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München - Die Portland Trail Blazers sind dank des Duos CJ McCollum und Damian Lillard sehr erfolgreich in den diesjährigen Playoffs. Das Duo hat ein simples Erfolgsgeheimnis.

Echte Freundschaften im Sport sind selten, besonders wenn es sich um zwei Stars im selben Team handelt.

Damian Lillard und CJ McCollum von den Portland Trail Blazers sind da eine Ausnahme. Aktuell mischen sie mit dem Team aus Oregon die NBA-Playoffs auf. Erst in der vergangenen Nacht schlugen die Blazers in einer epischen Overtime-Schlacht die Denver Nuggets und sicherten sich die 2:1-Führung in der Serie.

Portland-Duo setzt Ausrufezeichen in Playoffs

McCollum war mit 41 Punkten, acht Rebounds, vier Assists, vier Steals der überragende Mann. Der Shooting Guard katapultierte sich damit in einen elitären Klub. Neben LeBron James, Russell Westbrook, Hakeem Olajuwon und Patrick Ewing ist McCollum der einzige Spieler in den Playoffs mit einer solchen Statistik.

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Lillard stand mit 28 Zählern diesmal im Schatten seines Backcourt-Kollegen, hat aber in den diesjährigen Playoffs auch schon ein Ausrufezeichen gesetzt. Mit 50 Punkten und einem unfassbaren Buzzer Beater sorgte er beinahe im Alleingang für das Aus der Oklahoma City Thunder in der ersten Playoff-Runde. 

Nach dieser Gala-Leistung zollte ihm die NBA-Welt Respekt, den er zuvor nicht immer bekommen hat.

Lillard und McCollum: "Ähnliche Geschichte"

Seit Lillard und McCollum das Starter-Duo im Portland-Backcourt bilden, sammelten die Blazers in den vier Jahren zuvor gerade einmal mickrige fünf Siege in 19 Playoff-Spielen. Vor der Serie gegen die Thunder waren sie sogar in zehn Playoff-Spielen in Folge ohne Sieg. 

"Es war überall zu hören, dass sie mit Dame und CJ nicht gewinnen können", sagte ein Vertrauter von Lillard dem US-Portal The Athletic. Die gemeinsame Zeit der beiden Freunde in Portland schien vor dem Beginn der aktuellen Saison am Ende.

Dabei kennt und schätzt sich das Duo schon vor den gemeinsamen Tagen in Portland. "Wir haben beide eine ähnliche Geschichte", erklärte McCollum einst. Beide waren an relativ kleinen Colleges, weil ihre Qualitäten nicht erkannt wurden. Beide spielten auch die kompletten vier Jahre am College, bevor sie in die NBA kamen. Sie sind beide herausragende Scorer und können jederzeit von der Dreierlinie heiß laufen. Außerdem haben sich Lillard und McCollum beide einmal den fünften Mittelfußknochen gebrochen.

Erster Kontakt per Textnachricht

Schon in Lillards Rookie-Jahr, als McCollum noch am College spielte, standen sie mit Textnachrichten in Kontakt. Zuvor verfolgten sie bereits die College-Statistiken des jeweils anderen. Dann wurde im Draft 2013 McCollum von den Blazers an der 10. Stelle ausgewählt.

Aber noch vor seiner Rookie-Saison brach sich McCollum im Trainingslager den Fuß. "Als er nicht spielen konnte, bin ich mehr als jeder andere aus dem Team bei CJ gewesen. Unserer Mütter waren immer zusammen, also war ich in seinem Haus und er war bei mir. Es entstand eine richtige Freundschaft", blickte Lillard zurück.

Nicht nur neben dem Basketball-Court, sondern auch auf dem Parkett harmonierte das Duo von Beginn an. "Wenn du bemerkst, dass sich jemand für dich als Person und als Spieler interessiert und sich nicht in Konkurrenz zu dir sieht, hast du kein Problem. Bei CJ hatte ich das Gefühl von Anfang an", schwärmte Lillard von seinem kongenialen Partner. 

Kritik an Portland-Duo nach Sweep-Aus

Bemerkenswert ist dabei, wie gut sie sich auf dem Feld ergänzen. Läuft einer aus dem Duo heiß, überlässt ihm der jeweils andere den Ball. So konnte Lillard gegen OKC sein 50-Punkte-Feuerwerk abbrennen, während McCollum nun im Krimi gegen die Nuggets glänzte. 

Seit das Duo gemeinsam für die Franchise aus Oregon aufläuft, stand diese in jeder Saison in den Playoffs. 

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Dennoch war im vergangenen Jahr bereits in Runde eins Schluss, nachdem man gegen die New Orleans Pelicans sang- und klanglos mit 0:4 verlor - es war für die Blazers das zweite Erstrunden-Aus per Sweep in Folge. Besonders Lillard und McCollum standen danach im Kreuzfeuer der Kritik. Sie seien zu klein und würden sich in ihren Fähigkeiten zu sehr gleichen und trotz ihres Talents reiche es nicht für Playoff-Siege warfen Kritiker dem Duo vor.

Doch die Blazers-Verantwortlichen blieben gelassen. Portland-GM Neil Olshey erklärte das Duo für "untradebar". Dieses Vertrauen rechtfertigten Lillard und McCollum eindrucksvoll. Mittlerweile machen sie Steph Curry und Klay Thompson Konkurrenz um den Titel bester Backcourt der NBA. Vielleicht sind sie sogar noch gefährlicher als die beiden Warriors, wenn sie einmal heiß laufen.

Simples Erfolgsgeheimnis beflügelt Duo

Diese Haltung zahlte sich spätestens in den diesjährigen Playoffs aus. Gegen die Thunder, wo in der Regular Season alle Duelle verloren gingen, setzte man sich relativ mühelos durch und hat nun auch in der Serie gegen die Denver Nuggets den Heimvorteil in den eigenen Händen.

Großen Anteil daran haben die zwei dicken Freunde seit College-Tagen. Während Lillard knapp über 30 Punkte pro Partie einstreut, brilliert McCollum mit einer Dreierquote von knapp 42 Prozent und 25 Punkten pro Partie in den Playoffs. 

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