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München - Pascal Siakam kommt wie Joel Embiid aus Kamerun. Im Ost-Halbfinale der Playoffs trifft Torontos neuer Star auf seinen Landsmann. Dabei hatte er einst andere Pläne.

Das Duell zweier Kameruner wird womöglich über den Sieger im Conference Semifinal der NBA entscheiden, wenn die Toronto Raptors auf die Philadelphia 76ers treffen.

Während Sixers-Star Joel Embiid aufgrund seiner großen Klappe nicht nur NBA-Fans ein Begriff ist, ist der Bekanntheitsgrad von Raptors-Spieler Pascal Siakam deutlich geringer - doch das könnte sich ändern, falls der 25-jährige Siakam seinen zwei Monate älteren Landsmann entzaubert. (Spielplan der NBA-Playoffs)

In den ersten beiden Spielen der Serie hat dies bereits gut geklappt. Beide Male erzielte Siakam deutlich mehr Punkte als sein berühmter Landsmann und glänzte mit einer besseren Wurfquote. Allerdings hat Embiid in letzter Zeit auch immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen.

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Siakams Vorbild war Samuel Eto'o

Im Schatten seines berühmten Landsmanns hat sich Pascal Siakam beinahe unbemerkt zu einem exzellenten Basketball-Spieler entwickelt. Dass er an der Seite von Superstar Kawhi Leonard in der NBA um den Einzug in das Finale der Eastern Conference spielen würde, schien vor einigen Jahren noch undenkbar.

In seiner Kindheit spielte der Afrikaner ausschließlich Fußball und versuchte, seinen Vorbildern Roger Milla und Samuel Eto'o nachzueifern.

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Die NBA-Begeisterung seines Vaters fand bei ihm zunächst wenig Anklang. Ganz im Gegensatz zu seinen drei Brüdern, die alle dieselbe Leidenschaft entwickelten wie ihr Vater.

Siakam sollte Priester werden

Während Boris, Christian und James allesamt Sportstipendien für US-Colleges erhielten, wurde Pascal als einziger auf ein katholisches Internat geschickt. Dort besuchte er jeden Tag den Gottesdienst und sang im Chor - alles mit der Vorgabe, einmal Priester zu werden.

Interesse hatte er daran nicht wirklich. So ergriff der damals 16-Jährige die Gelegenheit zu gehen, als er – auch wegen seiner Größe – von NBA-Profi Luc Mbah a Moute in dessen Basketball-Camp eingeladen wurde.

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Fernab der strikten Internatsregeln entwickelte sich die Leidenschaft für den Sport und der für eine Profikarriere nötige Ehrgeiz. Auch wenn er bei seinen ersten Auftritten auf dem Parkett nicht gänzlich überzeugen konnte, ein Jahr später schaffte er es in ein NBA-Förderprogramm. Von da an ging alles ganz schnell.

Siakam verbessert sich: "Wie ein Schneeball-Effekt"

Mit 18 begann Siakam erstmals unter professionellen Bedingungen zu spielen. Nur vier Jahre später holten ihn die Raptors in die NBA.

In seinem Team ist er in nur wenigen Jahren zur absoluten Stütze geworden. Neben Leonard, dessen Zukunft aufgrund des auslaufenden Vertrags unklar ist, ist Siakam zusammen mit Kyle Lowry der Fixpunkt. Selbst im Falle eines Abgangs von Leonard müsste man sich in Toronto keine ernsthaften Sorgen um die Zukunft zu machen.

Pascal Siakam (l.) spielt gemeinsam mit Superstar Kawhi Leonard (r.) bei den Toronto Raptors
Pascal Siakam (l.) spielt gemeinsam mit Superstar Kawhi Leonard (r.) bei den Toronto Raptors © Getty Images

Doch wie hat es Siakam geschafft, seinen Punkteschnitt von 4,2 aus seiner Rookie-Saison auf 16,9 zu steigern? "Das hat sich wie ein Schneeball-Effekt entwickelt. Ich habe im Training hart an mir gearbeitet, weshalb mir der Coach immer mehr vertraut", erklärte er im Interview mit basketball.de sein Erfolgsgeheimnis.

Mit seiner fleißigen Art hat er im Handumdrehen die Sympathien und das Vertrauen der Trainer für sich gewonnen. "Er hat den besten Motor, den ich je bei einem Spieler gesehen habe", lobte Ex-Raptors-Coach Dwayne Casey die Willenskraft Siakams.

Tod des Vaters als Antrieb

Diese wiederum zieht er nicht nur aus seiner Liebe zum Spiel oder seinem Hunger nach Erfolg. Der schlimmste Tag im Leben des Kameruners ist gleichzeitig der größte Antrieb.

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Ende Oktober 2014, kurz vor Siakams College-Debüt, starb Vater Tchamo an den Folgen eines Autounfalls. Um sein US-Visum nicht zu riskieren, blieb Pascal der Beerdigung in Kamerun fern.

Stattdessen versah er seine Basketballschuhe mit der Aufschrift "RIP Dad" und konzentrierte sich auf seinen NBA-Traum - mit Erfolg.

Siakam als MIP-Favorit

Inzwischen ist Siakam ein anerkannter NBA-Profi und heißester Anwärter für den Most-Improved-Player-Award (MIP), den Preis für den meistverbesserten Profi.

Auch die Fans lieben den Forward und feuern ihn immer wieder mit MIP-Rufen an. In der ersten Playoff-Runde gegen Orlando bedankte er sich dafür mit 22,6 Punkten, 8,4 Rebounds und 3,0 Assists.

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Auch in der Serie gegen die Sixers ist er gefordert. Zum einen mit seinen inzwischen erstklassigen Fähigkeiten in der Offense, zum anderen mit seiner Defense gegen Jimmy Butler, Ben Simmons - und Landsmann Embiid.

Ost-Krone nach LeBrons Krone zu vergeben

Philadelphia soll aber nur eine Zwischenstation sein. Da Angstgegner LeBron James nicht mehr im Osten weilt, kämpfen die Raptors mit den Milwaukee Bucks, Sixers und Boston Celtics um dessen Thronfolge im Osten.

Doch selbst wenn sich Siakam den Traum des Titels in diesem Jahr nicht erfüllen sollte, den seines Vaters hat er bereits erfüllt. 

Dieser erhoffte sich stets, dass einer seiner Söhne eines Tages in der NBA spielen würde.

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