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Chase Field, das Stadion der Arizona Diamondbacks, könnte der Ort des Neustarts trotz Pandemie werden
Chase Field, das Stadion der Arizona Diamondbacks, könnte der Ort des Neustarts trotz Pandemie werden © Getty Images
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München - Wegen der Corona-Pandemie ist auch der US-Sport stillgelegt. Die Verantwortlichen der MLB arbeiten an einem kühnen Plan, bald wieder Baseball spielen zu können.

Die MLB überlegt, alle 2430 Spiele in leeren Baseball-Stadien im US-Bundesstaat Arizona auszutragen. Geisterspiele in Arizona ist laut AP und ESPN eine der Möglichkeiten, die Ligavertreter und die Spielervereinigung in einer Telefonkonferenz am Montag wegen der Coronakrise diskutiert haben.

MLB-Commissioner Rob Manfred hatte unlängst aufgefordert, "kreativ" zu werden, was der Arizona-Plan aktuell noch wäre. Den Quellen der AP zufolge sei der Plan noch in der Anfangsphase und voller Hindernisse.

MLB in nur Arizona hätte Vorteile

Es stellen sich aber bereits erste Vorteile heraus. Zum einen befinden sich 15 der 30 Teams ohnehin zum Frühjahrstraining in Arizona, während die andere Hälfte in Florida trainiert, wo dank warmer Temperaturen auch gespielt werden könnte.

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In Arizona stehen zehn professionelle Training Ballparks, zudem mit Chase Field in Phoenix, der Heimspielstätte der Arizona Diamondbacks, ein richtiges Stadion zur Verfügung. Alle elf Ballparks befinden sich in einem Umkreis von rund 80 Kilometern, in Florida gäbe es Distanzen von über 350 - allein durch weniger Reisen ein Vorteil, um die Ausbreitung des COVID-19-Virus verhältnismäßig leichter eindämmen zu können.

Spieler und Betreuer wären klar identifizierbar, sodass eine Rückverfolgung von etwaigen Infektionen möglich wäre.

Tripleheader mit drei Teams möglich

Chase Field hat zudem ein verschließbares Dach sowie einen Kunstrasen. Hierauf könnten dann täglich sogenannte Tripleheaders, drei Begegnungen zwischen zwei Teams an nur einem Tag, stattfinden.

Das suggeriert zumindest Scott Boras, dem wohl prominentesten Spielervermittler. Trotz des straffen Programms, das die Baseballspieler inklusive Abschottung von der Familie erwarten würde, glaubt er an den Zusammenhalt von Liga und Spielern.

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"Ich denke, die Spieler sind bereit, das zu tun, was notwendig ist, weil sie die Bedeutung des Baseballs für ihren eigenen Lebensunterhalt und das Interesse unseres Landes verstehen und ein notwendiges Produkt anbieten, das allen Menschen, die isoliert sind, Freude bereitet", sagte Boras.

Er hob damit den psychologischen Faktor und eine Rückkehr zu einer gewissen Normalität hervor, wenn Baseball die Fans während der Krise zumindest zuhause auf der Couch unterhalten würde. Brot und Spiele also gegen Corona!

Texas Rangers: Sicherheit hat Priorität 

Ein Offizieller der Texas Rangers, John Daniels, bat um Zurückhaltung, teilt aber Boras' Sehnsucht. "Aber natürlich würden wir alle gerne einen Weg finden, zu spielen, vorausgesetzt, wir könnten es sicher machen, und das hätte Priorität", sagte er.

Zunächst soll die Spielervereinigung ihre Mitglieder befragen. Bis Mitte Mai gelten sowieso die Beschränkungen der Gesundheitsbehörden, sodass Veranstaltungen mit über 50 Personen ohnehin untersagt sind.

Laut ESPN, einem der großen Rechteinhaber der MLB, sollen Vertreter des US-Gesundheitsministeriums ihre Unterstützung für eine Aufnahme des Spielbetriebs signalisiert haben.

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Fraglich ist indes, wie die Teams die fehlenden Ticketeinnahmen kompensieren werden. Knapp 30 Prozent weniger bei einem Gesamtumsatz der MLB von zehn Milliarden Dollar würden umgesetzt werden.

Am 12. März hatte die MLB ihre Saisonstart für mindestens zwei Wochen und inzwischen auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Washington Nationals sind Sieger der World Series 2019, die sie gegen die Houston Astros mit 4:3 Spielen für sich entschieden.

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