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Rob Manfred ist seit Januar 2015 als Commissioner der MLB tätig
Rob Manfred ist seit Januar 2015 als Commissioner der MLB tätig © Imago
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Zwischen Liga und Spielern zofft es gewaltig um den Fahrplan der MLB-Saison 2020. Commissioner Rob Manfred erklärt nun, dass ihm die Verhandlungen egal seien.

Machtwort vom Chef!

MLB-Commissioner Rob Manfred hat sich in The Dan Patrick Show (Radio- und TV-Show von AT&T Sports Networks/Anm.d.Red.) eindeutig zur Länge der Saison 2020 geäußert, die am 23. oder 24. Juli starten soll. "Die Realität ist, dass wir nicht mehr als 60 Spiele spielen werden."

Um die Eindeutigkeit seiner Aussage zu unterstreichen, fügte er noch hinzu: "Egal, wie die Verhandlungen mit den Spielern liefen oder welche anderen Faktoren auftreten könnten."

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Damit spricht der Commissioner ein Machtwort und will unter den wochenlangen Streit zwischen Spielergewerkschaft MLBPA und der Liga einen Schlussstrich ziehen. "Ich weiß, dass einige Leute eine längere Saison gefordert haben, dass 60 Spiele zu kurz ist", spielt er auf die Forderung der Spieler an. Diese wollten so viele Spiele wie möglich absolvieren, damit sie mehr Geld verdienen.

Die Owner hingegen beharrten auf der kurzen Saison, da sie durch fehlenden Ticketverkauf kein Geld verdienen würden. So stand der Maximalforderung der MLBPA von 114 Spielen die Minimalforderung von 50 Spielen der Owner gegenüber.

Owner setzen sich durch

Mit 60 Spielen scheinen sich die Franchise-Besitzer durchgesetzt zu haben. Als Argument für die Entscheidung führte Manfred die Problematik einer Baseball-Saison inmitten der globalen Corona-Krise an. "Sechzig Spiele stehen auf dem Umschlag, wenn man die Realität der Zeit betrachtet", erinnerte er an die aktuelle Situation und bekräftigte dies noch: "Ich meine, wir spielen im Moment 60 Spiele in 63 Tagen. Angesichts der Realität der Gesundheitssituation in den letzten Wochen sehe ich nicht, wie wir schneller als der Kalender, nach dem wir uns richten müssen, vorankommen sollten."

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Allerdings ist das auch nur die halbe Wahrheit. Der Terminstress ist hausgemacht. Wochenlang hatte die MLB Angebote vorgelegt, die von den Spielern niemals akzeptiert worden wären. Im Nachhinein könnte dieses Vorgehen nun als Hinhaltetaktik angesehen werden, um die Spieler am Ende vor vollendete Tatsachen zu stellen.

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Aber trotz aller Kritik will sich Manfred diesen Entschluss nicht schlecht reden lassen: "Ich weiß, dass es punktuell nicht besonders hübsch ausgesehen hat, aber wenn wir diese 60-Spiele-Saison durchziehen können, war es meiner Meinung nach angesichts des Verlaufs des Virus das Beste, was wir für unsere Fans tun konnten."

2022 droht Spielerstreik

Die Owner hätten damit ihren Willen bekommen und die MLBPA muss notgedrungen in den sauren Apfel beißen. Allerdings könnte sich diese Entscheidung als Bumerang erweisen. Der aktuelle Tarifvertrag zwischen Liga und Spielern läuft nach der Saison 2021 aus. Das Verhalten Manfreds werden die Spieler bei den den anstehenden Verhandlungen nicht vergessen.

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Laut Derek Jeter, dem CEO der Miami Marlins, gebe es momentan "kein Vertrauen" zwischen der Liga und den Spielern. Sollte sich das bis zu den neuen Tarifverhandlungen nicht grundlegend ändern, könnte für die Saison 2022 dann ein Spielerstreik drohen.

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