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Dennis Schröder und die Atlanta Hawks gehen in das Duell mit LeBron James und den Cleveland Cavaliers. SPORT1 blickt im Head-to-Head auf das Duell voraus.

Zumindest für die deutschen NBA-Fans ist es in der Eastern Conference das Traumfinale. Dennis Schröder fordert mit den Atlanta Hawks Superstar LeBron James und seine Cleveland Cavaliers. Es geht um einen Platz in den NBA Finals, die James zuletzt mit Miami viermal in Folge erreichte. SPORT1 macht den Vergleich Head-to-Head.

SMALL FORWARD - DEMARRE CARROLL: Auf die Allzweckwaffe der Hawks kommt die Herkules-Aufgabe der Serie zu. Der 28-Jährige wird der primäre Verteidiger gegen LeBron James sein, soll Rebounds holen und auch in der Offensive Impulse geben. In den Playoffs meistert Carroll den Spagat zwischen Abwehr und Angriff herausragend. Mit 17,1 Punkten im Schnitt ist er in den Playoffs Atlantas Topscorer.

LEBRON JAMES:  Dem Schlüsselspieler der Cavs ist er aber natürlich unterlegen - wie jeder andere NBA-Profi. Der "King" zieht in den Playoffs mit fast 27 Punkten, mehr als zehn Rebounds, fast acht Assists und fast zwei Steals eine gigantische One-Man-Show ab. Ohne Kevin Love und mit dem angeschlagenen Kyrie Irving rettet er die Serie gegen Chicago im Alleingang. Die relativ schwache Quote (42 Prozent) ist den schwierigen Würfen zuzuschreiben. Vorteil Cleveland (0:1).

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POWER FORWARD - PAUL MILLSAP: Der beste Offensivspieler der Hawks darf sich keine Auszeiten nehmen, wenn es mit den Finals klappen soll. Der 30-Jährige sammelt in Runde 2 gegen Washington drei Double-Doubles und kann ab und zu auch einen Dreier versenken. Der zweimalige All-Star ist in dem Kollektiv ob seiner Konstanz am nächsten an einem Go-to-Guy dran und spielt als baldiger Free Agent um seinen letzten großen Zahltag.

TRISTAN THOMPSON: Der Ausfall von Love in Runde 1 gegen Boston tut den Cavs richtig weh, aber Thompson hat sich als Nachrücker ganz gut eingegroovt. Gegen die keineswegs Rebound-schwachen Bulls liefert der 24-jährige Kanadier im Schnitt 11,2 Rebounds. Trotzdem fehlt Loves Repertoire und Thompson selbst von der Bank. Vorteil Atlanta (1:1).

CENTER - AL HORFORD: Der zweimalige College-Meister mit den Florida Gators ist Herz und emotionaler Anführer der Schröder-Truppe. Der Anker in der Mitte zeichnet sich durch eine für große Spieler überdurchschnittliche Übersicht aus. In den Playoffs gibt er im Schnitt über vier Assists. Der Motor des unermüdlichen Arbeiters aus der Dominikanischen Republik läuft immer auf Hochtouren.

TIMOFEI MOSGOW:  Es wird keine leichte Aufgabe für den während der Saison aus Denver losgeeisten Russen. Gegen die Bulls spielt er nur einmal länger als 26 Minuten, im Duell mit Horford und Millsap werden seine Abräumerqualitäten (2,2 Blocks in den Playoffs) deutlich mehr gefragt sein. Als Scorer soll und muss er kein Faktor sein. Horfords Klasse hat er aber nicht. Vorteil Atlanta (2:1).

POINT GUARD - JEFF TEAGUE: Der Starter der Hawks spielt durchwachsene Playoffs. Gute Leistungen wechseln mit schwachen Auftritten ab. Gegen Washington überlässt er sogar einmal Dennis Schröder das Parkett. Die Wurfquote von 40 Prozent und im Schnitt 3,0 Ballverluste pro Spiel sind kein Ruhmesblatt, trotzdem kann Teague jederzeit heiß laufen.

KYRIE IRVING:  Der zweitwichtigste Cavalier plagt sich mit Fuß- und Knieproblemen herum. Die sechs Tage Pause dürften ihm gelegen kommen. Trotz allem markiert der in Melbourne geborene Aufbauspieler fast 20 Punkte im Schnitt und ist die einzig echte Entlastung für James. Die Frage bleibt: wie fit ist er? Vorteil Cleveland (2:2).

