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Harvey Catchings (r.) spielte in einem NBA-Spiel für zwei verschiedene Teams
Harvey Catchings (r.) spielte in einem NBA-Spiel für zwei verschiedene Teams © Getty Images
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München - Am 23. März 1979 kommt es zum kuriosesten Spiel der NBA-Geschichte - weil unter anderem drei Spieler in einer Partie für beide Teams im Boxscore auftauchen.

Am 23. März 1979 erlebte die NBA das bis heute wohl kurioseste Spiel ihrer langen Geschichte erlebte.

An diesem Tag trug sich im Spectrum von Philadelphia Außergewöhnliches zu - ihren Anfang nahm die Geschichte jedoch bereits rund viereinhalb Monate zuvor. Aber der Reihe nach.

Am 8. November 1978 traten die damaligen New Jersey Nets in einem vermeintlich ganz gewöhnlichen NBA-Spiel bei den Philadelphia 76ers an. So weit, so normal. (Die NBA LIVE im TV auf SPORT1+ und im LIVESTREAM) 

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Aufseiten der Sixers spielte unter anderem ein gewisser Julius Erving, während die Nets vor sich hin dümpelten und mit Bernard King lediglich ein hoffnungsvolles Talent in ihren Reihen hatten.

Jener King wurde von den Sixers knallhart verteidigt, unter anderem auch von Center Steve Mix. 5:50 Minuten vor Ende des dritten Viertels zog King zum Korb, es gab Kontakt zwischen ihm und Mix - und Schiedsrichter Roger McCann pfiff ein Offensiv-Foul gegen King. Die Entscheidung brachte diesen derart auf die Palme, dass er sein zweites technisches Foul kassierte und vom Feld flog.

Nets protestieren nach Vielzahl von technischen Fouls

Doch damit nicht genug: King schimpfte immer weiter und der zweite Unparteiische, Richie Powers, verhängte ein drittes technisches Foul gegen ihn. Als Nets-Coach Kevin Loughery daraufhin protestierte, kassierte er ebenfalls drei technische Fouls - ein illegaler Pfiff. 

Kurzum: Die Leistung der Schiedsrichter war äußerst zweifelhaft. Die Nets, die die Partie ohne ihren Topstar und ohne Coach mit 133:137 verloren, legten anschließend bei der Liga Protest ein - und bekamen Recht. Der damalige Liga-Boss Larry O'Brien ordnete an, dass die Partie ab dem Zeitpunkt, zu dem die technischen Fouls verhängt wurden, neu gespielt werden sollte.

Die Herausforderung: Auch damals war der Spielplan in der NBA bereits eng getaktet, sodass die Partie erst am 23. März 1979 neu ausgetragen werden konnte. Für diesen Tag war das nächste Duell beider Teams angesetzt. Im Vorfeld sollten die verbleibenden eineinhalb Viertel aus dem ersten Duell nachgeholt werden.

Nets und Sixers traden Spieler vor Wiederholung

Doch damit der Kuriositäten nicht genug: Zur Trade Deadline hatten beide Teams ihren Kader etwas verändert. Am 7. Februar hatten Harvey Catchings und Ralph Simpson die Sixers verlassen, dafür kamen Eric Money und Al Skinner neu ins Team. Das Team, das die beiden abgab? Die New Jersey Nets.

So kam es, wie es kommen musste: Bis auf Al Skinner, der nicht zum Einsatz kam, tauchten am Ende drei Spieler in ein und derselben Partie bei beiden Teams im Boxscore auf. Bis heute ist das einmalig in der Geschichte der NBA.

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Auffälligster Mann des Trios war Money, der für die Nets 23 Punkte beisteuerte und bei den Sixers vier Zähler erreichte. Catchings blieb bei den Sixers ohne Korberfolg, kam aber bei den Nets auf acht Punkte. Und Simpson gelangen im Sixers-Trikot acht Punkte, während er für die Nets nicht mehr auf dem Scoreboard auftauchte.

Sixers gewinnen auch Neuauflage

"Das war die merkwürdigste Situation, die ich je erlebt habe. Ich habe darüber gelacht. Erving hat darüber gelacht. Es war für jeden sehr lustig", erklärte Simpson nach der kuriosen Partie. Technische Fouls gab es dabei übrigens keine.

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Auch bei der "Neuauflage" nach vier Monaten hatten die Sixers das bessere Ende für sich und konnten sowohl das dritte, als auch das vierte Viertel für sich entscheiden, sodass sie am Ende mit einem 123:117-Sieg vom Parkett gingen.

Danach gingen beide Teams in die Kabine, duschten und zogen sich um. Noch am selben Tag spielten sie die ursprünglich angesetzte Partie, die erneut an die Sixers ging. Im Gegenzug hatten die Nets ebenfalls beide Heimspiele gegen Philadelphia für sich entschieden.

Das änderte sich in der ersten Playoff-Runde: Mitte April gewannen die 76ers zunächst vor heimischer Kulisse mit 122:114, ehe sie auch in Spiel 2 in New Jersey mit 111:101 die Oberhand behielten und damit in die nächste Runde einzogen.

Von den sechs Duellen ist aber vor allem eines in Erinnerung geblieben - und hat sich für immer seinen Platz in den Geschichtsbüchern der NBA gesichert.

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