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München - Rapper Drake ist wohl der berühmteste Fan der Toronto Raptors, doch ein 67-Jähriger ist der wahre "Superfan" der Kanadier. Seine Geschichte ist einzigartig.

Die Toronto Raptors haben mit Drake einen echten Promi als Superfan. Der Rapper stand im Conference Final gegen die Milwaukee Bucks mehr als einmal im Blickpunkt.

Von seinem Platz neben der Raptors-Bank versuchte er immer wieder, Einfluss aufs Spiel zu nehmen und die Bucks zu provozieren. Mal lieferte er sich ein Verbal-Duell mit Superstar Giannis Antetokounmpo, mal massierte er Raptors-Trainer Nick Nurse die Schultern, mal lief er aufs Spielfeld.

Bucks-Coach Mike Budenholzer forderte die Liga sogar zum Handeln auf: "Es gibt Linien und Grenzen auf dem Feld aus einem Grund. Und die Liga ist normalerweise ziemlich gut hinter solchen Vergehen her." Auch gegen die Philadelphia 76ers sorgte Drake für Aufsehen, als er ein ums andere Mal deren Superstar Joel Embiid verspottete. 

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Wegen des historischen Erfolgs des Teams ist Drake in aller Munde, dabei ist er gar nicht der wahre "Superfan" der kanadischen Franchise. 

Nav Bhatia ist der wahre "Superfan" der Raptors

Denn dieser hört auf den Namen Nav Bhatia. Dieser steht in der Scotisabank Arena unter dem gegnerischen Korb. Um die Gegner bei Freiwürfen zu verwirren, wirft dieser Mann immer ein langes weißes Tuch in die Luft und fängt es wieder auf.  Seine einzigartige Geschichte hat jetzt der US-Journalist Muhammad Lila veröffentlicht.

Der 67-Jährige steht als Symbol für Torontos Einzigartigkeit. 1984 kam Bhatia aus Indien nach Kanada und hatte kaum noch Geld in der Tasche. Aufgrund seines Akzents und seiner Hautfarbe fand er keine Stelle als Ingenieur, sein erlernter Beruf. Stattdessen arbeitete Bhatia als Autoverkäufer in einem ärmeren Viertel der Stadt. 

Rekord als Autoverkäufer

Er stellte einen bis heute gültigen Rekord auf, indem er 127 Autos in nur 90 Tagen verkaufte. Dabei half ihm einerseits seine Ehrlichkeit gegenüber den Kunden, andererseits produzierte er auch Radiowerbung, um Aufmerksamkeit zu generieren. Bereits nach kurzer Zeit kaufte er seinen Arbeitgeber auf und sicherte sich später noch ein zweites Autohaus. 

1995 holte er sich schließlich seine erste Dauerkarte für die Raptors, obwohl seine Geschäfte zu diesem Zeitpunkt nicht wirklich gut liefen. Aber er wollte das Team seiner neuen Heimat von Beginn an unterstützen. Seither hat der Mann mit dem Turban kein Raptors-Heimspiel mehr verpasst, selbst in den enttäuschendsten Zeiten war der 67-Jährige immer dabei.

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"Ich trinke nicht, ich rauche nicht, ich bin kein Womanizer, ich bin nur besessen von den Raptors", erklärte der gebürtige Inder kürzlich seine Leidenschaft.

Sein Autohandel florierte parallel zu seinem neuen Hobby und er erarbeitete sich seinen Millionärsstatus selbst. Doch statt nun mit seinem Erfolg zu prahlen, unterstützt Bhatia die Schwächsten der Gesellschaft. Jedes Jahr zahlt er 300.000 Dollar, um Kindern aus bedürftigen Familien den Besuch eines Raptors-Spiels zu ermöglichen. 

Fans solidarisieren sich nach rassistischer Beleidigung

Er selbst ist ein gefragter Mann und wird inzwischen bei jedem Heimspiel der Raptors mehrfach fotografiert und angesprochen. Unterstützung bekommt Bhatia dabei auch von gegnerischen Fangruppen. Ein Anhänger der Bucks hatte ihn rassistisch beleidigt, doch zahlreiche andere Fans des Gegners in den Conference Finals solidarisierten sich mit Bhatia. "Milwaukee und seine Fans sind unglaublich", bedankte sich der Superfan der Raptors via Twitter. 

Seit drei Jahren unterstützt er die Raptors in den Playoffs auch auswärts und wurde dabei immer wieder beleidigt. Dennoch posierte er mit gegnerischen Fans und zeigte wieder einmal Größe. 

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Dabei nimmt sich Bhatia selbst überhaupt nicht wichtig, sondern schwärmt von seiner neuen Heimat: "Andere Länder mögen reicher sein, aber sie haben keine besseren Manieren und Höflichkeit oder schauen mehr aufeinander."

Dieser Satz gilt auch zweifelsohne für den wahren "Superfan" der Raptors. 

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