SHOOTING GUARD - KYLE KORVER: Der Scharfschütze verliert in den Playoffs seinen Touch. Nur 38,5 Prozent aus dem Feld, 35 Prozent jenseits der Dreierlinie und knapp 77 Prozent von der Freiwurflinie sind für den 34-jährigen Routinier eigentlich indiskutabel. Das reißt dann auch ein Spiel mit sechs Steals nicht raus. Der All-Star wird sich mit J.R. Smith einen Wettkampf der Schützen liefern. Die Hawks setzen auf seine Erfahrung und die Wahrscheinlichkeit - irgendwann wird der Knoten von Downtown platzen.

IMAN SHUMPERT:  Aus dem Knicks-Knast befreit entwickelt sich der Defensiv-Spezialist mit der waagerechten Frisuren-Vorliebe zum Leistungsträger der Cavs. Neben seiner aggressiven Arbeit gegen den Ball wird er auch offensiv immer effizienter. In vier von sechs Spielen gegen die Bulls punktet der 24-Jährige zweistellig. Remis (3:3).

SIXTH MAN - DENNIS SCHRÖDER: Der deutsche Nationalspieler legt eine starke zweite Saison hin und ist mittlerweile der wichtigste Bankspieler der Hawks. Budenholzer gibt seinem Protege auch immer mehr Verantwortung. Er dankt es mit guten Leistungen. In sechs Spielen gegen Washington stehen 32 Assists nur acht Turnovers gegenüber. Defensiv, am Wurf und dem Finish am Korb muss er aber weiter arbeiten.

J.R. SMITH: Auch der abgezockte Shooter erlebt nach dem Abschied von den Knicks eine Renaissance. Gegen Chicago trifft er starke 44 Prozent seiner Dreier. Diese Dimension brauchen die Cavs, um James und Irving Platz in Richtung Korb zu verschaffen. Nach zehn Jahren in der NBA hat Smith auch alle Tricks drauf und kennt seine Aufgabe genau. Wehe, wenn J.R. einen seiner berüchtigten Läufe erwischt. Vorteil Cleveland (3:4).

X-FAKTOR - MIKE MUSCALA: In der ersten Runde bekommt der junge Big Man nur sechs Minuten, aber gegen die Wizards empfiehlt sich der gute Schütze unter anderem mit seinem Dreier zum Ausgleich in Spiel 3. An Pero Antic hat sich der 23-jährige ehemalige Draftpick der Dallas Mavericks vorbeigearbeitet. Durch seine Gefährlichkeit von außen, könnte er Thompson oder Mosgow aus der Zone ziehen und den ein oder anderen wichtigen Treffer setzen.

MATTHEW DELLAVEDOVA: Wenn du von Lebron James höchstpersönlich als härtester Spieler des Teams gelobt wirst, sagt das etwas aus. Der giftige Australier gibt immer Vollgas und hat seine Nische als Ersatzspielmacher der Cavs gefunden. Gegen die Bulls nervt er Taj Gibson in die Tätlichkeit. Zudem hat er auch einen vernünftigen Dreier und könnte speziell aufgrund des Gesundheitszustandes von Irving ganz wichtig werden. Vorteil Cleveland (3:5).

COACH - MIKE BUDENHOLZER: Der Trainer des Jahres hat die Philosophie der San Antonio Spurs erfolgreich nach Atlanta verpflanzt und ein schlagkräftiges Kollektiv geformt. Auch junge Spieler kann er weiterentwickeln und auch im Spiel reagieren - beispielsweise Teague und Schröder gemeinsam auf dem Court.

DAVID BLATT: Der Euroleague-Champion von 2014 hat sein Profil in der NBA noch nicht schärfen können. Schlimmer noch: In Spiel 4 der Serie gegen Chicago ändert LeBron James dem von ihm angesagten Spielzug noch im Huddle und stellt damit klar, wer der Boss in Cleveland ist. Kurz zuvor hätte er das Spiel beinahe vergeigt, weil er eine Auszeit nehmen wollte, die er gar nicht mehr hatte. Co-Trainer Tyronn Lue hielt ihn gerade noch zurück. Vorteil Atlanta (4:5 und Sieg für Cleveland).

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