichten, verurteilt die Berlin Rebels als Vierten im Norden einmal mehr zur Reise nach Schwäbisch Hall. 2016 und 2017 ist man dort im Viertelfinale bereits ausgeschieden, die Unicorns haben inzwischen 48 Spiele in Folge seit 2017 gewonnen und gehen so auch diesen Samstag wieder als Favorit in die Partie.

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Ein möglicher Lichtblick für die Berliner: Auch sie sind am Ende der Saison meist immer stärker geworden, als einzigem der letzten 48 Gegner der Unicorns war es ihnen bei der Niederlage 2017 gelungen, wenigstens eine Verlängerung zu erreichen. Unicorns-Head-Coach Jordan Neuman weiß noch genau, warum dies damals gelang: "Die Rebels sind ein sehr physisches Team."

In der Defense warten die Rebels mit einem sehr athletischen Kader auf. Der wohl explosivste Spieler ist der amerikanische Safety Paul Morant, der gemeinsam mit Landsmann und Linebacker Rory Johnson jeder Offense das Leben schwermacht. Hinzu kommen mit Linebacker Paul Seifert und Defensive End Nelson Imasuen zwei weitere blitzgefährliche Verteidiger. Gelingt es jenen, sich körperlich so gegen Schwäbisch Halls Angreifer durchzusetzen, dass denen die bisher versprühte Leichtigkeit abhanden käme - dann könnten die Berliner vielleicht von einer Sensation träumen.

Paul Morant ist der Lichtblick in der Defense der Berliner
Paul Morant ist der Lichtblick in der Defense der Berliner © football-aktuell.de/Weber

Schwieriger wird dies wohl für die Stuttgart Scorpions in Braunschweig bei den New Yorker Lions. Denn hier liegen die Verhältnisse andersherum: Der Underdog aus Schwaben verfügt über einen Angriff, der - wenn er einmal ins Laufen gekommen ist - mit viel Spielfreude zu vielen Yards und Punkten kommen kann. Pech nur, dass der Favorit aus Braunschweig über die Top-Defense der Liga verfügt, gegen die bisher niemand seine eigenen Angriffspläne so wirklich umsetzen konnte. Da brauchen die Stuttgarter wohl gerade zu Beginn ein paar Glücksmomente, um wirklich ins Spiel zu finden.

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