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Kris Humphries, Ex-Teamkollege von Dirk Nowitzki bei den Dallas Mavericks, schwärmt in einem offenen Brief vom Deutschen. Dessen Methoden verwunderten ihn.

Kris Humphries ist womöglich nicht jedem NBA-Fan ein Begriff.

Dabei spielte der Big Man 13 Jahre in der Liga, erzielte in zwei aufeinanderfolgenden Spielzeiten ein Double-Double im Schnitt und erlebte in acht Teams den einen oder anderen Star hautnah - so auch Dirk Nowitzki in der Saison 2009/10 bei den Dallas Mavericks.

Aus dieser Zeit hat Humphries die eine oder andere Anekdote parat, die er nun bei The Players' Tribune preisgab.

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Nowitzkis Methoden verblüffen Humphries

"Die Leute denken immer von Dirk als Schützen, aber seine Arbeitseinstellung war irre", schildert Humphries.

"Ich war zwei Stunden vor dem Training bereits in der Halle und dachte, ich schlage ihn. Aber er war bereits da mit seinem deutschen Wurf-Guru (Holger Geschwindner, Anm. d. Red.) und hat die wildesten Szenarien trainiert, die man sich nur vorstellen kann", fährt Humphries fort.

Ein Beispiel: Einbeinige Turnaround-Jumper in der Hocke mit Geschwindners Hand im Gesicht.

"Dirk, wann wird es diese Situation in einem Spiel jemals geben?", schreibt Humphries über seine damalige Verwunderung. "Man weiß nie", zitiert er Nowitzkis Antwort.

Nowitzki nennt Gegenspieler "Burger"

Bei den Erzählungen über den deutschen Superstar gerät Humphries ins Schwärmen. "Er war wahnsinnig komisch. Er fing damit an, jeden 'Burger' zu nennen. Ich weiß nicht, ob das ein deutscher Ausdruck ist oder er ihn einfach erfunden hat", erklärt der heute 34-Jährige, der mit seinem Brief auf dem US-Portal auch offiziell seine Karriere beendet hat.

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In einem Interview mit den Dallas News hatte Nowitzki einst den Ursprung des Begriffs erklärt. Ein früherer Teamkollege, Gary Trent, habe Spieler, die im Training vorgeführt wurden, so genannt - Nowitzki "klaute" den Begriff.

"Wenn Nowitzki das Gefühl hatte, dass du ein Clown bist, warst du ein Burger", erinnert sich Humphries. Nowitzki bezog sich dabei auf gegnerische Spieler, die im Shootaround spektakuläre Dunks versuchten. Wenn die Mavs mit 20 Punkten vorne lagen und Nowitzki das Feld verließ, kommentierte dieser: "Was ein Haufen Burger."

Carlisle: Nowitzki muss nicht trainieren

Aus dem Idol Nowitzki wurde für Humphries ein Teamkollege, mit dem er herumalberte - bis Mavs-Coach Rick Carlisle davon Wind bekam und ihm sagte, er solle keine Witze mit Nowitzki machen.

Auf Humphries' Einwand, dass sie nur scherzen würden, entgegnete Carlisle: "Nein. Dirk hat Spaß. Du hast keinen Spaß. Du musst dich fokussieren. Dirk? Er braucht nicht einmal zu trainieren. Er ist der verdammte Dirk."

Für etwa zwei Wochen war das Lächeln bei Humphries verschwunden. "Aber es war der perfekte Rat für mich", schreibt Humphries, der auch auf seine Karriere zurückblickt.

Humphries wollte nächster Nowitzki werden

Ein Spiel der legendären Chicago Bulls im Jahr 1997 sei das Schlüsselerlebnis für ihn gewesen, es in die NBA schaffen zu wollen. "Ich bin durch die High School und das College gegangen und dachte, dass ich der nächste Dirk Nowitzki werde", erinnert sich Humphries.

Als er dann von den Utah Jazz gedraftet worden sei, "dachte ich, dass ich der nächste Superstar-Scorer werde. Zu 100 Prozent."

Er selbst beschreibt sich rückblickend als "rotzfrech" und "großspurig". Diese Einstellung bereitete ihm jedoch Probleme - vor allem, weil seine Leistungen auf dem Feld nicht dazu passten.

Sein damaliger Agent Dan Fegan gab Humphries dann einen entscheidenden Rat. "Wenn du lange in dieser Liga bleiben willst, müssen dich Leute mögen. Und weißt du was? Die Leute mögen dich nicht", habe Fegan ihm erklärt.

Kardashian-Ehe wird zum Desaster

Mit anderer Einstellung und als starker Rebounder machte sich Humphries dann einen (besseren) Namen - bis er Reality-Star Kim Kardashian kennenlernte und sie in einer TV-Sendung heiratete. Nach nur 72 Tagen Ehe reichte Kardashian jedoch die Scheidung ein, die schlussendlich mehr als zweieinhalb Jahre später im Juni 2013 vollzogen wurde.

Diese schmerzhafte Episode seines Lebens machte Humphries innerhalb und außerhalb der NBA zum Fokuspunkt vieler (Fan-)Schmähungen.

"Das war brutal", betont Humphries, er habe mit Angstgefühlen zu kämpfen gehabt: "Es gab ein Jahr, da war ich an einem dunklen Fleck. Ich wollte mein Haus nicht verlassen. Es fühlte sich so an, als ob dich die ganze Welt hasst, ohne zu wissen, warum."  

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